Ergonomischer Bürohocker – Ratgeber: ALLES, was Du wissen musst

Ein ergonomischer Bürohocker ist eine Sitzgelegenheit ohne Arm- und Rückenlehne. Gerade wegen dieser fehlenden Unterstützung und aufgrund bestimmter Sitzkonzepte ist eine sehr hohe Bewegungsfreiheit im Oberkörper möglich.

In diesem Ratgeber erfährst Du alles Wissenswerte über Bürohocker. Weshalb sie eine sinnvolle Ergänzung bzw. Alternative zum ergonomischen Bürostuhl sind, welche Anforderungen ein guter Sitzhocker fürs Büro haben muss und wie Du richtig darauf sitzt. Außerdem findest Du mit unseren Empfehlungen bestimmt das für Dich richtige Modell.

Ergonomischer Bürohocker am Schreibtisch
Der ergonomische Bürohocker Interstuhl UPis1 am Schreibtisch

7 Arten von Bürohockern

Im Folgenden findest Du sieben unterschiedliche Bürohocker im Vergleich. Zu jeder Art sind ein oder zwei konkrete Empfehlungen aufgelistet.

Pendelhocker

Der Pendelhocker ist eine sehr flexible Sitzgelegenheit. Er zeichnet sich durch ein kompaktes Design und sein geringes Gewicht aus. Außerdem ist er super handlich und mobil. Hierdurch ist er nicht nur für den Schreibtisch geeignet, sondern lässt sich auch schnell in die Besprechung, in Konferenzen oder für kreative Arbeiten in lockerer Athmosphäre mitnehmen. Manche nutzen ihn sogar im Sinne eines Fitnesshockers als Trainingsgerät (auch sinnvoll für die bewegte Pause) und selbst für Yoga.

Pendelhocker – Abgerundete Bodenplatte von unten
Abgerundete Bodenplatte des Pendelhockers von unten

Das Merkmal, welches den Pendelhocker jedoch am meisten von den anderen Bürohockern unterscheidet, ist der Standfuß. Durch die abgerundete Bodenplatte bietet der außergewöhnliche Sitzhocker mit Schwingeffekt eine hohe dreidimensionale Beweglichkeit. Es sind Pendelbewegungen zur Seite, vor und zurück sowie Drehungen um 360° möglich. Der Oberkörper versucht ständig, in eine gesunde Balance zu kommen. Gleichzeitig regt das Sitzkonzept auch sehr dazu an, sich während des Sitzens insgesamt mehr zu bewegen – dynamisches Sitzen.

3D-Hocker/ Aktivhocker

Die beiden Begriffe 3D-Hocker und Aktivhocker verraten schon sehr genau, worum es hier geht: einerseits um eine dreidimensionale Beweglichkeit andererseits um ein Sitzkonzept, welches aktiv zu Bewegung anregt.

Ein Aktivhocker ist mit einer ständig beweglichen Sitzfläche ausgestattet. Umgesetzt wird dies üblicherweise durch eine optisch sichtbare Feder in der Mittelsäule. Dadurch lässt sich der Sitz in allen Richtungen kippen. Der Rumpf und Oberkörper sind also kontinuierlich damit beschäftigt, ein Gleichgewicht zu finden und werden aktiv dazu anmiert, sich mehr zu bewegen – es ist nicht möglich, sich nicht zu bewegen (ständige Mikrobewegungen).

Die fehlende Rückenlehne und die spezielle konvexe Sitzform sorgen für eine aufrechte Haltung. Bandscheiben werden be- und entlastet und dadurch mit Nährstoffen versorgt. Die Blutzirkulation wird gefördert, der Kreislauf gestärkt und die Atmung verbessert.

Rollhocker/ Drehhocker mit Rollen

Ein Rollhocker bzw. Drehhocker mit Rollen ist im Prinzip ein sehr einfacher Bürostuhl ohne Arm- und Rückenlehne. Er ist mit einem nicht beweglichen, meist aber flachen und runden Sitz ausgesattet, hat eine Mittelsäule und ein Fußkreuz mit 5 Rollen. Einziges Einstellungsmerkmal ist die Höhenverstellung des Sitzes.

Rollhocker eignen sich besonder für Arbeitsplätze, die eine relativ hohe Beweglichkeit voraussetzen. Also bspw. in der Arztpraxis, im Labor, in der Physiotherapie, bei Erzieher:innen, Friseur:innen, aber auch in der Werkstatt. Im Büro sind sie eher weniger geeignet. Jedoch gibt es auch hier Arbeiten am Schreibtisch, die einen höheren Bewegungsradius fordern. So bspw. beim Sortieren und Archivieren von Akten, beim Scannen von Dokumenten mit anschließender digitaler Archivierung am PC oder bei der Erstellung von Manuskripten.

Sattelhocker

Ein Sattelhocker ist ein Bürohocker mit Sattelsitz. Die besondere Art des Sitzens stellt für manche das gesündeste Sitzen überhaupt dar. Dabei ist der Sitzwinkel (Winkel zwischen Oberköper und Unterschenkel) auf bis zu 135° vergrößert. Dies hat zur Folge, dass weniger Druck auf Oberschenkel, Gesäß, Genitalien sowie Rücken lastet. Noch besser wird diese Entlastung bei einem zweiteiligen Sitz, also einem Sattelsitz mit Schlitz in der Mitte.

Beim Sitzen auf einem Sattelhocker richtet sich die Wirbelsäule automatisch in ihre natürlich und typische S-Form auf. Hierdurch wird vor allem der Bereich der Lendenwirbel entlastet. Der offene Sitzwinkel entlastet außerdem die inneren Organe, insbesondere den Darm und begünstigt eine verbesserte Blutzirkulation. Es kommt zu weniger Ermüdungserscheinungen.

Sattelsitzen animiert auch zu mehr Bewegung beim Sitzen. Ein positiver Trainingseffekt ist schon nach wenigen Nutzungsphasen spürbar.

Kniehocker

Ein Kniehocker ist ein Bürohocker, auf dem eine sehr gesunde, kniende Sitzhaltung eingenommen wird. Ermöglicht wird diese durch eine leicht nach vorne geneigte Sitzfläche sowie eine gepolsterte Schienbeinunterstützung. Beim Sitzen entsteht ein offener Sitzwinkel von bis zu 110°. Hierdurch wird vor allem die Wirbelsäule des unteren Rückenbereichs (Lendenwirbel) entlastet.

Abgerundete Kufen, wie sie beim Original Kniehocker Variable balans von Varier verwendet werden, sorgen für ein sehr dynamisches Sitzverhalten. Der Körper ist versucht, immer eine gesunde Balance zu finden. Dadurch wird auch die tieferliegende Muskulatur angeregt und insbesondere die Rücken- und Bauchmuskulatur gestärkt (Trainingseffekt).

Kniehocker sind optimal geeignet, wenn sehr konzentriert gearbeitet wird – auch beim Lernen. Denn die gesunde Sitzhaltung entspannt den Rücken, beruhigt den Atem und verbessert die Blutzirkulation. Alles Eigenschaften, die zu einer erhöhten Sauerstoffzufuhr im Gehirn führen. Ideale Voraussetzungen also, um sehr konzentriert und leistungsfähig zu arbeiten.

Stehhocker/ Stehhilfe fürs Büro

Ein Stehhocker eignet sich optimal für Stehtische im Büro, während Vorträge oder in Seminaren und für kreative Arbeitsphasen in lockerer Athmosphäre.

In erster Linie sollte ein Stehhocker bzw. eine Stehhilfe fürs Büro für eine Entlastung der Beine während des Stehens sorgen. Bestenfalls soll sie so ausgelegt sein, dass sie unterschiedliche, dynamische Haltungen ermöglicht.

Stehhilfen im Büro sollten immer ortsfest sein und stabil stehen. Sie sollten sich also nicht sehr leicht verrutschen oder wegrollen lassen. Deshalb sind die Stützen üblicherweise mit festen Kufen bzw. Standfüßen ausgestattet. Das Sitzpolster sollte angenehm sein und optimal zum Anlehnwinkel im Stehen passen. Möglich wird dies, wenn der Sitz leicht nach vorne geneigt ist oder die Oberfläche konvex (Wölbung nach oben) ausgeführt wird.

Eine Fußstütze bzw. ein Fußring ist sinnvoll, muss aber nicht unbedingt vorhanden sein. Positiv daran ist, dass wechselnde Haltungen im Stehen möglich werden. So kann einmal der rechte, das andere Mal der linke Fuß auf der Stütze abgestellt werden. Dies führt zu abwechselnder Be- und Entlastung und insgesamt zu einer gesunden Dynamik im Stehen.

Schreibtischhocker für Kinder

Es gibt auch mitwachsende Sitzhocker für Kinder. Einige sind speziell darauf ausgelegt und werden oft in vielen verschiedenen Farbvarianten angeboten. Das garantiert, dass für jedes Kinderzimmer der passende Schreibtischhocker gefunden wird.

Viele der hier vorgestelten Arten und Empfehlungen sind auch in einer Junior-Variante für Kinder erhältlich.

Bei Kniehockern von Varier bspw. werden Distanzblöcke für Kinder und kleine Personen angeboten. Damit kann bei der Standardvariante der Abstand vom Sitz zum Schienbeinpolster verringert werden.

Sitzhocker für Kinder sind aus mehreren Gründen zu empfehlen. Ein sehr überzeugender jedoch ist der natürliche Bewegungsdrang. Denn aufgrund der fehlenden Lehnen eines solchen Bürohockers ist eine sehr hohe Bewegungsfreiheit gegeben. Und diese sollte bei Kindern so wenig wie möglich eingeschränkt werden. Auch nicht während des Sitzens – Stillsitzen ist Gift!

Welcher ist der beste ergonomische Bürohocker?

So viele unterschiedliche Arten, aber welcher ist der beste ergonomische Bürohocker? Diese Frage kann so einfach nicht beantwortet werden. Denn keine der hier aufgeführten Arten und auch keine der Empfehlungen sticht explizit als Testsieger heraus. Was aber definitiv aus ergonomischer Sicht gilt: Der einfache Bürohocker mit Rollen ist für einen Schreibtischarbeitsplatz weniger empfehlenswert.

Alle anderen Modelle bieten jedes für sich eigene gesundheitliche Vorzüge oder gar Nachteile. Deshalb ist zu empfehlen, diese vor einem Kauf persönlich bei einem Fachgeschäft vor Ort probezusitzen. Einige Geschäfte, aber auch Onlineshops, bieten sogar an, den Sitzhocker zuerst eine Weile zu testen, bevor er gekauft werden muss – z. B. eine oder zwei Wochen gegen eine Aufwandsentschädigung.

Du suchst nach einem Bürohocker Test? Ich habe den Interstuhl Up auf Herz und Nieren getestet. In meinem ausführlichen Testbericht mit Bildern erfährst Du, weshalb er zu einem der beliebtesten Bürohockern zählt. Stiftung Warentest hat bisher noch keine Modelle gegeneinander getestet.

Interstuhl UPis1 – Testbericht
Der Interstuhl UPis1 im ausführlichen Test

Anforderungen

  • Sitzhöhenverstellung
    Bei Bürohockern sind üblicherweise nur wenige Einstellmöglichkeiten gegeben. Eine wichtige sollte jedoch immer vorhanden sein (die Ausnahme ist der Original Kniehocker): die Sitzhöhenverstellung. Denn so kann der Sitzhocker nicht nur optimal auf die eigene Körpergröße angepasst werden. Es gibt dadurch sogar die Möglichkeit, unterschiedliche Sitzpositionen bzw. -haltungen einzunehmen. Bei manchen Modellen ist die max. Höhenverstellung so hoch, dass der Hocker sogar als Stehhilfe verwendet werden kann.
  • Sitzart
    Wie Du an den unterschiedlichen Arten festgestellt hast, gibt es auch eine Auswahl an ähnlich vielen Sitzvarianten – flacher Sitz, konvexer Sitz, Sattelsitz oder nach vorne geneigter Sitz mit Schienbeinstütze. Jeder hat für sich eigene Vor- und Nachteile, die z. T. schon oben beschrieben sind. Deshalb kann auch keine konkrete Empfehlung gegeben werden, welcher des beste ist. Wichtig ist, dass Du Dich darauf wohlfühlst und kein unangenehmer Druck beim Sitzen entsteht. Also: Testen!
  • Belastbarkeit
    Die Belastbarkeit sollte sich an der von Bürostühlen orientieren. Das wären also üblicherweise 110 kg. Viele Bürohocker sind aber bis zu einem Körpergewicht von max. 120 kg ausgelegt. Solltest Du schwerer sein, dann achte darauf, wie hoch die Hersteller die maximale Belastbarkeit auslegen. Es gibt Bürohocker, die bis 150 kg oder sogar bis 200 kg belastbar sind.
  • Polsterung und Bezug
    Beides, Polsterung und Bezug sollten so ausgelegt sein, dass sie erstens bequem und zweitens langlebig sind. Dabei sollte ein guter Mittelweg zwischen weich und hart gefunden werden. Einige Sitzhocker können mit einem zusätzlichen Kissen ausgerüstet werden. Damit sind zwei unterschiedliche Härtegrade möglich.
    Ob Stoff oder Leder ist natürlich auf den ersten Blick Geschmacksache. Leder hat jedoch in der warmen Jahreszeit den Nachteil, dass es zu übermäßigem Schwitzen kommen kann. Ein Stoffbezug ist atmungsaktiver.
    Bei der Farbe ist zu empfehlen, sich am vorhandenen Design im Büro bzw. Homeoffice zu orientieren. Eine harmonisierende Optik wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus.
  • Material
    Bürohocker aus Holz sind genauso erhältlich wie welche aus Edelstahl, verchromtes Metall oder eben Kunststoff. Bei der Wahl des Materials sollte auch der Nachhaltigkeitsgedanke nicht vergessen werden. Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft aus Europa ist wesentlich nachhaltiger als Kunststoff aus Fernost. Darüber hinaus hat Holz auch bestimmte Vorteile. Bspw. seine gute Stabilität bei gleichzeitig sehr guten Biegeeigenschaften – es lässt sich in einem begrenzten Maße relativ gut biegen und verwinden. Jedoch ist nicht jeder ergonomische Bürohocker aus Holz herstellbar. Deshalb achte bei den Produkten auf Öko-Siegel wie der Blaue Engel o. Ä.
  • Ohne Rollen – mit festem Standfuß/ geschwungenen Kufen
    Bürohocker ohne Rollen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Ob Pendelhocker, Aktivhocker oder Kniehocker, wichtig ist, dass eine hohe Standfestigkeit gegeben ist. Und das trotz der Möglichkeit des dynamischen Sitzverhaltens.
    Um den Boden zu schützen, sollten Pendelhocker mit einer rutschhemmenden, gummierten Unterseite bestückt sein. Bei Kniehockern mit geschwungenden Kufen gibt es selbstklebende Softbänder für harte Böden.
  • Mit Rollen
    Bürohocker mit Rollen sollten sich an den Anforderungen für Bürostühle orientieren. Das heißt, um das Kippen zu verhindern wird üblicherweise ein Fußkreuz mit fünf Auflagepunkte (Rollen) gewählt. Die Rollen sollen im unbelasteten Zustand gebremst sein und müssen zur Art des Bodens passen. Also weiche Rollen für harte Böden und harte Rollen für weiche Böden. Bzw. Universalrollen für unterschiedliche Untergründe.
  • Prüfsiegel
    Ein Ergonomie-Siegel wird durch eine freiwillige Prüfung erlangt und ist deshalb eine besonders wertvolle Auszeichnung für ergonomische Sitzhocker. Ein GS-Zeichen sollte unbedingt vorhanden sein. Für mehr Qualität sprechen die folgenden Siegel: TÜV „Ergonomie geprüft“, DGUV Test-Zeichen – Zusatz: „ergonomisch“, Quality Office Qualitätszeichen, AGR-Gütesiegel, IGR-Zertifikat und Active Office Award.

Richtig sitzen auf dem Bürohocker

  • Eingewöhnungszeit zulassen
    Viele klagen anfangs oft über Muskelkater oder sogar über eine unangenehme Sitzhaltung. Das Gute ist: dies ist ganz normal. Denn das fehlen der Rücken- und Armlehnen sowie die höhere Beweglichkeit sind für die meisten ungewohnt. Es werden plötzlich ganz andere oder mehr Muskeln beansprucht. Was definitv seine Vorteile hat, sollte jedoch vor allem zu Beginn der Nutzung beachtet werden. Es empfiehlt sich, den Bürohocker zu Beginn nur kurze Zeiten zu nutzen. Diese können dann nach und nach gesteigert werden. Eine Eingewöhnungszeit von bis zu zwei Wochen sollte einberechnet werden.
  • Sitzfläche richtig ausnutzen
    Beim Sitzen sollte darauf geachtet werden, die Sitzfläche optimal zu nutzen. Dabei sollten das Gesäß und ein Teil der Unterschenkel aufliegen können. So kann sich der Druck auf eine größere Fläche verteilen. Unbedingt zu vermeiden sind zu hohe und unangenehme Druckbelastungen, die oft beim Sitzen auf der Kante entstehen.
  • Richtige Höhe einstellen
    Die richtige Höhe eines Bürohockers ist erreicht, wenn der Ober- und Unterschenkel einen Winkel > 90° ergibt (nicht so beim Kniestuhl). Die Höhe kann auch nach oben variiert werden. Ein noch größerer Winkel führt auch zu einem größeren und gesünderen Hüftwinkel (Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkel). Nach jeder Anpassung der Höhe muss jedoch auch die Schreibtischhöhe neu angepasst werden.
  • Schreibtischhöhe anpassen
    Ein ergonomischer Schreibtisch ist das A und O, um auch wirklich richtig auf dem Bürohocker sitzen zu können. Die Einstellung der Schreibtischhöhe kommt immer erst nach der Wahl der richtigen Sitzhöhe. Sie sollte entsprechend hoch sein, dass die Arme locker darauf abgelegt werden können. Dabei bilden Ober- und Unterarme einen Winkel etwas größer als 90°.
  • Negativen Aufstellwinkel der Tastatur nutzen
    Jetzt kommt ein sinnvoller Ergonomie-Tipp, der vor allem in Verbindung mit einem Sitzhocker genutzt werden sollte. Eine ergonomische Tastatur ermöglicht bestenfalls einen negativen Aufstellwinkel. Das heißt, sie kann vorne zur Tischkante um einen bestimmten Winkel aufgestellt werden. Dadurch wird die natürliche Haltung der Arme und Hände beim Tippen gefördert. Ggf. musst Du die Tischhöhe dann etwas absenken. Das Tippen wird sich aber dadurch wesentlich angenehmer anfühlen.
  • Bildschirmposition ggf. anpassen
    Da Du auf einem Bürohocker normalerweise höher sitzt und die Schreibtischhöhe ggf. niedriger ist im Verhältnis zur Sitzhöhe beim Bürostuhl, muss auch die Bildschirmposition angepasst werden. Das heißt, der ergonomische Bildschirm muss in der Höhe und Neigung verändert werden, damit ein angenehmer Blickwinkel entsteht. Dabei sollte der obere Bildschirmrand etwa auf Höhe der Augen liegen. Der Neigungswinkel ist dann optimal, wenn die leicht nach unten gesenkte Blickachse rechtwinklig auf das Display fällt. Hierfür kann der Bildschirm um bis zu 35° nach hinten geneigt werden.
  • Dynamisches Sitzen (mit Abwechslung)
    Die gesunde, aufrechte Sitzhaltung und die ständige kleinsten Bewegungen, die dazu führen, dass der Oberkörper in Balance bleibt, werden bei einigen Sitzhockern noch in positiver Weise getoppt. Besonders bei Pendel-, Aktiv- und Kniehockern wird man zusätzlich dazu animiert, sehr aktiv dynamisch zu sitzen. So gesund dies jedoch ist, der Körper benötigt zwischendurch auch mal Entspannungsphasen. Und so ist es empfehlenswert, regelmäßig zwischen Hocker und Bürostuhl mit Arm- und Rückenlehne zu wechseln.
  • Übungen in den Arbeitsalltag integrieren
    Langes Sitzen und konzentriertes Arbeiten am Schreibtisch kann auch mit den besten Sitzmöbeln sehr erschöpfend sein. Deshalb ist es sinnvoll und wichtig, regelmäßig Pausen zu machen. Noch besser, wenn eine Pause zur bewegten Pause wird. Viele der oben vorgestellten Hocker lassen sich auch optimal als Fitnesshocker in einzelne Übungen integrieren – direkt am Schreibtisch oder im leeren Konferenzraum nebenan. Die Fitnessübungen können intuitiv sein. Besser ist es jedoch, wenn anfangs unter Anleitung eines Trainers oder einer Trainerin geübt wird.

Vor- und Nachteile eines Bürohockers

Vorteile

  • Klein, leicht und platzsparend
    Egal welche Art von Bürohocker verwendet wird, alle haben gemein, dass sie sowohl kompakt im Design, relativ leicht und vor allem platzsparend sind.
  • Hohe Bewegungsfreiheit
    Alleine die fehlenden Rücken- und Armlehnen garantieren dem Rumpf und Oberkörper eine sehr hohe Bewegungsfreiheit. Verstärkt wird diese durch die unterschiedlichen Sitzkonzepte. So regen besonders die Pendelhocker, Aktiv- bzw. 3D-Hocker und Kniehocker mit geschwungenen Kufen sehr aktiv zu mehr Bewegung beim Sitzen an.
  • Gesunde Sitzhaltung
    Das Gute am Sitzhocker fürs Büro ist, dass fast automatisch eine aufrechte Haltung eingenommen wird. Denn gerade wegen der fehlenden Rückenlehne fällt es schwerer, einen Rundrücken zu machen und so in die typische Schonhaltung zu verfallen. Ohne wirklich daran denken zu müssen, werden auch die tieferliegenden Muskeln angesprochen. Der Körper richtet sich auf und versucht eine Balance zu finden und zu halten (ständige Mikrobewegungen).
  • Bringt Abwechslung in den Sitzalltag
    Wenn sie nicht ausdrücklich für einen 8h-Arbeitstag empfohlen werden, sind Bürohocker normalerweise als Ergänzung zum Bürostuhl im Einsatz. Alleine die Möglichkeit zu besitzen, mal hier und mal da sitzen zu können und dabei unterschiedliche Sitzhaltungen einnehmen zu können, steigert das Wohlbefinden enorm. Die Abwechslung ist gut für die Psyche, aber vor allem natürlich für die körperliche Gesundheit.
  • Trainingseffekt
    Sitzhocker im Büro garantieren für eine sehr gesunde Dynamik beim Sitzen. Jede noch so kleine Bewegung beansprucht die Muskulatur, vor allem auch die innenliegende. Ein sehr schöner Nebeneffekt ist, dass dies auch zu einem gewissen Trainingseffekt führt. Einige Muskeln werden womöglich das erste Mal in einem sehr gesunden Maß angesprochen. Es kommt zu einer Stärkung der Bauch- und Rumpfmuskulatur. Der Kreislauf und die Blutzirkulation werden angeregt, Verspannungen werden weniger. Hört sich gut an, oder nicht?

Nachteile

  • Weniger oder nicht geeignet bei bestimmten gesundheitlichen Beschwerden
    Wenn Du unter einem Bandscheibenvorfall, Skoliose oder sonstigen orthopädischen Beeinträchtigungen leidest, sind einige Arten von Bürohockern weniger oder gar nicht geeignet. Die Belastungen durch das sehr bewegte Sitzen wäre in den bestimmten Körperregionen z. T. unerträglich.
    Hier solltest Du lieber auf gezielte Alternativen ausweichen. So z. B. ein orthopädischer Bürostuhl, der individuell auf Deine Beeinträchtigungen angepasst werden kann.
  • Nicht geeignet für lange Arbeitstage
    Wie schon erwähnt, wenn der Sitzhocker nicht ausdrücklich für einen 8h-Arbeitstag empfohlen wird, sollte er auch nur die maximal empfohlene Nutzungsdauer verwendet werden. Oft liegt diese bei 2-4 Stunden am Tag. Warum ist dies so? Vor allem aufgrund der fehlenden Lehnen. Nur mit einer guten Rückenlehne und bestenfalls auch mit Armlehnen kann eine zeitweise Entlastung stattfinden.
    Zu einigen oben vorgestellten Modellen gibt es auch zusätzlich eine Rückenlehne zu erwerben – z. B. beim Variable balans. Ansonsten wäre womöglich ein AktivSTUHL oder ein SattelSTUHL, jeweils mit Rückenlehne, eine sinnvollere Alternative.

Was Du tun kannst, wenn gesundheitliche Beschwerden bestehen, ein Sitzhocker aber dennoch infrage kommt: der Bürohocker „auf Rezept“. Ja, es gibt die Möglichkeit, die Kosten teilweise oder vollständig erstattet zu bekommen.

Um eine Erstattung bzw. Bezuschussung für einen ergonomischen Bürohocker zu bekommen, solltest Du jedoch ein paar Dinge beachten. Wenn der Arbeitgeber die Kosten nicht übernimmt, solltest Du Dir, wenn möglich, zuerst ein Attest vom Arzt holen. Anschließend lässt Du Dich beraten (z. B. in einem Fachgeschäft vor Ort), suchst das für Dich beste Modell heraus und lässt Dir ein Angebot erstellen. Mit diesen Dokumenten kannst Du dann einen Antrag bei dem für Dich zuständigen Kostenträger (Rentenversicherung, Berufsgenossenschaft, Agentur für Arbeit oder Landeswohlfahrtsverband) stellen.

Häufig gestellte Fragen

Pendelhocker/ Sitzhocker fürs Büro
Was willst Du wissen? Die häufigsten Fragen über Sitzhocker fürs Büro
  • Ergonomischer Bürohocker oder Bürostuhl?
    Wenn Du bis hierher gelesen hast, kannst Du Dir die Frage bestimmt selbst beantworten. Es kommt auf die Art des Sitzhockers an. Wenn der Hersteller nicht explizit darauf hinweist, dass er für eine Nutzungsdauer von bis zu 8h geeignet ist, sollte er nur als wirklich sinnvolle Ergänzung zum Bürostuhl genutzt werden. Heute geht der Trend zum „Zweitstuhl“ ;-).
    Das Sitzverhalten der beiden Sitzmöbel ist teilweise sehr unterschiedlich. Und genau diese Abwechslung, diese Dynamik fördert eine sehr gesunde Arbeitshaltung. Also: Denk nicht darüber nach, ob entweder oder, sondern integriere beide in Dein Büro bzw. Homeoffice!
  • Bürohocker mit oder ohne Rollen?
    Stell Dir die Frage, welche Tätigkeiten am Schreibtisch Du hauptsächlich verrichtest. Benötigst Du mehr Platz, ist Dein Schreibtisch größer, breiter oder nutzt Du sogar zwei, drehst und bewegst Du Dich öfters zum Regal oder Schrank? Dann ist ein Sitzhocker mit Rollen definitiv die bessere Wahl. Wenn Du aber eher die üblichen Bürotätigkeiten am Computer erledigst, ist ein feststehender Bürohocker ohne Rollen ggf. besser geeignet. Bei einigen Arten ist sogar trotz des festen Stands eine höhere Dynamik beim Sitzen möglich. So bspw. bei Pendelhockern, Kniehockern oder Aktivhockern.
  • Bürohocker mit oder ohne Lehne – Rückenlehne und Armlehne?
    Wie eingangs erwähnt, sind Sitzhocker fürs Büro im Normalfall ganz ohne Lehnen ausgestattet. Es gibt zwar keine konkrete Definition, aber das ist der große Unterschied zum Stuhl.
    Die fehlenden Armlehnen und der Verzicht auf die Rückenlehne sind es, die eine gesunde Sitzhaltung ermöglichen. Der Körper richtet sich automatisch auf, da es viel unangenehmer ist, eine Schonhaltung einzunehmen. Und zuletzt wird nur ohne Lehne eine solch hohe Bewegungsfreiheit im Oberkörper garantiert.
    Um jedoch zwischenzeitlich auch entspannt sitzen zu können, sollte unbedingt eine Rückenlehne vorhanden sein. Deshalb ist es so sinnvoll, zwischen Bürohocker und Bürostuhl abzuwechseln.
  • Ich möchte Geld sparen, was kann ich tun?
    Qualitat hat ihren Preis. Die oben aufgelisteten Empfehlungen zählen einerseits zu den ergonomisch besten, aber andererseits auch zu den qualitativ besten. Das heißt, sie sind oft nicht ganz billig. Wenn Du etwas Geld sparen möchtest, gibt es natürlich die bekannten Möglichkeiten. Z. B. den Bürohocker gebraucht kaufen. Bei ebay oder ebay Kleinanzeigen gibt es einige günstige Angebote. Zum Teil sind die Modelle fast ungenutzt. Aber nicht immer wird noch eine Garantie vorhanden sein. Und dennoch, ein gebrauchter Sitzhocker ist definitiv eine Überlegung wert, außerdem sehr nachhaltig.
    Es gibt natürlich auch Bürohocker von Ikea. So bspw. der Nilserik, Lidkullen oder Trollberget. Auch diese sind z. T. vergleichsweise günstiger als die Top-Modelle. Und das Tolle ist, Du kannst sie direkt bei Ikea testen.
    Bürohocker vom Discounter Aldi oder Lidl waren auch schonmal im Sortiment. Und nur, weil sie dort angeboten werden, heißt es nicht, dass die Produkte schlecht sein müssen. Schau vor dem Kauf einfach auf die oben aufgeführte Anforderungen und vergleiche diese mit dem angebotenen Sitzhockern. So kannst Du recht gut entscheiden, ob sich der Kauf lohnt.
  • Mein Sitzhocker quietscht, was kann ich tun?
    Es kommt natürlich darauf an, welcher Sitzhocker im Einsatz ist. Oft kommt das Quietschen aber von gelockerten Schrauben. Deshalb ist zu empfehlen, diese regelmäßig zu kontrollieren und ggf. nachzuziehen – besonders bei Holzhockern wie bspw. die Kniehocker.
  • Kann ich meinen Bürohocker neu beziehen (lassen)?
    Der Bezug ist meist das erste, was Gebrauchsspuren zeigt. Wenn diese irgendwann zu weit fortgeschritten und sogar erste Löcher zu sehen sind, lohnt sich die Überlegung einer Reparatur. Kontaktiere bestenfalls zuerst den Service des Herstellers selbst. Entweder gibt es die Möglichkeit, den Sitz samt Polster und Bezug komplett auszutauschen oder er wird neu bezogen. Der Service wird Dich an ein entsprechendes Fachgeschäft verweisen oder gibt Dir den Tipp für eine gute Polsterei. Womöglich kennst Du ja schon selbst eine, bei der Du den Sitz neu beziehen lassen kannst?
  • Woher bekomme ich Ersatzteile?
    Wenn Du weißt, um welches Ersatzteil es sich handelt, kannst Du selbst tätig werden. Schau bei den gängigen Online-Marktplätzen oder besuche ein Fachgeschäft vor Ort. Eine ander Möglichkeit ist, direkt bei der Herstellerfirma nachzufragen. Ersatzteile sind dort aber meist etwas teuerer.
  • Bürohocker selber bauen, geht das?
    Schwierig. Zuerst musst Du wissen, welche Art bzw. welches Modell Du bauen möchtest. Viele der hier vorgestellten sind jedoch relativ komplex in ihrer Funktion und bergen ein sehr hohes technisches Knowhow in sich. Wenn Du aber handwerklich begabt bist und schon genaue Vorstellungen vom DIY-Bürohocker hast, dann los!
    Ein Werkstatthocker selber bauen ist wesentlich einfacher. Auch deshalb, weil jener einen etwas anderen Zweck hat und weniger auf dynamische Sitzeigenschaften geachtet wird. Im Netz gibt es einige DIY-Anleitungen für Werkstatthocker.
  • Ist der Sitzball eine gute Alternative zum Bürohocker?
    Der Gymnastikball, Pezziball oder einfach nur Sitzball war vor einer Weile eine sehr beliebte Sitzalternative zum Bürostuhl. Heute weiß man, dass er im Vergleich zum Bürohocker eher weniger als Alternative geeignet ist. Denn der Sitzball sollte in erster Linie als Trainingsgerät gesehen werden. Während des Sitzens muss der Körper ständig Ausgleichsbewegungen verrichten, um in Balance zu bleiben. Dies ist zwar gesund, aber auf Dauer sehr ermüdend. Ein Sitzball kann im Büro verwendet werden, sollte aber nur sehr gezielt und bewusst eingesetzt werden.
  • Ist ein Sitzhocker mit Stauraum sinnvoll?
    Der Sitzhocker mit Stauraum scheint zwar praktisch, ist jedoch nicht empfehlenswert, wenn eine ergonomische Sitzalternative zum Bürostuhl gesucht wird. Er ist oft in der Art eines Rollcontainers ausgeführt und wird mit einem gepolsterten Sitz bestückt. Wird er nicht benötigt, agiert er als Stauraum unter oder neben dem Schreibtisch. Will man ihn als Sitzgelegenheit nutzen, wird er einfach hergezogen. Das Problem: Sitzen ist alles andere als ergonomisch. Denn meistens lassen sich diese Hocker nicht in der Höhe einstellen und die Sitzposition insgesamt ist schlecht. Deshalb: eher keine Empfehlung!

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Vielen Dank für Deine Unterstützung,
Stefan

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