Jeder Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet (Arbeitsschutzgesetzt (ArbSchG) – Pflichten des Arbeitgebers), die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu schützen und zu fördern. Ergonomie am Arbeitsplatz ist dabei ein sehr wichtiger Punkt, an dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer anpacken können und müssen.

Inhalt



Kosten und Nutzen von Ergonomie am Arbeitsplatz

Vorteile der Ergonomie

Erhalt der Arbeitskraft

  • weniger Belastungen und Beanspruchungen
  • geringere Beschwerden
  • weniger Unfälle
  • weniger Konflikte
  • weniger Fehlzeiten/ AU-Tage
  • Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen und Berufskrankheiten

Steigerung der Produktivität und Effizienz

  • Zufriedenheit steigt
  • Motivation steigt
  • Leistung steigt
  • Produktion steigt
  • Fehler werden weniger
  • Qualität steigt
  • Kundenzufriedenheit steigt

Investition in die Zukunft

  • mit alters- und alternsgerechten Arbeitsplätzen bestens gerüstet für den demographischen Wandel
  • weniger Fluktuation
  • weniger Kosten durch Fehlzeiten und Absentismus
  • Entwicklung eines gesunden Unternehmens
  • Imagesteigerung – War for talents – attraktiv für hochqualifizierte Arbeitskräfte

Ergonomie und das Kosten-Nutzen-Verhältnis – Return on Investment, ROI

Im Vergleich zu vielen anderen Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) sind Erfolge durch eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung meist kurzfristig erkenn- und messbar. Eine wichtige Kennzahl für die Wirtschaftlichkeitsmessung ist hierbei der Return on Investment, ROI. In mehreren Meta-Studien (z.B.: Aldana 2001; Chapman 2003, 2005; Golaszewski 2001; Pelletier 2005, 2009; usw.) konnte nachgewiesen werden, dass Unternehmen durch Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung langfristig mit einem positiven ROI rechnen können. Dabei wurden üblicherweise Messgrößen wie allgemeine Krankheitskosten sowie der Absentismus herangezogen.

Erzielbare Kosten-Nutzen-Verhältnisse laut bisherigen Studien sind:

  • ROI von 1:2 bis 1:6 (für medizinische Kosten)
  • ROI von 1:2 bis 1:10 (für Absentismus)

Jedoch reicht es nicht, die Erfolge nur an den Fehlzeiten festzumachen. AU-Zahlen sind von vielen, oft unkontrollierbaren Einflussgrößen abhängig. Eine Grippewelle bspw. macht die positiven Effekte, welche eigentlich auf die kürzlich umgesetzten Verbesserungsmaßnahmen zurückzuführen sind, zunichte. Deshalb sollten die Erfolge nicht ausschließlich an ihrem wirtschaftlichen Nutzen gemessen werden.

Neben dem ROI, also dem ökonomischen Nutzen, gibt es auch noch den subjektiv, vom Mitarbeiter erlebten Nutzen. Dieser ist meist nur sehr schwierig oder gar nicht messbar. Und doch hat er einen sehr großen Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg.

Ein Unternehmen, welches BGM als essentiell ansieht und Gesundheit lebt, strahlt dies auch auf seine Mitarbeiter aus. Jene werden sensibilisiert, wodurch sich ihr Verhalten und ihre Einstellung zur eigenen Gesundheit positiv verändert. Außerdem entwickeln so viele eine höhere Eigenverantwortung.


Was ist Ergonomie?

Ergonomie ist…

Ergonomie ist ein wissenschaftlicher Ansatz, damit wir aus diesem Leben die besten Früchte bei der geringsten Anstrengung mit der höchsten Befriedigung für das eigene und das allgemeine Wohl ziehen.

W. Jastrzebowski

Die Ergonomie beschreibt als Teilgebiet der Arbeitswissenschaft im gröbsten Sinne, dass die Arbeitsbedingungen dem Menschen anzupassen sind. Dabei sollen die Belastungen bei der Arbeit gemindert und gleichzeitig die Leistungsmöglichkeiten des Menschen verbessert werden.

Dementsprechend soll Ergonomie am Arbeitsplatz dafür sorgen, dass die Gesundheit aller bei individuellen Tätigkeiten lange erhalten bleibt. Dabei erleichtern ergonomische Produkte die tägliche Arbeit. Aber nicht nur sie haben positive Auswirkungen, auch die Arbeitsumgebung sowie die Arbeitsorganisation muss bei der Arbeitsgestaltung berücksichtigt werden.


Was beeinflusst die Ergonomie am Arbeitsplatz?

Ergonomie am Arbeitsplatz sollte immer als Ganzes betrachtet werden

Die ergonomische Gestaltung der Arbeit sollte immer als Ganzes betrachtet werden. Einzelne Gestaltungsfelder (wie oben beschrieben) besitzen dabei komplexe Wirkungszusammenhänge, die nie außer Acht gelassen werden dürfen. Dabei sei auch angemerkt, dass Menschen individuell zu betrachten sind. Jeder Mann und jede Frau ist anders. Natürlich gibt es Lösungen, die für eine breite Masse funktionieren. Dennoch gibt es immer wieder welche, die aus dieser Masse herausfallen. Ergonomie sollte deshalb nicht nur als Ganzes, sondern auch immer individuell betrachtet werden.

5 Kriterien der Ergonomie – die Arbeit soll…

  1. schädigungslos,
  2. ausführbar,
  3. erträglich,
  4. beeinträchtigungsfrei und
  5. persönlichkeitsfördernd sein.

Bei der Gestaltung der Arbeit ist es ebenso wichtig, Betroffene zu Beteiligten zu machen. D.h., die Personen, die die Gestaltungsmaßnahmen betrifft, sollten immer in den Entscheidungsprozess integriert werden. Dabei dürfen besondere Personengruppen wie beispielsweise Jugendliche, ältere Menschen, gesundheitlich beeinträchtigte und behinderte Menschen nie außer Acht gelassen werden.

Logo - Initiative Neue Qualität der Arbeit

Die von der IG Metall gegründete Initiative Gute Arbeit unterstützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer und konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die Vereinbarung von Beruf und Familie sowie eine altersgerechte wie auch alternsgerechte Arbeitsgestaltung. Darüber hinaus versucht die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) Interessen der Beschäftigten an gesunde und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen mit den Interessen der Unternehmen zu verbinden.

Wird Ergonomie vernachlässigt, kann dies schwerwiegende Folgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben. Typische Bürokrankheiten entwickeln sich und im schlimmsten Fall kommt es zur Arbeitsunfähigkeit.


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Ergonomie Checkliste – wie ergonomisch ist mein Arbeitsplatz?

Wie schon oben erwähnt, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass er der Gesundheit der Mitarbeiters nicht schädigt und er diesem ein ermüdungs- und schmerzfreies Arbeiten gewährleistet. Ein optimaler Arbeitsplatz schützt nicht nur vor Krankheit, sondern fördert vor allem durch entsprechende Maßnahmen die Gesundheit.

Jedoch sollte es sich der Mitarbeiter nicht zu bequem machen und die Verantwortung vollkommen an den Arbeitgeber abwälzen. Es gilt zu bedenken, dass jeder Mensch selbst für seine Gesundheit verantwortlich ist. Wer also denkt, dass sein Arbeitsplatz nicht ergonomisch gestaltet ist oder dass einige Dinge optimiert werden können, der sollte aktiv werden. Sich selbst darum zu kümmern und die verantwortlichen Personen (Betriebsarzt, Sicherheitsfachkraft, Ergonomieberater) zu involvieren kann auch helfen, Zufriedenheit zu steigern.

Um beim Thema Ergonomie mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, sind die folgenden fünf wesentlichen Kriterien als Fragen aufgelistet und können als Ergonomie Checkliste gesehen werden:

Stimmt die Arbeitsumgebung bzw. das Raumklima?

Das Sick-Building-Syndrom beschreibt ein Krankheitsbild, das vom Gebäude selbst ausgelöst wird. Die Symptome verschwinden oft, wenn die betroffene Person das Gebäude bzw. Büro verlässt. Ursachen hierfür können vielseitig sein, kommen jedoch häufig von Ausdünstungen von Lacken oder Farben oder von kontaminierten Klimaanlagen und Lüftungen.

Ein gesundes Umfeld fördert die Gesundheit der Mitarbeiter. Deshalb ist es wichtig, auf die optimale Gestaltung des Raumklimas durch Dinge wie die richtige Arbeitsplatzbeleuchtung, das Klima im Büro, Pflanzen, Farben, Lärm, Strahlung oder Vibration besonders wert zu legen.

  • Mix aus Tageslicht, direkter, indirekter Beleuchtung sowie Arbeitsplatzleuchte bzw. Schreibtischleuchte
  • Richtige Anordnung des Arbeitsplatzes zur Lichtquelle (parallel zur Fensterfront, seitlicher Lichteinfall)
  • Künstliche Beleuchtung muss flimmer und flackerfrei sein, Reinigungs- und Wartungsintervalle einhalten
  • Beleuchtungsstärke muss individuell anpassbar sein (Tätigkeit, junger, alter, gesunder, kranker Mitarbeiter)
  • Blendung und Reflexion verhindern, Sonnenschutz nicht vergessen
  • Sinnvolles Farbkonzept für den Arbeitsraum wählen
  • Eine Raumtemperatur von 21°C bei einer relativen Luftfeuchte von 50% ist optimal
  • Für eine optimale Lüftung sorgen (z.B. Stoßlüften, Klimaanlage, Ventilatoren)
  • Pflanzen und/ oder entsprechende Luftfilter sorgen für eine gute Luftqualität
  • Geräuscharme Umgebung schaffen – Lärmquellen (z.B. Drucker, Kopierer) in separate Räume verbannen

Sind meine Arbeits- und Hilfsmittel ergonomisch gestaltet?

Ohne Arbeits- und Hilfsmittel können wir nicht arbeiten. Da wir immer mehr zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft werden und wir deshalb immer mehr sitzen, stellen wir vor allem Arbeitsmittel von Büroarbeitsplätzen in den Fokus.

Wer jeden Tag bis zu 8h am Schreibtisch im seinem Arbeitsstuhl sitzt und mit Bildschirm, Computermaus und Tastatur arbeitet, sollte besondere ergonomische Anforderungen an jene Arbeitsmittel legen. Auch die Software sollte so gestaltet sein, dass sie nicht irreführend und größtenteils selbsterklärend ist.

Im Handwerk und in der Produktion, Fertigung oder Montage sollten Maschinen und Werkzeuge so gestaltet sein, dass sie die Arbeit vor allem erleichtern. Hierfür müssen individuelle Einstellungs- und Anpassungsmöglichkeiten (z.B. an die Körpergröße) gegeben sein.

  • Der Bürostuhl muss ergonomischen Mindestanforderungen entsprechen (Einstellung der Sitzhöhe, Sitztiefe und Sitzneigung, einstellbare Rückenlehne mit Lordosenstütze, höhenverstellbare Armlehnen)
  • Ein ergonomischer Schreibtisch hat ausreichend Arbeitsfläche (mind. 80cm tief, 160cm breit), lässt sich in der Höhe verstellen (Steh-Sitz-Arbeitsplatz), besitzt eine matte bis seidenmatte Oberfläche mit abgerundeten Ecken und Kanten und gewährt genügend Bein- und Fußfreiheit
  • Die eine ergonomische Maus zu empfehlen ist schwierig – anhand Beschwerden lässt sich die Auswahl jedoch eingrenzen
  • Eine ergonomische Tastatur besitzt ein in der Mitte geteiltes Tastaturlayout, ist hier leicht gewölbt und lässt sich im besten Fall vorne aufstellen, also nach hinten unten neigen
  • Eine schmale Tastatur ohne Nummernblock ist vor allem sinnvoll bei Beschwerden in der Schulter/ im Nacken
  • Handgelenkauflagen können die Arbeit angenehmer gestaltet, müssen jedoch bei Verwendung der richtigen Maus/ Tastatur nicht unbedingt sein
  • Laptopständer und Dokumentenhalter helfen, ungesunde Zwangshaltungen zu vermeiden

Passt sich der Arbeitsplatz an mich an und nicht anders herum?

Der Arbeitsplatz muss so gestaltet sein, damit er genügend Gestaltungs- und Anpassungsmöglichkeiten in sich birgt, um ihn an individuelle Bedürfnisse anzupassen. Dabei sind Bewegungs- oder auch Greifräume zu beachten und Objekte, Arbeits- sowie Hilfsmittel optimal danach anzuordnen.

Da sie an den meisten Büroarbeitsplätzen im Mittelpunkt stehen, sollten sich besonders Arbeitsstuhl und Schreibtisch an den Mitarbeiter anpassen und nicht anders herum. Im optimalsten Fall ist der Arbeitsplatz als Steh-Sitz-Arbeitsplatz ausgestattet, der sich automatisch in der Höhe einstellen lässt. So empfiehlt es sich, während der Arbeit 60% zu sitzen, 30% zu stehen und 10% zu gehen.

Ordnung ist bekanntlich das halbe Leben. Ein aufgeräumter Schreibtisch mit festen Plätzen für die Arbeitsutensilien hilft enorm um effizient arbeiten zu können. Dennoch sollten keine zu strengen Regeln auferlegt werden. Die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung, auch in Hinsicht auf die individuelle Einrichtung des eigenen Arbeitsplatzes, trägt zum Wohlbefinden des Mitarbeiters bei.

  • Ein Ergonomie-Fundus, also mehrere vorhandene gleichartige Arbeits- und Hilfsmittel geben den Mitarbeitern die Möglichkeit, unterschiedliche Produkte zu testen und das für sie beste zu wählen
  • Die besten ergonomischen Produkte nutzen nichts, wenn sie nicht sachgerecht eingesetzt werden – Eine Schulung über die richtige Anwendung ist essentiell, gerne auch samt Schulungsunterlagen mit anschaulichen Beispielen
  • Im unmittelbaren Arbeitsumfeld sollte jedes Arbeits- und Hilfsmittel bequem erreichbar sein
  • Zu viel Bequemlichkeit schadet aber – es empfiehlt sich aufgrund des oft vorherrschenden Bewegungsmangels bspw. den Drucker, Kopierer und Scanner in einen anderen Raum zu stellen, sodass man zur Bewegung animiert wird
  • Die Möglichkeit, Einfluss auf die Beleuchtungssituation sowie auf das Klima zu haben, erhöht das individuelle Wohlbefinden und schützt vor möglichen Zwangs- und Fehlhaltungen (durch Blendung, Kälte, Zugluft, usw.)

Hat die Arbeitsorganisation positive Auswirkungen auf mich und meine Persönlichkeit?

Nachdem seelische Erkrankungen leider noch immer auf dem Vormarsch sind, sollte hier der Fokus vor allem auf die Arbeitsorganisation gelegt werden. Denn diese hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Hierbei sind es auch die Führungspersonen und die allgemein vorherrschende Führungsmentalität, die ein besonderes Augenmerk verdienen.

Die Gestaltung der Arbeit sollte immer schädigungslos, erträglich, ausführbar, zumutbar, beeinträchtigungsfrei, zufriedenstellend, persönlichkeitsfördernd und sozialverträglich sein. Unternehmen, welche dies berücksichtigen und BGF-Maßnahmen fest in ihre Wertschöpfungskette integrieren, haben nachweislich positiven Einfluss auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter.

Wer Gesundheit vorlebt, steckt oft andere damit an.

  • Die Führungsperson beeinflusst den Gusundheitszustand seiner Mitarbeiter erheblich, weshalb eine gesunde Führung Ziel jedes Unternehmens sein sollte
  • Das Arbeitszeitmodell sowie die Arbeitsmenge sollte, wenn möglich, an die Wünsche des Mitarbeiters angepasst werden
  • Jobrotation (Arbeitsplatzwechsel), Jobenrichment (Arbeitsbereicherung), Jobenlargement (Arbeitserweiterung), Gruppenarbeit, etc. sind Möglichkeiten, die Arbeit zu gestalten
  • Der Bereich Kommunikation und Information muss ernst genommen und immer wieder optimiert werden – informierte Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt
  • Ebenso wichtig ist eine faire und finanzielle Wertschätzung der Arbeitskraft
  • Leichte, gesunde Gerichte im Angebot der Kantine animieren, sich gesünder zu ernähren
  • Eine aktive, bewegte Pause regt den Organismus an und sorgt für neue Energie
  • Ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben bzw. ein gesunder Ausgleich zum Berufsalltag sollte vom Unternehmen gefördert werden – Work-Life-Balance

Wie sind die Arbeitsinhalte gestaltet?

Arbeitsinhalte oder genauer genommen die ausführenden Tätigkeiten dürfen die Gesundheit der Mitarbeiter nicht belasten. Bestenfalls fordern und fördern sie Gesundheit. Beim Blick auf die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sind es vor allem Fehl- und Zwangshaltungen, die hier vermieden werden müssen.

Tätigkeiten, die den Körper nur einseitig belasten, sollten so gestaltet sein, dass in regelmäßigen Zeitabständen Belastungswechsel stattfinden. So werden beispielsweise muskuläre Dysbalancen verhindert (wenn sich Muskeln einseitig mehr entwickeln als andere, kann es zu Fehlhaltungen und letztendlich auch körperlichen Beeinträchtigungen kommen).

Auch die Psyche lässt sich über die Arbeitsinhalte beeinflussen. Monotone Tätigkeiten sollten vermieden oder nur kurzzeitig zugemutet werden. Die Arbeit sollte nicht über, aber auch nicht unterfordern.

  • Tätigkeiten und betriebsinterne Arbeitsanweisungen müssen mit Gesetzen (z.B. Arbeitsschutzgesetz – ArbSchG), Verordnungen (z.B. Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV) und Normen vereinbar sein
  • Jobenrichment (Arbeitsbereicherung) und Jobenlargement (Arbeitserweiterung) sind passende Maßnahmen, um Arbeitsinhalte interessanter zu gestalten
  • „Zappeln erlaubt“ – Dynamisches Sitzen ist das gesündeste Sitzen und verhindert einseitige Belastungen

Ergonomie am Arbeitsplatz – eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Zu den genannten Kriterien zur Bestimmung, ob ein Arbeitsplatz ergonomisch ist, kommt jedoch auch hinzu, dass der Mensch an die Arbeit angepasst werden muss. Dies geschieht durch Einarbeitungen, Unterweisungen, aber auch Weiter- und Fortbildungen. Hierfür sind geeignete Personen notwendig, die die Theorie und Praxis auch sinnvoll vermitteln können. Zu Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen zählen übrigens auch Besuche auf Messen o.ä.

So gibt es beispielsweise konkrete Trainings für Menschen, die viel heben müssen. Richtiges Heben und auch Tragen will gelernt sein. Wer hier Fehler macht, wird dies vielleicht nicht sofort merken. Auf längere Sicht gesehen können jedoch schlimmer körperliche Beschwerden entstehen – z.B. Schmerzen im Nacken, Arm oder Rücken.

Letztendlich ist die Investition in mehr Ergonomie eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ein ergonomischer Arbeitsplatz schützt und fordert in erster Linie die Gesundheit der Mitarbeiter. Ein schöner Nebeneffekt dabei ist, dass auch die Produktivität und meistens auch Effizienz der Arbeit gesteigert wird.