Eine Anti-Ermüdungsmatte ist überall dort sinnvoll, wo längere Zeit im Stehen gearbeitet wird. Harte Untergründe, selbst Teppichböden, führen bei Steharbeitsplätzen zu hohen Belastungen in Beinen und im Rücken. Ursache hierfür sind ungleichmäßige Druckverteilungen und meist statische und einseitige Körperhaltungen. Durch gelegentliche Wechsel in der Gewichtsverteilung auf das jeweilige andere Bein wird dann oft versucht, die entstehenden Beschwerden zu minimieren. Dies jedoch meist vergebens. Der weiche Untergrund einer Anti-Ermüdungsmatte kann diese Belastungen insgesamt verringern und sorgt ganz automatisch für eine komfortable und vor allem gesunde Stehhaltung.

Wie funktioniert eine Anti-Ermüdungsmatte fürs Büro?

Anti-Ermüdungsmatten sind meist rechteckig und bestehen aus einem aufgeschäumten Kunststoff (PVC- oder PU-Schaum). Hochbeanspruchte Matten sind zweilagig, finden ihre Anwendung aber hauptsächlich bei industriellen Steharbeitsplätzen. Im Büro, bei Steh- oder Steh-Sitz-Arbeitsplätzen (ergonomischer Schreibtisch), reichen einlagige Matten vollkommen aus.

Das Funktionsprinzip der Anti-Ermüdungsmatte lässt sich relativ einfach erklären. Durch den weichen Untergrund gerät der komplette Körper in Instabilität. Und diese versucht er durch ständiges Balancieren auszugleichen. So entstehen kontinuierlich sehr kleine Bewegungen (und Mikrobewegungen) in den Muskeln und Gelenken. Diese zum Teil nicht wahrnehmbaren Bewegungen reichen aber aus, um die Blutzirkulation anzuregen und auch sonstige wichtige Körperfunktionen (Verteilung und Aktivierung der Gelenkschmiere, Versorgung der Wirbelsäule mit Nährstoffen, usw.) aufrecht zu halten. Auf diese Weise kann eine vorzeitige Ermüdung des ganzen Organismus verhindert werden.

Der Weiche Untergrund sorgt auch für eine gleichmäßigere Verteilung des Körpergewichts auf den Fußsohlen. Bei in der Fläche bzw. Breite größere Arbeitsplätze, wo also auch öfters hin- und hergelaufen wird, wirkt die Anti-Ermüdungsmatte auf diese Weise auch dämpfend. Die Elastizität absorbiert die auftretenden Kräfte und agiert somit als hilfreiche Entlastung auf Füße, Beine und Rücken.

Drei Arten von Anti-Ermüdungsmatten

Anti-Ermüdungsmatten fürs Büro lassen sich vorwiegend nach ihrer Oberflächenstruktur in drei Kategorien einteilen.

Flache Matten

Die flachen Arbeitsplatzmatten sind rechteckig in ihrer Form und werden in unterschiedlichen Dicken angeboten. Abhängig der Dicke der Matte verursachen sie eine eher geringere Instabilität beim Stehen. Die Kanten sind abgeflacht.

Diese flachen Matten sind besonders für Unerfahrene und Menschen mit einem weniger sicheren Stand geeignet.

Ich habe die flache Ergotopia Anti-Ermüdungsmatte getestet und zeige, weshalb ich sie ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen kann. Aber auch die Flexispot MT1B stellt eine durchgehend gut bewertete Alternative dar.

Unebene Matten

Unebene Anti-Ermüdungsmatten sind rechteckig, rundlich oder besitzen eine rechteckige Grundform mit abgerundeten Kanten. Interessant sind hier vor allem die sehr unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Die Instabilität ist höher als bei flachen Matten. Strukturierte Erhöhungen oder Vertiefungen regen zu mehr Bewegung im Stehen an. Außerdem eignen sie sich für kurze und gezielte Massagen der Fußsohlen (wenn man die Matte barfuß begeht).

Unebene Matten sind für Menschen mit einem grundsätzlich sicheren Stand geeignet.

Unebene, zur Bewegung anregende Matten

Die letzte Kategorie wird von den unebenen, zu Bewegung anregenden Anti-Ermüdungsmatten eingenommen. In ihrer Oberflächenstruktur unterscheiden sie sich nicht wirklich von den rein unebenen Matten. Der eigentliche Unterschied liegt in der zusätzlichen Funktion, die zu mehr Bewegung animieren soll. Einige dieser Matten sind mit (Massage)Bällen ausgestattet, die mit den Fußsohlen über die unebene Oberfläche gerollt werden können.

Solche Anti-Ermüdungsmatten sind ebenfalls nur für Menschen mit einem sicheren Stand geeignet. Außerdem sollte die Matte bestenfalls in Kombination mit einem reinen Steharbeitsplatz verwendet werden. So kann sie an ihrem Platz liegen bleiben und muss nicht ständig hin- und hergeräumt werden.

Vor- und Nachteile von Anti-Ermüdungsmatten

Vorteile

  • Verhindert vorschnelles Ermüden von Muskeln, Gelenken und Wirbelsäule
  • Vermindert Belastungen durch langes Stehen und regt Vitalfunktionen im Körper an
  • Stimuliert die Blutzirkulation
  • Vermindert den Druck in den Beinen
  • Verringert muskuläre Verspannungen
  • Vermindert Fuß- und Gelenkschmerzen
  • Fördert mehr Bewegung beim Stehen und verhindert statische Körperhaltungen –kontinuierliches Balancieren aufgrund des instabilen Untergrunds (dynamisches Stehen)
  • Hat einen leichten Trainingseffekt auf Muskeln, Sehnen und Gelenke
  • Hat eine Wärme isolierende Wirkung zum Boden hin – Alternative zur beheizbaren Fußmatte?
  • Unterstützt eine komfortable und gesunde Stehhaltung
  • Steigert die Produktivität – erhält und erhöht die Konzentration

Nachteile

  • Kann zur Stolperfalle werden – bei flachen Matten geringes Risiko; bei unebenen Matten höheres Risiko
  • Muss weggeräumt (verschoben) werden, wenn der Steh- wieder zum Sitzarbeitsplatz umfunktioniert wird – definitiv sinnvoll für Steh-Sitz-Arbeitsplätze, aber womöglich nicht super praktisch

Die richtige Anti-Ermüdungsmatte finden – Tipps beim Kauf

Es gibt zig verschiedene Hersteller bzw. Anbieter. Die richtige Anti-Ermüdungsmatte zu finden ist deshalb auf den ersten Blick nicht wirklich einfach. Ein paar Tipps beim Kauf sollten aber dennoch dabei helfen, das individuell passende Produkt zu finden.

  • Größe:
    Die Maße (Länge, Breite) der Matte sollten sich in erster Linie an der Größe des vorhandenen Schreibtisches orientieren. Ein weiteres Kriterium ist hier aber auch die eigene Körpergröße. Größere Menschen benötigen Matten mit einer größeren Grundfläche.
  • Dicke:
    Eine Dicke von mind. 2 cm ist sinnvoll. Ist die Matte zu dünn, so hat sie nur einen sehr geringen Effekt der Instabilität. Außerdem ist die Lebensdauer meist auch verkürzt. Je dicker, desto besser. Denn durch die höhere Instabilität muss der Körper mehr Ausgleichsbewegungen machen.
  • Gewicht:
    Wenn die Anti-Ermüdungsmatte oft verschoben werden muss, dann spielt das Gewicht eine nicht zu unterschätzende Rolle. Je größer und je dicker die Matte, desto schwerer ist sie auch. Hier gilt es dann oft, einen Kompromiss einzugehen.
  • Rutschhemmende Unterseite:
    Damit die Matte auch an ihrem vorgesehenen Einsatzort bleibt, muss ihre Unterseite entsprechend rutschhemmend gestaltet sein. Dies ist außerdem wichtig für eine gute Standsicherheit.
  • Abgeschrägte Kanten bei flachen Matten:
    Flache Matten müssen mit flach abgeschrägten Kanten ausgestattet sein. Hierdurch wird das Risiko des ungewollten Stolperns verringert. Darüber hinaus wird auch verhindert, dass sich die Kanten mit der Zeit aufbiegen.
  • Gute Reinigungsfähigkeit:
    Wird die Anti-Ermüdungsmatte vor allem mit Straßenschuhen betreten, so ist eine gute Reinigungsfähigkeit wichtig. Dabei sollte es reichen, die Oberfläche nur mit Wasser abzuwaschen. Eine regelmäßige, schonende Reinigung führt übrigens auch zu einer längeren Lebensdauer.