Ergonomie am Arbeitsplatz:
So arbeitest du gesünder und entspannter

Ob im Büro oder Homeoffice, hier findest du alles Wichtige für deinen Einstieg.

Beispiele für ergonomische Arbeitsplatzgestaltung mit Bürostuhl, Schreibtisch, Tastatur, Maus und alternative Sitzmöbel wie Bürohocker.

Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz kann körperliche und mentale Belastungen reduzieren und dazu beitragen, dass du angenehmer und konzentrierter arbeitest.

Auf dieser Seite erfährst du, was Ergonomie am Arbeitsplatz bedeutet, worauf es bei der Einrichtung ankommt und was du selbst verbessern kannst. Dazu findest du einen kurzen Schnellcheck, die wichtigsten Grundlagen und weiterführende Ratgeber zu den einzelnen Themen.

Wie ergonomisch ist dein Arbeitsplatz?

Was bedeutet Ergonomie am Arbeitsplatz?

Ganz einfach gesagt bedeutet Ergonomie am Arbeitsplatz: Der Arbeitsplatz sollte sich an den Menschen anpassen, jedoch nicht umgekehrt.

Dabei geht es um deutlich mehr als einen guten Bürostuhl oder die richtige Schreibtischhöhe. Zur Ergonomie gehören auch Bildschirm, Tastatur und Maus sowie weitere Arbeitsmittel. Ebenso wichtig sind die Arbeitsumgebung (z. B. Beleuchtung, Blendung, Platzbedarf, Raumklima, Lärm) und die Arbeitsorganisation (z. B. Abläufe, Pausen, Abwechslung, Belastungsspitzen).

Neben den eigentlichen Bedingungen am Arbeitsplatz spielt dabei auch das eigene Verhalten eine wichtige Rolle. Fachlich wird hier zwischen Verhältnisprävention und Verhaltensprävention unterschieden. Zur Verhältnisprävention gehört bspw. ein passend eingerichteter Arbeitsplatz. Bei der Verhaltensprävention geht es dagegen darum, wie du selbst arbeitest. So zum Beispiel um Pausen und einen regelmäßigen Wechsel der Arbeitshaltung.

Welche Vorteile kann gute Ergonomie am Arbeitsplatz haben?

Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz kann dazu beitragen,

  • körperliche Belastungen und ungünstige Beanspruchungen zu reduzieren,
  • körperlicher und mentaler Ermüdung entgegenzuwirken,
  • Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit zu unterstützen,
  • Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit zu fördern.

Auch Unternehmen können von einer guten Arbeitsplatzergonomie profitieren, zum Beispiel durch

  • weniger arbeitsbedingte Belastungen und möglicherweise geringere Fehlzeiten,
  • bessere Voraussetzungen für produktives und qualitativ gutes Arbeiten,
  • zufriedenere und leistungsfähige Beschäftigte,
  • eine gesundheitsorientierte und attraktive Arbeitsumgebung.

Wichtig ist aber auch: Ergonomie allein ist keine Garantie dafür, beschwerdefrei zu bleiben. Rückenschmerzen, Nackenbeschwerden oder andere körperliche Probleme können viele Ursachen haben. Auch Bewegung außerhalb der Arbeit, körperliche Voraussetzungen, Stress, Schlaf und weitere Faktoren können eine Rolle spielen.

Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz kann also Belastungen im Arbeitsalltag reduzieren und gute Voraussetzungen für gesundes Arbeiten schaffen – er ist aber immer nur ein Teil des Gesamtbildes.

Wenn du noch genauer wissen möchtest, was hinter dem Begriff steckt, findest du in meinem Ratgeber Was ist Ergonomie? weitere Grundlagen.

Schnellcheck: Wie ergonomisch ist dein Arbeitsplatz?

Nimm dir kurz Zeit und geh die folgenden Punkte durch. So siehst du schnell, was an deinem Arbeitsplatz schon gut passt und wo du noch etwas verbessern kannst.

  • Sitzhöhe
    Deine Füße stehen vollflächig auf dem Boden und die Knie sind ungefähr auf Hüfthöhe (Kniewinkel etwa 90° oder etwas mehr). Deine Beine fühlen sich entspannt an.
  • Sitztiefe und Rückenlehne
    Du kannst dich gut anlehnen, ohne dass die Vorderkante der Sitzfläche in deine Kniekehlen drückt (es sollten etwa 2–3 Finger Platz bleiben).
  • Schreibtischhöhe
    Deine Schultern bleiben entspannt und du kannst deine Unterarme bequem auf dem Tisch oder den Armlehnen ablegen.
  • Beinfreiheit
    Unter dem Schreibtisch ist genügend Platz, damit du die Beine frei bewegen und deine Sitzposition verändern kannst.
  • Bildschirm
    Der Monitor steht gerade vor dir, in einem angenehmen Abstand und so hoch, dass dein Blick auf den Bildschirm leicht nach unten gerichtet ist.
  • Maus & Tastatur
    Die Tastatur liegt nah an der Tischkante und die Maus direkt daneben. So musst du weniger nach vorne oder zur Seite greifen.
  • Beleuchtung
    Dein Arbeitsplatz ist ausreichend hell. Fenster und Leuchten blenden dich nicht und verursachen möglichst keine störenden Spiegelungen auf dem Bildschirm.
  • Bewegung
    Du bleibst nicht über längere Zeit in derselben Haltung, sondern stehst regelmäßig auf und bewegst dich zwischendurch.

Wenn du merkst, dass bei einem oder mehreren Punkte noch etwas nicht passen sollte, zeige ich dir im nächsten Abschnitt Schritt für Schritt, worauf du beim ergonomischen Einrichten deines Arbeitsplatzes achten solltest.

Möchtest du deinen Büroarbeitsplatz noch ausführlicher überprüfen, findest du in meiner Ergonomie-Checkliste weitere Punkte zum Abhaken.

Die 8 wichtigsten Punkte für einen ergonomischen Arbeitsplatz

Einen großen Teil deines Arbeitsplatzes kannst du selbst ergonomisch einrichten. Entscheidend ist dabei, dass Bürostuhl, Schreibtisch, Bildschirm und weitere Arbeitsmittel zu dir und deiner Tätigkeit passen.

In den folgenden acht Punkten zeige ich dir kompakt, worauf du dabei besonders achten solltest. Wenn du bei einem Thema genauer einsteigen möchtest, findest du direkt im Text die passenden Ratgeber und Anleitungen.

Wenn du deinen Arbeitsplatz gerade neu zusammenstellst und noch wissen möchtest, was du dafür überhaupt brauchst, findest du in meinem Ratgeber zur Grundausstattung fürs Büro und Homeoffice die wichtigsten Arbeitsmittel und sinnvollen Ergänzungen.

Möchtest du dagegen deinen kompletten Bildschirmarbeitsplatz ergonomisch einrichten, findest du in meiner ausführlichen Anleitung alle wichtigen Einstellungen und Schritte in der richtgen Reihenfolge.

1. Schreibtisch richtig aufstellen

Person zeigt die ergonomische Sitzhaltung mit dem Interstuhl PURE Fashion
Der Schreibtisch sollte so positioniert sein, dass keine harten Lichtkontraste entsehen sowie störende Blendung bzw. Reflexion vermieden werden.

Schau beim Aufstellen des Schreibtisches zuerst darauf, wo sich die Fenster befinden. Bei einem Bildschirmarbeitsplatz sollte deine Blickrichtung möglichst parallel zur Fensterfront verlaufen. Das Tageslicht fällt dann von der Seite auf deinen Arbeitsplatz.

Vermeide es möglichst, direkt auf ein Fenster zu schauen oder das Fenster unmittelbar im Rücken zu haben. So lassen sich starke Helligkeitsunterschiede, Blendung und störende Reflexionen auf dem Bildschirm reduzieren.

Lässt sich der Schreibtisch im Raum nicht optimal aufstellen, können Jalousien oder Rollos helfen, den Lichteinfall zu regulieren. Worauf du außerdem achten solltest, erfährst du in meinem Ratgeber zur Beleuchtung am Arbeitsplatz.

2. Bürostuhl richtig einstellen

Bürostuhl richtig einstellen
Neben der richtigen Einstellung ist es auch wichtig, dass du deine Sitzhaltung regelmäßig wechselst.

Wichtig: Die Einstellung des Bürostuhls kommt vor dem Tisch. Passe den Stuhl deshalb zuerst an deinen Körper an und kümmere dich anschließend um die richtige Schreibtischhöhe.

Beginne mit der Sitzhöhe. Deine Füße sollten vollständig auf dem Boden stehen und Ober- und Unterschenkel ungefähr einen rechten Winkel oder etwas mehr bilden. Stelle danach die Sitztiefe so ein, dass du dich an die Rückenlehe anlehnen kannst und zwischen Sitzkante und Kniekehlen noch etwas Platz bleibt.

Passe anschließend Rückenlehne bzw. Lordosenstütze so an, dass dein unterer Rücken angenehem unterstützt wird. Die Armlehnen sollten deine Unterarme aufnehmen können, ohne dass du dafür die Schultern hochziehen musst.

Wie du auch die weiteren Einstellungen deines Bürostuhls richtig einstellst, zeige ich dir ausführlich in meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung. Wenn du wissen möchtest, welche Eigenschaften und Einstellmöglichkeiten ein ergonomischer Bürostuhl haben sollte, findest du dazu ebenfalls eine eigenen Ratgeber (mit eigenen Testberichten und gezielten Empfehlungen).

3. Schreibtischhöhe einstellen

Ergotopia Desktopia Pro – Collage mit 3 Bildern
Mit einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch wird per Knopfdruck die optimale Sitz- bzw. Stehhöhe angefahren (hier: Ergotopia Desktopia Pro X (Test)).

Erst wenn der Stuhl passt, stellst du die Schreibtischhöhe ein. Hier kannst du dich ungefähr am Niveau der Armlehnen orientieren. Die Höhe ist richitg eingestellt, wenn du mit entspannten Schultern arbeiten und deine Unterarme bequem ablegen kannst. In den Ellenbogen ergibt sich dabei ungefähr ein rechter Winkel oder etwas mehr.

Achte außerdem darauf, dass du unter dem Schreibitsch genügend Platz für deine Beine hast. Rechner, Schubladencontainer oder andere Gegenstände sollten dich nicht dabei einschränken, deine Sitzposition zu verändern.

Bei einem höhenverstellbaren Schreibtisch kannst du regelmäßig zwischen Sitzen und Stehen wechseln. Im Stehen gilt übrigens dasselbe Prinzip: Stell die Arbeitsfläche so ein, dass deine Schultern locker bleiben und deine Unterarme entspannt aufliegen können.

Wie du die passende Höhe für das Sitzen, Stehen und ggf. auch für das Stehsitzen (unterstütztes Stehen) findest und auf was du sonst noch achten solltest, zeige ich dir ausführlicher in meinem Ratgeber Schreibitsch richtig einstellen. Worauf es bei der Auswahl eines ergonomischen Schreibtischs ankommt, erfährst du in meinem entsprechenden Grundlagen-Ratgeber (ebenfalls mit Testberichten und Empfehlungen).

4. Bildschirm richtig positionieren

Collage aus 3 Bildern: links ist der Ergotron LX Monitor-Arm ohne Display, rechts mit zu sehen.
Mit einem flexiblen Monitorarm ist eine sehr einfache und individuelle Bildschirmpositionierung möglich (hier: Ergotron LX (Test)).

Stell den Bildschirm möglichst zentral vor dir auf. So musst du den Kopf beim Arbeiten nicht dauerhaft zur Seite drehen. Beim Abstand kannst du dich ungefähr an einer Armlänge orientieren. Wichtig ist vor allem, dass du die Inhalte gut erkennen kannst, ohne dich nach vorne zu lehnen.

Auch die Höhe sollte zu deiner natürlichen Blickrichtung passen. Stell den Monitor so ein, dass dein Blick leicht nach unten auf die Bildschirmfläche fällt. Ist der Bildschirm neigbar, kannst du ihn zusätzlich etwas nach hinten neigen und so besser an deinen Blickwinkel anpassen.

Lässt sich dein Bildschirm mit dem vorhandenen Standfuß nicht gut positoinieren oder möchtest du ihn flexibler verstellen, kann eine Monitorhalterung bzw. ein Monitorarm sinnvoll sein. Worauf es bei einem ergonomischen Bildschirm außerdem ankommt, zeige ich dir in meinem ausführlichen Ratgeber.

5. Tastatur und Maus richtig platzieren

Geteilte Tastatur – Person zeigt ergonomische Sitzhaltung mit eingedrehten Bürostuhl-Armlehnen zur Armauflage
Mit einer geteilten Tastatur inkl. Handballenauflage ist wesentlich entspannteres Tippen möglich (hier: Logitech ERGO K860 (Test))

Tastatur und Maus sollten so liegen, dass du deine Arme nicht ständig nach vorne oder zur Seite strecken musst. Platziere die Tastatur deshalb nah genug vor dir und die Maus direkt daneben. Deine Schultern sollten dabei entspannt bleiben und die Unterarme locker auf den Armlehnen deines Bürostuhls aufliegen können.

Eine ergonomische Tastatur oder ergonomische Maus kann zusätzlich sinnvoll sein, wenn sie besser zu deinen persönlichen Bedürfnissen und deiner Arbeitsweise passt. Wichtig ist aber auch hier die richtige Positionierung. Selbst ein ergonomisch geformtes Eingabegerät bringt wenig, wenn du dafür ständig ungünstig greifen musst.

Sonderfall: Laptoparbeitsplatz

Bei einem Laptop sind Bildschirm und Tastatur fest miteinander verbunden. Dadurch lassen sich eine gute Bildschirmposition und eine angenehme Position der Tastatur nicht gleichzeitig einstellen.

Wenn du regelmäßig längere Zeit am Laptop arbeitest, ist ein separater Monitor deshalb die bessere Lösung. Alternativ kannst du den Laptop mit Hilfe eines Laptopständers erhöht aufstellen und eine externe Tastatur und Maus verwenden. So kannst du Bildschirm und Eingabegeräte unabhängig voneinander passend positionieren.

Worauf du dabei noch achten solltest, zeige ich dir ausführlich in meinem Ratgeber zum ergonomischen Laptoparbeitsplatz.

6. Die richtige Arbeitsplatzbeleuchtung

Eine gute Arbeitsplatzbeleuchtung sollte ausreichend hell, möglichst gleichmäßig und blendfrei sein. Nutze vorhandenes Tageslicht und ergänze es bei Bedarf durch künstliche Beleuchtung. Vermeide dabei zu große Helligkeitsunterschiede zwischen Arbeitsfläche, Bildschirm und der restlichen Umgebung.

In der Praxis ist eine Kombination aus einer gleichmäßigen Raumbeleuchtung (indirekte und direkte Beleuchtung) und einer zusätzlichen Schreibtischleuchte sinnvoll. So kannst du die Arbeitsfläche gezielt heller ausleuchten, ohne dass der Rest des Raums im Verhältnis dazu zu dunkel bleibt.

LED-Schreibtischleuchte – verschiedene Modelle am Schreibtisch
LED-Schreibtischleuchten gibt es für jeden Geschmack und jeden Einsatzzweck.

Tipp: Die Schreibtischleuchte kannst du so positionieren, dass deine Schreibhand keinen störenden Schatten erzeugt – schreibst du mit rechts, positionierst du die Leuchte links. Wenn auf dem Schreibtisch wenig Platz ist oder du vor allem den Bereich direkt vor dem Bildschirm ausleuchten möchtest, kann eine Monitorlampe die praktische Alternativ oder Ergänzung sein. Sie sitzt direkt auf dem Monitorgehäuse und benötigt deshalb keine zusätzliche Stellfläche.

Insgesamt solltest du darauf achten, dass Leuchten nicht blenden und sich das Licht nicht störend auf dem Bildschirm oder anderen glänzenden Flächen spiegelt.

Was bei Beleuchtungsstärke, Lichtfarbe, Blendung und der Kombination aus Tages- und Kunstlicht wichtig ist, erkläre ich ausführlich in meinem Ratgeber zur ergonomischen Beleuchtung am Arbeitsplatz.

7. Sinnvolles ergonomisches Zubehör

Zubehör ist dann sinnvoll, wenn es ein konkretes Problem löst. Du musst deinen Arbeitsplatz also nicht mit möglichst vielen ergonomischen Hilfsmitteln ausstatten. Entscheidend ist, was du an deinem Arbeitsplatz tatsächlich benötigst.

Arbeitest du häufig mit Papierunterlagen, kann ein Dokumenenthalter den Blickwechsel zwischen Dokument und Bildschirm ergonomischer gestalten. Je nach Ausführung befindest sich die Vorlage beispielsweise direkt zwischen Tastatur und Bildschirm oder seitlich neben dem Monitor. Dadurch musst du den Kopf beim Wechsel zwischen Dokument und Bildschirm weniger stark senken oder drehen.

In-Line-Dokumentenhalter: 3 Modelle am Schreibtisch
Mit einem In-Line-Dokumentenhalter ist alles in einer Flucht.

Eine Fußstütze ist sinnvoll, wenn deine Füße beim Sitzen nicht vollständig und sicher auf dem Boden stehen können. Sie schafft dann eine zusätzliche Auflagefläche und gibt den Füßen den nötigen Halt. Besser ist es allerdings, wenn sich Bürostuhl und Schreibtisch so anpassen lassen, dass deine Füße ohne Fußstütze vollflächig auf dem Boden stehen können.

Wenn du häufiger im Stehen arbeitest, kann eine Anti-Ermüdungsmatte fürs Büro sinnvoll sein. Ihr elastischer und dämpfender Untergrund gibt beim Stehen leicht nach und kann die Belastung für Füße, Beine und Rücken gegenüber einem harten Boden reduzieren. Dadurch kann längeres Stehen weniger ermüdend sein. Die Matte erstetzt aber nicht den regelmäßigen Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Bewegung.

Weitere Hilfsmittel findest du in meiner Kategorie Bürozubehör.

8. Regelmäßig bewegen und Haltung wechseln

Auch ein gut eingerichteter Arbeitsplatz bringt wenig, wenn du über längere Zeit in derselben Haltung bleibst. Versuche deshalb, deine Sitzposition regelmäßig zu verändern – Stichwort: dynamisches Sitzen –, zwischendurch aufzustehen und aktiv Bewegung in deinen Arbeitsalltag einzubauen.

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch kann dabei helfen, häufiger zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln. Dauerhaftes Stehen ist aber genauso wenig das Ziel wie dauerhaftes Sitzen. Entscheidend ist die Abwechslung.

Nutze außerdem kleine Gelegenheiten für Bewegung: Geh beim Telefonieren ein paar Schritte, hol dir regelmäßig etwas zu trinken oder steh für kurze Aufgaben bewusst auf.

Wenn du noch mehr Abwechslung in deinen Sitzalltag bringen möchtest, können auch Bürostuhl-Alternativen interessant sein. Dazu gehören zum Beispiel ein Aktivstuhl oder ein ergonomischer Bürohocker.

Person sitzt auf Sitzhocker, pendelt nach links und rechts
Mit dem Interstuhl UP Sitzhocker (Test) sind ganz feine Pendelbewegungen möglich.

Welche Regeln gelten für einen ergonomischen Arbeitsplatz?

Bei der Ergonomie am Arbeitsplatz geht es nicht nur um Empfehlungen. Arbeitgeber sind verpflichtet, die Arbeits so zu gestalten, dass Gefährdungen für die körperliche und psychische Gesundheit vermieden oder zumindest so gering wie möglich gehalten werden. Welche Maßnahmen notwendig sind, muss unter anderem über die Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze sind vor allem folgende Regelwerke wichtig.

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG):
    Es bildet die allgemeine Grundlage für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Dazu gehört auch die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen.
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV):
    Sie enthält konkrete Anforderungen an Arbeitsstätten. Im Anhang finden sich unter anderem Vorgaben für Bildschirmarbeitsplätze und die verwendeten Arbeitsmittel.
  • Teschnische Regeln für Arbeitsstätten (ASR):
    Sie konkretisieren die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung. Für Bildschirmarbeit ist insbesondere die ASR A6 „Bildschirmarbeit“ wichtig. Weitere ASR betreffen zum Beispiel Beleuchtung, Raumabmessungen und Bewegungsflächen.
    Hält sich ein Arbeitgeber an die einschlägigen ASR, kann er davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung erfüllt sind. Andere Lösungen sind möglich, müssen aber mindestens die gleiche Sicherheit und den gleichen Gesundheitsschutz erreichen.
  • DGUV-Regelwerk und weitere Empfehlungen:
    Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und die Berufsgenossenschaften stellen zusätzliche Informationen und Praxishilfen bereit, mit denen sich die Anforderungen auf konkrete Arbeitsplätze übertragen lassen.

Beim Homeoffice kommt es darauf an, wie der Arbeitsplatz zu Hause organisiert ist. Ein fest eingerichteter Telearbeitsplatz ist in der Arbeitsstättenverordnung ausdrücklich geregelt. Dafür muss der Arbeitgeber unter anderem einen Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich fest einrichten und die benötigte Ausstattung bereitstellen.

Anders sieht es aus, wenn du ihm Rahmen von mobilem Arbeiten gelegentlich oder regelmäßig von zu Hause arbeitest. Solche Arbeitsplätze unterliegen nicht in gleicher Weise der Arbeitsstättenverordnung. Das bedeutet aber nicht, dass Arbeitsschutz und Ergonomie dort keine Rolle spielen: Die allgemeine Pflichten des Arbeitgebers zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit gelten weiterhin.

Wenn du genauer wissen möchtest, welche Gesetze, Arbeitsstättenregeln, Normen und Empfehlungen für ergonomische Arbeitsplätze wichtig sind, findest du in meinen Ergonomie-Grundregeln eine ausführliche Übersicht.

Wer hilft bei Fragen zur Ergonomie am Arbeitsplatz?

Wenn an deinem Arbeitsplatz etwas nicht passt oder du Beschwerden bei der Arbeit bemerkst, gibt es verschiedene Stellen, an die du dich wenden kannst. Wer der richtige Ansprechpartner ist, hängt davon ab, worum es konkret geht:

  • Arbeitgeber:
    Sie sind meist die erste Anlaufstelle, wenn es um die Ausstattung oder Gestaltung deines Arbeitsplatzes geht. Das kann zum Beispiel ein ungeeigneter Bürostuhl, ein nicht passender Schreibtisch oder ein Problem mit der Beleuchtung sein.
  • Betriebsarzt / Fachkraft für Arbeitssicherheit:
    Er kann gesundheitliche Beschwerden im Zusammenhang mit der Arbeit beurteilen und Empfehlungen für die Gestaltung des Arbeitsplatzes geben.
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit:
    Sie unterstützt den Arbeitgeber bei Fragen zum Arbeitsschutz und kann auch dabei helfen, ergonomische Probleme am Arbeitsplatz zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu finden.
  • Betriebsrat oder Personalrat:
    Gibt es eine Arbeitnehmervertretung, kannst du dich auch dorthin wenden. Sie kann deine Anliegen gegenüber dem Arbeitgeber aufgreifen und dich bei Fragen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz unterstützen.
  • Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse:
    Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung beraten Unternehmen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und stellen viele praktische Informationen zur ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung bereit.
  • Krankenkassen:
    Auch Krankenkassen bieten Informationen und teilweise Programme rund um Prävention, Bewegung und gesundes Arbeiten an.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) ist dagegen weniger eine persönliche Beratungsstelle für einzelne Beschäftigte. Sie stellt vor allem wissenschaftlich fundierte Informationen, Empfehlungen und das technische Regelwerk zum Arbeitsschutz bereit. Viele der Vorgaben und Empfehlungen, auf die ich mich auf dieser Website beziehe, findest du dort im Original.

Je nach gesundheitlicher Situation können außerdem Ärzte, Physiotherapeuten oder andere medizinische Fachpersonen weiterhelfen. Vor allem bei anhaltenden oder stärkeren Beschwerden sollte die Ursache nicht allein am Arbeitsplatz gesucht werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Zuschüsse oder andere Unterstützungen für eine ergonomische Arbeitsplatzausstattung infrage kommen. Welche Stelle zuständig ist, hängt unter anderem von der persönlichen Situation und dem Grund für die benötigte Anpassung ab.

Wie hilfreich sind Ergonomie-Siegel?

Ergonomie-Siegel und Prüfzeichen können dir beim Kauf eine erste Orientierung geben. Wichtig ist aber, genauer hinzuschauen: Nicht jedes Zeichen prüft dasselbe und nicht jedes davon sagt überhaupt etwas über die Ergonomie eines Produkts aus.

Einige Zeichen, die dir bei Büromöbeln und technischen Geräten häufiger begegnen, sind zum Beispiel:

  • GS-Zeichen:
    Das Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ bestätigt vor allem, dass ein Produkt bestimmte Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz erfüllt. Es ist deshalb nicht automatisch ein Nachweis dafür, dass ein Bürostuhl, Schreibtisch oder anderes Produkt ergonomisch gut zu dir passt.
  • TÜV „Ergonomie geprüft“:
    Hier werden tatsächlich ergonomische Eigenschaften und de Gebrauchstauglichkeit eines Produkts geprüft.
  • DGUV Test:
    Je nach Prüfzeichen und Zusatz können bestimmte Eigenschaften hinsichtlich Sicherheit, Gesundheitsschutz und Ergonomie geprüft worden sein.
  • AGR-Gütesiegel:
    Die Aktion Gesunder Rücken zeichnet damit Produkte aus, die nach festgelegten Kriterien als besonders rückengerecht bewertet wurden.
  • TCO Certified:
    Dieses Prüfzeichen findest du vor allem bei Monitoren und anderer IT-Ausstattung. Neben vielen Nachhaltigkeitskriterien spielen dort auch ergonomische Anforderungen eine Rolle.

Das CE-Zeichen ist dagegen kein Qualitäts- oder Ergonomie-Siegel. Es zeigt grundsätzlich an, dass der Hersteller erklärt, die für das Produkt geltenden europäischen Anforderungen einzuhalten.

Auch ein gutes Ergonomie-Siegel kann dir die Kaufentscheidung aber nicht vollständig abnehmen. Ein geprüfter Bürostuhl kann beispielsweise viele sinnvolle Einstellmöglichkeiten besitzen und trotzdem nicht zu deiner Körpergröße oder deinen persönlichen Anforderungen passen. Ähnliches gilt für Schreibtische, Eingabegeräte oder Monitore.

Ich würde ein Siegel deshalb immer als einen von mehreren Anhaltspunkten betrachten. Wichtig sind genauso die individuellen Einstellmöglichkeiten, deine eigenen Anforderungen und – wenn möglich – Erfahrungen aus der praktischen Nutzung.

Was die einzelnen Prüfzeichen genau bedeuten und worauf du bei ihnen achten solltest, erkläre ich ausführlicher in meinem Ratgeber zu Ergonomie-Siegeln und Prüfzeichen.

Ergonomische Produkte im Test

Prüfsiegel und Herstellerangaben können bei der Auswahl helfen. Wie gut ein Produkt tatsächlich funktioniert und für wen es geeignet ist, zeigt sich aber oft erst in der praktischen Nutzung.

Deshalb teste ich Bürostühle, Schreibtische, Mäuse, Tastaturen, Leuchten und weiteres Zubehör selbst. Dabei schaue ich nicht nur auf Ausstattung und Verarbeitung, sondern vor allem auf Ergonomie, Einstellmöglichkeiten und die Nutzung im Arbeitsalltag. Auch mögliche Schwächen und Einschränkungen gehören für mich zu einem vollständigen Test dazu.

Wenn du zu einem getesteten Produkt noch eine Frage hast, kannst du sie direkt unter dem jeweiligen Testbericht stellen. Ich versuche, dort auch auf individuelle Fragen und Anforderungen einzugehen und dir so konkret wie möglich weiterzuhelfen.

Alle bisher getesteten Produkte findest du in meinen Testberichten. Wie ich bei meinen Tests arbeite und mit Kooperationen umgehe, erkläre ich ausführlicher auf meiner Seite Transparenz.

Wer hinter dieser Seite steht

FlexiSpot BS12 Pro im Test, Person sitzt auf dem Bürostuhl

Hi, ich bin Stefan und betreibe ergonomie-am-arbeitsplatz.de. Mein beruflicher Weg führte mich vom Industriemechaniker über ein Maschinenbaustudium bis zum Gesundheitsmanagement. Dadurch bringe ich sowohl einen technischen als auch gesundheitlichen Blick auf das Thema Ergonomie mit.

Mit ergonomischem Arbeiten beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren. Dabei interessiert mich nicht nur die Theorie, sondern vor allem die Frage, wie sich ergonomische Empfehlungen im Büro und Homeoffice tatsächlich umsetzen lassen. Genau darum geht es auch auf dieser Website: Ich möchte die oft recht komplexen Zusammenhänge verständlich erklären und möglichst konkrete Hilfestellungen für den Arbeitsalltag geben.

Bei einigen Themen unterstützt mich mein Bruder Andreas. Als Fitnessökonom und langjähriger Personal Trainer bringt er vor allem sein Wissen zu Bewegung, Training und Prävention ein.

Mehr über mich und meinen Hintergrund

Marken, die ich empfehlen kann

Ich habe inzwischen Produkte vieler verschiedener Hersteller selbst getestet. Die folgenden sechs Marken konnten mich in ihren jeweiligen Bereichen besonders überzeugen und gehören deshalb zu den Herstellern, die ich gerne empfehle. Dabei habe ich bewusst Marken aus unterschiedlichen Bereichen rund um den ergonomischen Arbeitsplatz ausgewählt.

Logo von Marke Interstuhl

Interstuhl gehört für mich zu den stärksten Marken, wenn es um hochwertige Bürostühle und aktives Sitzen geht. Besonders Modelle wie der PURE, EVERY Active und UP haben mich durch ihre Bewegungsfreiheit und das angenehme Sitzgefühl überzeugt.

Logo von Marke Ergotopia

CLOUVOU bietet meiner Erfahrung nach besonders viel Ergonomie fürs Geld. Schon die günstigeren Bürostühle bieten viele sinnvolle Einstellmöglichkeiten, während Modelle wie der MasterSeat auch bei Ausstattung und Verarbeitung einen deutlich höheren Anspruch verfolgen.

Logo von Marke ofinto

Bei ofinto gefallen mir besonders die Kombination aus Ergonomie, schlichtem Design und guter Verarbeitung. Sowohl der Bürostuhl Active als auch der höhenverstellbare Schreibtisch Rise konnten mich in meinen Tests überzeugen.

Logo von Marke FlexiSpot

FlexiSpot bietet eine besonders große Auswahl an höhenverstellbaren Schreibtischen, Bürostühlen und weiterem Zubehör. Ich habe inzwischen zahlreiche Produkte der Marke getestet und dabei vor allem bei den Schreibtischen immer wieder Modelle mit einem guten Verhältnis aus Ausstattung, Qualität und Preis gefunden.

Logo von Marke BenQ

BenQ gehört für mich vor allem bei der Arbeitsplatzbeleuchtung zu den interessantesten Marken. Die verschiedenen ScreenBars und Schreibtischleuchten sind durchdacht konstruiert und haben mich insbesondere bei Lichtqualität, Ausleuchtung und Verarbeitung überzeugt.

Logo von Marke Logitech

Logitech bietet einige meiner bevorzugten ergonomischen Eingabegeräte. Besonders bei Trackball-Mäusen, vertikalen Mäusen und ergonomischen Tastaturen gibt es Modelle, die ich selbst gerne nutze und aufgrund meiner Erfahrungen empfehlen kann.

Wenn du dir weitere Hersteller ansehen möchtest, findest du sie in meiner Markenübersicht.

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Stefan