Vertikale Maus - Evoluent Vertical Mouse der 4. Generation
Vertikale Maus – Evoluent Vertical Mouse der 4. Generation (Quelle: evoluent.com)
Eine vertikale Maus bringt die Hand und den Arm in eine neutrale Haltung, den sogenannten Handschüttelgriff. Die Hand wird dabei bis zu einem Winkel von 90° aus der Horizontalen aufgestellt. Da die Muskelaktivität in dieser Position im Vergleich zu derer bei einer Standardmaus nachweislich geringer ist, können sich Beschwerden im Arm relativ schnell bessern.

Studien weisen darauf hin, dass der Einsatz einer Vertikalmaus wesentlich vor der Entstehung eines Karpaltunnelsyndroms oder RSI-Syndroms schützen kann. Als häufigste Art einer ergonomischen Maus hat sie also definitiv ihre Daseinsberechtigung.

Funktionsweise

Handschüttelgriff/ Handshake-Griff – Neutrale Haltung der Hand


Die vertikale Maus orientiert sich an den ergonomischen Sünden einer Standardmaus. Denn um ein solches Eingabegerät zu bedienen, müssen gleich mehrere unnatürliche Bewegungen unternommen werden. Zum einen muss der Arm beim Bedienen nach innen gedreht werden (Pronation genannt = Einwärtsdrehung der Gliedmaßen). Dabei überkreuzen sich die beiden Unterarmknochen Elle und Speiche. Außerdem wird das Handgelenk meist nach außen zur Seite abgewinkelt (Ulnardeviation genannt – Ulna = Elle, außenliegender Knochen des Unterarms; Deviation = Abweichung aus der normalen Richtung).

Vertikale Maus - Elle und Speiche fast parallel - weniger Spannungen im Arm
Vertikale Maus – Elle und Speiche fast parallel – weniger Spannungen im Arm
Bei Verwendung einer Vertikalmaus wird die Maushand in eine normale, neutrale Haltung gezwungen (im positiven Sinne). Dabei ist das Handgelenk weniger zur Seite abgewinkelt und der Unterarm weniger nach innen gedreht. Elle und Speiche liegen fast parallel (Supination = Auswärtsdrehung der Gliedmaßen, wobei hier nur bis zu einem Winkel von 90° verdreht wird). Hierdurch treten im Vergleich zur Standardmaus weniger Spannungen sowie eine insgesamt geringere Muskelaktivität im Arm auf.



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Wissenschaftliche, medizinisch gestützte Studien über vertikale Mäuse

Eine Studie* von Arne Aarås und anderen haben nachweislich belegt, dass eine vertikale Maus, bestehende Beschwerden in Nacken, Schulter, Unterarm sowie Handgelenk und Hand lindern können. Dabei wurde eine Standardmaus von Microsoft mit einer Joystick-Maus, einer Anir Vertical Mouse, verglichen.

Bei der Verwendung der Anir Maus konnten wesentlich geringere Spannungen und Muskelaktivitäten im gesamten Arm sowie in Schulter und in Nacken gemessen werden (Messverfahren: Elektromyographie EMG). Dies führte bei den Probanden zu weniger häufigen und intensiven Schmerzen in den besagten Regionen.

In einer früheren Studie** fand Aarås heraus, dass bei einer Joystick-Maus öfters sogenannte Mikropausen eingelegt werden. Dabei fällt die Muskelaktivität einiger Muskeln im Unterarm unter einen entsprechend geringen Wert. Wodurch diese natürlich entlastet werden und entspannen können.

Die Autoren weisen darauf hin, dass eine neutralere Haltung der Hand durch eine vertikale Maus zu bedeutend geringeren Beschwerden im Arm führt. Schmerzen bessern sich, solange diese noch nicht chronisch sind.

* Titel der Studie: Can a More Neutral Position of the Forearm When Operating a Computer Mouse Reduce the Pain Level for Visual Display Unit Operators? A Prospective Epidemiological Intervention Study: Part II (2001)

** Titel der Studie: Workload when using a mouse as an input device (1997)

Hinweis: Trotz neutraler Handshake-Haltung doch Beschwerden

Erklärung zu den Studien

Eine vertikale Maus ist definitiv besser als eine horizontale Maus. Was, wie oben beschrieben, auch wissenschaftlich nachweislich belegt ist. Jedoch gibt es zwei Dinge zu berücksichtigen.

In den genannten Studien wurde nur eine spezielle Art einer Vertikalmaus untersucht – nämlich die Anir Maus. Es gibt weitere Arten, wie bspw. die eigentliche Vertikalmaus oder die Stiftmaus (griffelähnliche/ schreibstiftähnliche Maus) sowie unterschiedliche Modelle für große, kleine Hände und für Rechts- und Linkshänder. Außerdem gibt es unterschiedliche Hersteller. Es kann leider nicht pauschal gesagt werden, dass jede dieser Arten denselben positiven Effekt hat, wie er in den Studien nachgewiesen wurde. Konstruktiv unterscheiden sich nämlich alle. Auch wenn z.T. nur gering.

Anatomie des Unterarms – gespannte Zwischenknochenmembran

Ein weiterer Punkt, der bisher nur wenig Beachtung findet (noch keine Studien vorhanden), liegt in der Anatomie des Unterarms. Elle und Speiche ist von einer bindegewebeartigen Membran verbunden, einer Zwischenknochenmembran (membrana interossea antebrachii). Diese Membran hat gleich mehrere Funktionen. Sie verbindet und stabilisiert die beiden Unterarmknochen. Hierdurch verhindert sie eine Parallelverschiebung eben dieser. Außerdem dient sie als Muskelansatzfläche für einige Unterarmmuskeln, z.B. für die Finger, insbesondere für Daumen und Zeigefinger.

Die Handschüttelhaltung wird zwar als Normal- bzw. Neutralhaltung beschrieben, dies heißt aber nicht, dass beim Bedienen einer Maus dabei gar keine Spannungen im Arm auftreten. Da Elle und Speiche in dieser Position fast parallel liegen, spannen sie die dazwischenliegende membrana interossea antebrachii. Die Spannung in der Zwischenknochenmembran ist dabei sogar am höchsten.

Bei der Vertikalmaus wird die Maus zwischen Daumen und Finger geklemmt. Der Daumen dient dabei als Widerlager der Finger. Hierdurch lasten auf ihm höhere Kräfte.

Bei der Verwendung einer vertikalen Maus kann es deshalb sein, dass, trotz der ergonomischen Haltung, Beschwerden auftreten. Die kleinen, aber sich ständig wiederholenden Klickbewegungen können dafür sorgen, dass die gespannte Zwischenknochenmembran auf Dauer gereizt wird. Denn die Bewegungen werden über die Muskeln auf diese übertragen.

Eine solche Reizung kann deshalb der Grund sein, weshalb sich die Beschwerden nicht bessern. Jedoch muss dieser Fall nicht eintreten! Oft tragen noch andere Einflüsse dazu bei, auf diese aber im Artikel über ergonomische Mäuse genauer eingegangen wurde.

Anwendungsbereich

Alternative zur gewöhnlichen Standardmaus

Steht die Überlegung, eine neue Computermaus anzuschaffen? Ob für Heimarbeitsplatz, Home-Office oder Büroarbeitsplatz, eine vertikale Maus eignet sich definitiv als alternatives Eingabegerät. Und sie sollte nicht nur als Alternative angesehen werden!

Besonders dort, wo mehrere Stunden am höhenverstellbaren Schreibtisch gearbeitet wird, sollte auf Ergonomie im Ganzen geachtet werden. Ihre Vorteile machen die Vertikalmaus aber auch für den mobilen Einsatz (Arbeit mit dem Laptop – wir empfehlen, einen Laptophalter und eine externe, schmale Tastatur zu verwenden) sinnvoll. Und selbst dann, wenn sie nur wenige Stunden benützt wird, belastet sie den Mausarm im Vergleich zur Horizontalmaus nur geringfügig.

Bei gesundheitlichen Beschwerden

Die Beschwerden, die durch die Verwendung einer Computermaus entstehen, sind vielfältig. Sie reichen von den Fingern bis hin zur Schulter und in den Rücken. Das Karpaltunnelsyndrom oder RSI-Syndrom sind nur einige Krankheiten, die entstehen können – weitere typische Bürokrankheiten.

Sind die Beschwerden bzw. Schmerzen noch nicht chronisch, kann durch den Einsatz einer vertikalen Maus relativ schnell Besserung eintreten. Die ergonomische neutralere Haltung der Hand sorgt dabei für Entlastung und zeitweise auch für Entspannung der Muskeln.

Auch und besonders präventiv ist die Vertikalmaus sinnvoll. Also dann, wenn noch keine Schmerzen bestehen.

Vor- und Nachteile einer vertikalen Maus

Vorteile

  • Geringere Muskelspannungen im Unterarm
    Die neutrale Handhaltung entlastet und entspannt die aktiven Muskeln im Unterarm. Da das Handgelenk weniger zur Seite nach außen abgewinkelt ist (weniger Ulnardeviation) und Elle und Speiche fast parallel zueinander liegen (weniger Pronation), verringern sich insgesamt die Belastungen.
  • Komfortable Arbeitsweise
    Je nach Modell und vorausgesetzt, das individuell passende gewählt (Größe der Hand beachten!), kann das Arbeiten wesentlich komfortabler sein. Ergonomische Vertikalmäuse erfordern bspw. weniger Kraftaufwand beim Klicken, lassen sich leicht und angenehm scrollen und außerdem mit wenig Reibung über die Tischoberfläche bewegen.
  • Verschiedene Modelle erhältlich
    Da die vertikale Maus die wohl häufigste Art einer ergonomischen Maus ist, gibt es auch viele Hersteller und deshalb viele verschiedene Produkte. Für (fast) jeden ist die richtige Maus dabei. Es gibt Modelle mit unterschiedlichen Anstellwinkeln bis zu 90°, verschiedene Größen, Varianten für Rechts- und Linkshänder sowie kabellose oder kabelgebundene Mäuse.
  • Programmierbare Tasten
    Manche Modelle besitzen zusätzliche Tasten, die mit entsprechenden Shortcuts programmiert werden können. Dadurch lässt sich die Arbeitsweise effizienter, aber vor allem ergonomischer gestalten.

Nachteile

  • Eingewöhnungszeit
    Es dauert eine gewisse Zeit, bis man sich an die neue Haltung des Eingabegeräts gewöhnt hat. Je länger man damit arbeitet, desto kürzer ist die Eingewöhnungszeit. Etwa 1-2 Wochen sollte man sich aber schon Zeit geben.
  • Bedienung langsamer als bei Standardmaus
    In den Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Bedienung weniger schnell und effizient ist (bezogen auf die Geschwindigkeit und Genauigkeit). Aber man sollte abwägen, was wichtiger ist – Effizienz oder die Erhaltung der Gesundheit. Der langfristige Nutzen ist also wesentlich größer.
  • Höhere Belastung der Handseite
    Durch die vertikale Aufstellung der Hand, ruht und reibt die Handseite (insbesondere der kleine Finger) auf der Tischoberfläche. Hierdurch kann es zu Druckstellen kommen, welche Beschwerden auslösen können. Manche Hersteller kompensieren diesen Nachteil mit einer Lippe, die die Handseite zusätzlich stützt (z.B. die oben erwähnte Evoluent Vertical Mouse C). Noch besser gelöst ist dies bei einer HandshoeMouse.
  • Greifen und Kneifen
    Die vertikale Maus wird zwischen Daumen und Finger geklemmt. Dabei dient der Daumen als Widerlager, wodurch er höher belastet wird. Im Vergleich zur Standardmaus sind die Belastungen insgesamt dennoch geringer und günstiger.