Orthopädischer Bürostuhl – 5 (+) individuelle Sitzlösungen

Bei orthopädischen Leiden und insgesamt bei Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats bedeutet das Sitzen auf einem gewöhnlichen Bürostuhl oft nur noch eines: eine Qual. Der Sitz ist unbequem und drückt. Die Rückenlehne verfehlt ihre Stützwirkung und sorgt keinesfalls für Entlastung. Kurz gesagt, gesundes Sitzen ist nicht möglich. Ein orthopädischer Bürostuhl muss her! Ein Stuhl, der buchstäblich Arbeitsleben retten kann.

Ich zeige dir, welche unterschiedlichen Sitzlösungen es gibt. Du erfährst, welche Arbeitsstühle bei Bandscheibenerkrankungen, Skoliose, Morbus Bechterew oder einer Arthrodese empfohlen werden. So kannst du gezielt und anhand deines Beschwerdebildes nach dem für dich richtigen Bürostuhl suchen.

Was ist ein orthopädischer Bürostuhl?

Ein orthopädischer Bürostuhl wird oft als Synonym für „gesundes Sitzen“ oder „ergonomischer Bürostuhl“ verwendet. Und auch wenn dies zum Großteil stimmt, kann er doch viel mehr.

Der orthopädische Bürostuhl erfüllt die höchsten Anforderungen an die Ergonomie. Er lässt sich sehr exakt auf die individuellen Bedürfnisse anpassen und wird oft als Sonderanfertigung angeboten.

Der größte Unterschied zum herkömmlichen Bürostuhl ist der, dass er nicht nur zur Prävention eingesetzt wird – um z. B. ungesunde Zwangs- und Fehlhaltungen zu vermeiden. Er findet vor allem dann Verwendung, wenn schon orthopädische Leiden vorhanden sind. So kann er gezielt Beschwerden lindern und bessern und ermöglicht auch Menschen mit Beeinträchtigungen des Bewegungsapparats wieder die Teilhabe am Arbeitsleben.

Da es verschiedene orthopädische Krankheitsbilder gibt, gibt es entsprechend auch unterschiedliche Bürostühle mit Speziallösungen, die ich im Folgenden vorstellen möchte.

Orthopädischer Bürostuhl – unterschiedliche Arten

Welchen Bürostuhl empfehlen Orthopäden? Diese Frage wird oft gestellt, kann aber nicht einfach pauschal beantwortet werden. Es kommt immer auf das individuelle Beschwerdebild an. Je nach Fehlbildung und Erkrankung des Stütz- und Bewegungsapparats wird ein anderer orthopädischer Bürostuhl empfohlen.

Mit Diagnose ist es relativ einfach, dass für dich passende Modell zu finden. Im Zweifelsfall solltest du aber zuerst einen fachärztlichen Rat einholen.

Bandscheiben-Bürostuhl

Ein Bandscheibenvorfall kann sehr schmerzhaft sein. Dabei bricht der Gallertkern einer Bandscheibe durch ihren Faserring und kann in diesem Zustand (Vorfall) im schlimmsten Fall auf die Nerven drücken. Extreme Schmerzen mit Bewegungseinschränkungen bis hin zum Kreislaufversagen können die Folge sein. Als eine mögliche Ursache wird zu langes und vor allem falsches, also statisches Sitzen genannt. Bandscheibenvorfälle treten mit ca. 90 % am häufigsten in der Lendenwirbelsäule (LWS) auf.

In den meisten Fällen wird die Diagnose Bandscheibenvorfall mit einer konventionellen Therapie behandelt. Die Symptome verschwinden dann oft von allein. Um Rückfälle zu vermeiden, sollten auch im Arbeitsleben die richtigen Vorbeugungen getroffen werden – so z. B. durch die Nutzung eines Bandscheibenstuhls.

Was kann ein Bandscheiben-Bürostuhl?

Ein Bandscheibenstuhl hat zwei Hauptaufgaben: er soll gezielt die Bandscheiben entlasten und bestenfalls aktiv zu gesunder Bewegung im Sitzen anregen – dynamisches Sitzen.

Ersteres wird durch eine spezielle Rückenlehne mit Lordosenstütze realisiert. Beide sollten höhenverstellbar sein, um eine möglichst optimale Stützwirkung zu erreichen. Manche Rückenlehnen sind in der Mitte zweigeteilt, um den Druck auf die Wirbelsäule zu nehmen. Ein Keilsitz oder ein orthopädischer Bandscheibensitz, der in der Sitzneigung verstellt werden kann, können für zusätzliche Entlastung sorgen. So wird das Abkippen des Beckens verhindert und die Wirbelsäule aufgerichtet.

Für ausreichend Bewegungsmöglichkeiten im Sitzen sorgt mindestens eine gute Synchronmechanik. Noch besser ist eine Stuhlmechanik, die kontinuierlich zu Mikrobewegungen anregt und dreidimensionale Bewegungen ermöglicht. Nur durch ausreichend Bewegung werden die Bandscheiben ernährt (Flüssigkeitsaustausch), wodurch ihre natürliche Funktion aufrechterhalten wird – dämpfende Funktion.

Für wen ist ein Bandscheiben-Bürostuhl geeignet?

  • Wenn ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurde (in der HWS, aber auch LWS)
  • Menschen mit Flachrücken, Rundrücken
  • Bei Schulter- und Nackenschmerzen
  • Insgesamt bei Rückenschmerzen

Empfehlung: HARASTUHL ZEN-LS, Rohde & Grahl Duo Back, Steelcase Gesture oder Steelcase Please, Haider Bioswing, oder ein 3D-Bürostuhl bzw. Aktivstuhl (wenn die Rückenlehne ausreichend Stützwirkung garantiert)

HARASTUHL® Modell: ZEN-LS

Der ZEN-LS eignet sich insbesondere bei einem starken Hohlkreuz oder nach einem Bandscheibenvorfall, da er die Beschwerden im unteren Rückenbereich mindern kann. Die höhenverstellbare Rückenlehne ist mit einer integrierten Lordosenstütze ausgestattet. Eine Besonderheit ist die geteilte Sitzfläche. Die flexiblen Auflagen justieren sich automatisch und passen sich so optimal an den Winkel des Beckens an. Rückenlehne und Sitzfläche sind zweidimensional beweglich und ermöglichen dynamisches Sitzen.

Das patentierte Sitzkonzept des HARASTUHL ZEN-LS enlastet die Wirbelsäul und Steißbein, schont die Bandscheiben und fördert die Durchblutung im Gesäß.

Für kleine Menschen werden auch kürzere Sitzpolster angeboten (Standard-Sitztiefe beträgt 50 cm). Wenn du nur Beschwerden vorbeugen möchtest, empfehlen sich die Modelle NIE und NWL. Bei Übergewicht ist das Modell CAE zu empfehlen.

Tipp: Bei einer Bandscheibenproblematik geht es aus therapeutischer Sicht vor allem auch darum, genügend Bewegung in den Arbeitsalltag zu integrieren. Deshalb möchte ich neben einem guten Bandscheibenstuhl auch noch eine weiteres Büromöbel als Sitzalternative empfehlen: ein ergonomischer Bürohocker. Sinnvoll integriert, kann dieser zu einer merklichen Besserung der Beschwerden verhelfen.

Spezialfall: Bürostuhl für Halswirbelsäulengeschädigte

Wenn der Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) diagnostiziert wurde, sind noch weitere Anforderungen an den Bürostuhl zu beachten.

Ein Bürostuhl für Halswirbelsäulengeschädigte soll gezielt für Entlastung im HWS-Bereich sorgen. Dies kann ebenfalls durch einen Keilsitz oder speziellen Bandscheibensitz mit Neigungseinstellung erreicht werden. Durch die aufrechtere Körperhaltung kommt es zu einer merkbaren Entlastung im oberen Bereich der Wirbelsäule.

Für eine gezielte Stützwirkung des HWS-Bereichs bedarf es einer optimal einstellbaren Kopfstütze/ Nackenstütze. Diese sollte sich individuell und bestenfalls in der Tiefe, Höhe und im Winkel anpassen lassen.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass die Unterarme ausreichend gestützt werden. 4D-Armlehnen (verstellbar in Höhe, Breite, Tiefe und im Winkel) sorgen für eine Entlastung der Schulter- und Nackenmuskulatur.

Für wen ist ein Bürostuhl für Halswirbelsäulengeschädigte geeignet?

  • Menschen mit einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich
  • Menschen mit Problemen und Beschwerden in der Halswirbelsäule
  • Bei Schulter- und Nackenschmerzen
HJH Office ERGOHUMAN Luxus Chefsessel

Der Ergohuman in der Edition „Luxus Chefsessel“ glänzt vor allem durch seine vielen Einstellmöglichkeiten. Er besitzt eine hohe Rückenlehne mit integrierter, flexibler Lordosenstütze, eine bewegliche Kopfstütze (Höhe + Neigung) sowie 4D-Armlehnen. Alles Produktmerkmerkmale, die insbesondere für eine Entlastung im oberen Bereich der Wirbelsäule sowie im Nacken- und Schulterbereich sorgen können. Die Punksynchronmechanik lässt sich individuell auf das eigene Körpergewicht anpassen und mehrfach arretieren.

Der orthopädische Bürostuhl ist für Menschen mit einer Körpergröße von 160 – 185 cm geeignet und bis 120 kg belastbar.

Skoliosestuhl

Bei der Skoliose handelt es sich um eine Fehlstellung der Wirbelsäule. Dabei kommt es zu einer seitlichen Krümmung bei gleichzeitiger Rotation der Wirbelsäule um ihre Längsachse. Hierdurch treten auch dreidimensionale Verformungen der Wirbelkörper auf.

Skoliose ist in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Problem. Wenn sie aber lange unbehandelt bleibt, kann es durch die krumme Fehlstellung und aufgrund der einseitigen Belastungen zu Muskelverspannungen und Schmerzen kommen.

Betroffene haben das Problem, dass beim Sitzen auf einem normalen Bürostuhl keine vollflächige Unterstützung des Rückens durch die Rückenlehne mehr möglich ist. Abhilfe schafft hier der Skoliosestuhl, der aktiv und als zentraler Bestandteil in die Therapie (meist konservativ mit Krankengymnastik und Skoliose-Korsett) eingebunden werden sollte.

Was kann der Skoliosestuhl?

Das Spezielle am Skoliosestuhl ist seine Rückenlehne. Diese ist zwei-, drei- oder mehrgeteilt und lässt sich individuell an den Grad der Verformung der Wirbelsäule anpassen. So ist eine optimale Stützwirkung möglich, die sogar einer fortschreitenden Deformierung entgegenwirken kann.

Bei einer leichten Skoliose ist ein Bürostuhl mit einer zweigeteilten, besser dreigeteilten Rückenlehne zu empfehlen. Dabei lassen sich alle Lordosen- und Schulterstützen unabhängig voneinander in ihrer Position anpassen.

Bei einer schweren Skoliose hilft meist nur noch eine Sonderanfertigung. Dabei wird die Rückenlehne individuell an die Fehlstellung der Wirbelsäule angepasst. Zuerst wird ein Gipsabdruck des Rückens gemacht. Mit Hilfe dessen wird die Skolioselehne ausgeformt. Nach einem Probesitzen werden ggf. noch Korrekturen an der Form vorgenommen und letztendlich wird die Lehne mit Polsterung und Bezug gefertigt.

Interessant ist auch das MFS-Stuhlsystem (Modular Fitting System) von ERGO plus. Das Unternehmen stellt individuelle Sitzlösungen für Menschen mit speziellen Sitzproblematiken her. Die Rückenlehne besteht aus bis zu 80 unterschiedlichen Einzelbausteinen aus Visko-Schaumstoff. Sie werden so „zusammengewürfelt“ bzw. konfiguriert, dass eine optimale Stütz- und Entlastungsfunktion gewährleistet wird.

Orthopädischer Bürostuhl: Skoliosestuhl von ERGO plus (MFS-Stuhlsystem)
Orthopädischer Bürostuhl: Skoliosestuhl mit dem MFS-Stuhlsystem (Bildquelle: ERGO plus)

Ein Sonderfall ist der Bürostuhl mit Kyphosenlehne. Hier ist das Schaumteil der Rückenlehne in der Mitte geteilt bzw. nach oben hin ausgespart. Die dadurch entstehende Druckentlastung auf die Wirbel hilft besonders Menschen mit einer vertikalen Verkrümmung der Wirbelsäule.

Für wen ist ein Skoliosestuhl geeignet?

  • Menschen mit einer krankhaftbedingten Verformung der Wirbelsäule – vor allem bedingt durch eine Skoliose
  • Bei stark nach hinten gekrümmter Wirbelsäule – Kyphose bzw. Hyperkyphose oder Rundrücken
  • Wenn ein sehr ausgeprägter Rippenbuckel vorhanden ist

Empfehlung: Rohde & Grahl mediTri oder Duo Back, MFS-Stuhlsystem von Ergo plus Seating Concepts, Löffler+ mit Kyphosenlehne

Löffler Med Basic mit Kyphosenlehne

Der Gesundheitsstuhl hat zwei Besonderheiten. Die geteilte Kyphosenlehne bietet eine optimale Stützwirkung für die gekrümmte Wirbelsäule. Durch die Aussparung in der Mitte wird der Druck auf die Wirbelkörper genommen. Die andere Besonderheit ist das Sitzpolster. Diese hat im hinteren Bereich eine Aussparung, wodurch eine merkliche Druckentlastung im Kreuz- und Steißbein erreicht wird.

Der medizinische Bürostuhl von Löffler ist mit einer hochwertigen Punkt-Synchron-Mechanik ausgestattet. Diese und die patentierte ErgoTop-Technologie (rundum bewegliche Sitzschale) sorgen für eine gesunde Dynamik beim Sitzen. Die 4D-Multifunktionsarmlehnen entlasten den Kopf-, Nacken- und Schulterbereich und beugen Verspannungen vor.

Arthrodesenstuhl

Eine Arthrodese ist eine künstliche, also operative Versteifung eines Gelenks. Sie wird meist als letzte Möglichkeit vor allem bei einer schweren Arthrose (übermäßiger Gelenkverschleiß) durchgeführt. Die Gelenkversteifung kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Besonders Menschen mit einer Arthrodese im Hüft- oder Kniegelenk haben erhebliche Probleme beim Sitzen. Für eine Erleichterung kann ein Arthrodesenstuhl sorgen.

Was kann der Arthrodesenstuhl?

Der Arthrodesenstuhl ist so gestaltet, dass er die erhöhten Belastungen beim Sitzen im Hüftbereich sowie in den Beinen minimiert. Möglich macht dies der spezielle Arthrodesensitz. Hier ist das Sitzpolster mit sogenannten Arthrodesenklappen (Oberschenkelauflageflächen) ausgestattet. Diese Flächen können unabhängig voneinander abgesenkt und festgestellt werden.

Bei einer Arthrodese im Kniegelenk ist es bspw. nicht mehr oder nur sehr belastend möglich, das betroffene Bein anzuwinkeln. Durch die individuelle Anpassung und Absenkung der Sitzhälften kann das Anwinkeln des Beines fast komplett vermieden werden.

Als sinnvolle Ergänzung zum Arthrodesenstuhl können eine Beinstütze oder ein Trittpedal genutzt werden. Beide sind auch dann zu empfehlen, wenn nur eine temporäre oder gar dauerhafte Hochlagerung des Beines notwendig ist (z. B. bei Lymphödemen oder anderen orthopädischen Beinleiden).

Für wen ist der Arthrodesenstuhl geeignet?

  • Bei krankheitsbedingter Versteifung des Hüft- oder Kniegelenks
  • Insgesamt bei eingeschränkter Beweglichkeit in Hüfte und Knie
  • Bei sonstigen Verletzungen oder Behinderungen im Bereich der Füße, Beine und der Hüfte
  • Menschen mit einer Beinprothese oder Beinamputation
  • Wenn ein Arthrodesenkissen nicht mehr zweckmäßig und ausreichend ist

Empfehlung: Löffler+ Arthrodesenstuhl, Bemefa, Rohde & Grahl Duo Back mit Arthrodesensitz

Löffler+ Med Basic Arthrodesenstuhl

Dieser medizinische Bürostuhl hat zwei stufenlos und unabhängig voneinander neig- und feststellbare Arthrodesenklappen. So kann ein individueller Sitzwinkel von bis zu 30° erreicht werden.

Auch hier ist eine hochwertige Punkt-Synchron-Mechanik verbaut. Außerdem 4D-Multifunktionsarmlehnen, die für eine Entlastung des Kopf-, Nacken- und Schulterbereichs sorgen. Auf die ErgoTop-Technologie wird verzichtet, da eine zu hohe Beweglichkeit für Schmerzen im Bereich der Gelenkversteifung sorgen könnte.

Bei Prothesen, die auf Hüfthöhe beginnen, wird ein Arthrodesensitz mit einer viskoelastischen Polsterung empfohlen (der als Option erhältlich ist).

Morbus Bechterew Stuhl

Morbus Bechterew ist eine chronisch entzündliche, rheumatische Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule und deren Verbindung zum Becken betrifft. Die Krankheit ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Betroffene sind sehr druckempfindlich und verspüren insbesondere im Rücken Druckschmerzen. Im Verlauf der Krankheit können sich Verknöcherungen bilden, die die Beweglichkeit sehr beeinträchtigen können (bis hin zu Steifheit).

Die Druckempfindlichkeit ist besonders beim Sitzen auf einem herkömmlichen Bürostuhl spürbar. Deshalb wird empfohlen, einen Morbus Bechterew Stuhl zu nutzen, der gezielt auf die Sitzproblematik eingeht.

Was kann der Morbus Bechterew Stuhl?

Ein Morbus Bechterew Stuhl ist mit einer besonderen, in der Mitte freigestellten Rückenlehne ausgestattet. Diese hat zwei Hauptaufgaben: Verhinderung von Druck- bzw. Schmerzpunkten und die gleichmäßige Verteilung des Drucks auf eine große Fläche.

Durch den Spalt in der Mitte liegt die entzündete Wirbelsäule frei. So wird der unangenehme und meist schmerzende Druck auf die einzelnen Wirbelkörper verhindert.

Der verwendete viskoelastische Schaum besitzt optimale Eigenschaften, um den Druck möglichst gleichmäßig zu verteilen. Dadurch bildet sich beim Sitzen automatisch eine sehr passgenaue Rückenlehne aus.

Für wen ist ein Morbus Bechterew Stuhl geeignet?

  • Wenn die Diagnose Morbus Bechterew besteht
  • Wenn Druckschmerzen in der Wirbelsäule vorhanden sind
  • Auch für viele Menschen ohne orthopädische Leiden geeignet – sehr angenehmes Sitzgefühl

Empfehlung: Popello M-Serie, Rohde & Grahl Duo Back

Popello M1

Der M1 der Firma Poppel wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) entwickelt und von Betroffenen getestet. Seine patentierte Rückenlehne ist so gestaltet, dass die Wirbelsäule freiliegt. Dadurch können unangenehme Druckpunkte auf die entzündliche Bereiche des Rückens verhindert werden. Unterstützt wird die Druckenlastung zusätzlich durch den viskoelastischen Schaumstoff in der Polsterung.

Doch nicht nur die Form, auch die federnde Aufhängung macht die Rückenlehne zu etwas Besonderem. So ist eine hohe Beweglichkeit des Oberkörpers in alle Richtungen möglich. Für noch mehr Dynamik sorgt die verbaute Ergomatik plus Sitzmechanik.

Der Sitz ist neigbar und tiefenverstellbar. Die Multifunktionsarmlehnen besitzen eine weiche Gel-Auflage und sind in der Höhe, Tiefe und im Winkel verstellbar.

Bürostuhl mit Aufstehhilfe

Es gibt viele Gründe, weshalb das Aufstehen, aber auch das Hinsetzen schwerfallen kann. Herkömmliche Bürostühle können dies fast unmöglich machen. Noch schlimmer, sie stellen ein erhebliches Sicherheits- bzw. Verletzungsrisiko dar.

Für diese Betroffenen gibt es den Bürostuhl mit Aufstehhilfe.

Was kann der Bürostuhl mit Aufstehhilfe?

Wie es der Name schon verrät, ist ein solcher Bürostuhl mit einer Ein- und Ausstiegshilfe ausgestattet. Dabei kommen oft gleich mehrere Hilfen zum Einsatz.

Stabile Armlehnen sind wichtig, um sich abstützen zu können. Damit der Stuhl nicht wegrollen kann, ist ein Bremssystem im Fußkreuz integriert. Dies wird meist über eine Zentralbremse (Handbremse) betätigt, wodurch die Rollen blockiert werden. Und zuletzt besitzen manche Modelle noch wahlweise eine Drehstabilisierung, was für noch mehr Sicherheit beim Hinsetzen und wieder Aufstehen sorgt.

Sehr hochwertige Spezialstühle mit Aufstehhilfe sind mit einer elektrischen, hydraulischen oder mechanischen Sitzhöhenverstellung (Hubwerk) ausgestattet. Hier lässt sich der Sitz so weit nach oben ausfahren, bis beide Beine vollständig durchgestreckt sind und ohne Probleme aufgestanden werden kann. Noch einfacher geht dies, wenn sich die Sitzfläche während des Hochfahrens zusätzlich noch nach vorne neigt.

Ein Spezialfall ist der Trippelstuhl. Er ist mit vier großen Rollen ausgestattet und kann auch im Sitzen zur leichten Fortbewegung genutzt werden. Auch dieser ist, je nach Ausführung, mit den hier genannten Aufstehhilfen ausgestattet.

Für wen ist ein Bürostuhl mit Aufstehhilfe geeignet?

  • Menschen mit einer muskulären oder nervalen Degeneration (Muskelschwäche, Nervenerkrankung wie z. B. Multiple Sklerose (MS))
  • Sehr übergewichtige Menschen (Adipositas)
  • Menschen mit starken Einschränkungen in der Beweglichkeit
  • Wenn es erhebliche Probleme beim Aufstehen, aber auch beim Hinsitzen gibt

Empfehlung: Vela Tango 510EL, Top Office Vision FSC 02, MT-1 Aufstehhilfe von Franz Röseler

Medizinischer Bürostuhl mit individuellen Sitz-Speziallösungen

All die oben genannten orthopädischen Bürostühle stehen für sich und werden bei gewissen Krankheitsbildern empfohlen. Doch nicht immer ist die Diagnose so eindeutig. Manchmal sind es auch einfach „nur“ Beschwerden im Bereich der Sitzpartien. Es drückt, schmerzt oder reibt.

Um trotz der körperlichen Einschränkungen möglichst beschwerdefrei und beweglich arbeiten zu können, bedarf es individuellen Lösungen.

Der Hersteller Löffler ist einer der Vorreiter auf diesem Gebiet. Die Produktserie Löffler+ verbindet standardisierte Stuhlmodelle mit Sitz-Speziallösungen.

  • Bürostuhl mit Steißbeinentlastung:
    Das Sitzpolster hat eine Aussparung im hinteren mittleren Bereich. Dadurch wird der Druck beim Sitzen verringert und das Kreuz- und Steißbein entlastet.
    Empfohlen wird es für Menschen mit empfindlichen Sitzpartien im Bereich des Kreuz- und Steißbeins.
  • Taschenfederkern Komfort-Sitz:
    Das Material der Federkerne hat eine sehr feine Punktelastizität. Dadurch entsteht eine weiche Federung und ein besonders hoher Sitzkomfort.
    Empfohlen wird der Taschenfederkern Komfort-Sitz bei besonders sitzempfindlichen Menschen.
  • Viskoelastischer Sitz:
    Der verwendete Memory-Schaum im Sitzpolster hat eine viskoelastische Eigenschaft. Das heißt, er ist zwar elastisch, lässt sich aber auch bis zu einem gewissen Grad verformen (und verbleibt eine gewisse Zeit in dieser Form). Dadurch passt sich der Sitz automatisch an die Körperkonturen an. Es entsteht eine punktelastische Druckentlastung vor allem im Bereich des Sitzbeinhöckers und der Oberschenkelunterseiten.
    Empfohlen wird der viskoelastische Sitz bei Menschen mit schmerzempfindlichen Sitzbeinhöckern.
  • Anti-Dekubitus Sitz:
    Der Anti-Dekubitus Sitz ist aus mehreren Lagen aufgebaut, die jeweils aus einer unterschiedlichen Wabenstruktur bestehen. Dadurch können Scherkräfte und die Reibung auf der Haut verringert werden. Außerdem sind die Waben optimal für die Regulierung von Wärme und Feuchtigkeit. Und zuletzt bringt der Aufbau des Sitzes Vorteile bei der gleichmäßigen Druckverteilung, was eine gleichmäßige Durchblutung der Sitzpartien ermöglicht.
    Empfohlen wird der Anti-Dekubitus Sitz bei Menschen mit Dekubitus – einer lokalen Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes aufgrund von längerer Druckbelastung, die die Durchblutung der Haut stört.

Gendergerechte Bürostühle

Frauen und Männer sitzen anders. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Dabei bedarf es nicht einmal einer Studie, um zu erkennen, dass die Geschlechter unterschiedliche Sitzbedürfnisse haben. Sie unterscheiden sich zum Teil wesentlich im Körperbau, aber auch in den Körperfunktionen.

Ein Standard-Bürostuhl ist so gebaut, dass er sowohl für die meisten Männer, aber auch die meisten Frauen nutzbar ist. Doch nicht alle kommen damit zurecht. Besonders Frauen haben Probleme, den für sie passenden Arbeitsstuhl zu finden. Denn die meisten sind, wie so oft, vorwiegend für Männer gebaut.

Einige Hersteller haben dies erkannt und bieten mittlerweile spezielle Bürostühle für Frauen sowie für Männer an. Auch wenn diese nicht explizit zu den orthopädischen Bürostühlen zählen, möchte ich sie in dieser Liste dennoch erwähnen. Denn das gendergerechte Sitzen (Gender Seating) befasst sich konkret mit den Sitzproblemen der jeweiligen Geschlechter. Die Erkenntnisse daraus fließen in die Entwicklung besonders frauen- bzw. männerfreundlicher Sitzlösungen ein. Solltest du also bisher nicht den richtigen Stuhl gefunden haben oder sogar schon unter typischen Sitzbeschwerden leiden, dann könnte ein gendergerechter Bürostuhl für neugewonnene Sitzfreude sorgen.

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Stefan

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