Bürostuhl für Frauen – Die weiblichen Sitzbedürfnisse

Frauen sitzen anders als Männer. Eine Erkenntnis, die wissenschaftlich untersucht und gestützt ist. Und dennoch sind die meisten Bürostühle vorwiegend auf den männlichen Körper angepasst. Warum?

Ich zeige dir, welche Sitz-Bedürfnisse der weibliche Körper hat und wie ein Bürostuhl für Frauen gezielt darauf eingehen kann. Es ist wichtig, dass sich der Stuhl an dich anpasst und nicht andersherum. Du erfährst, auf was es beim Kauf ankommt (Checkliste) und ich gebe dir jeweils eine Empfehlung für das aus ergonomischer Sicht beste aber auch günstigste Modell.

Welches ist der beste Bürostuhl für Frauen?

Eines gleich vorneweg: Es gibt nicht DEN besten Bürostuhl für Frauen. Aber es gibt Stühle, die durch ihre Qualität und ihre ergonomischen Besonderheiten herausstechen. Ich möchte dir drei Modelle vorstellen, die immer in die engere Auswahl kommen sollten. Am besten du testest sie und schaust, ob sie für deine Bedürfnisse passen und ob du dich damit wohlfühlst.

Ergonomischer Frauenbürostuhl – Höchste Anpassbarkeit

Ein ergonomischer Bürostuhl für die Frau soll die natürliche Haltung im Sitzen unterstützen. Darüber hinaus soll er im angemessenen Verhältnis zur Arbeitsaufgabe Bewegung ermöglichen und bestenfalls zu Bewegung anregen. Diese Anforderungen sind nur dann erfüllt, wenn der Stuhl sich individuell anpassen lässt.

HJH Office ERGOHUMAN SLIM

Der ERGOHUMAN ist speziell auf die Bedürfnisse der weiblichen Anatomie angepasst. Durch seine zahlreichen Einstellmöglichkeiten bietet er die höchste Ergonomie in Punkto individueller Anpassbarkeit. Die atmungsaktive Rückenlehne ist zweigeteilt und kann in der Höhe verstellt werden. So kann die flexible Lordosenstütze ihre optimale Wirkung (im Bereich des zweiten und dritten Lendenwirbels) entfalten.

Die 3D-Armlehnen sind mit einer Softpadauflage bestückt und vierfach in der Höhe verstellbar, sowie breiten- und winkelverstellbar. Mit der verstellbaren Kopfstütze (Höhe + Neigung) kann eine zusätzliche Entlastung der Schulter- und Nackenpartie erreicht werden. Die Punktsynchronmechanik kann individuell auf das eigene Körpergewicht angepasst und in mehreren Positionen arretiert werden. Der speziell geformte und angenehm gepolsterte Sitz lässt sich in der Tiefe verstellen (36-41 cm).

Der ERGOHUMAN SLIM wird für Frauen mit einer Körpergröße von 150 – 185 cm empfohlen und ist bis zu einem Gewicht von 120 kg belastbar. Du erhältst 4 Jahre Herstellergarantie mit Ersatzteilgarantie über die gesamte Zeit.

Ergonomischer 3D-Bürostuhl/ Aktivstuhl für Frauen

Die Möglichkeit, den Stuhl individuell an die eigenen Bedürfnisse anpassen zu können, ist das Eine. Ebenso wichtig ist die Art zu sitzen. Besonders dann, wenn schon erste Sitzleiden wie Rückenschmerzen spürbar sind, sollte auf möglichst viel gesunde Bewegung beim Sitzen geachtet werden – Stichwort: Dynamisches Sitzen.

Lady SITWELL®

Der Lady SITWELL war der weltweit erste ergonomische Frauenstuhl fürs Büro. Und noch heute zählt er zu den besten unter seiner Art – Er wurde vom Testmagazin FACTS mit dem Testurteil „sehr gut“ ausgezeichnet. Der Bürodrehstuhl ist mit einer 3D-PENDING-Mechanik sowie einer dorsokinetischen FLEX-Rückenlehne ausgestattet. Damit ist eine aktive, dreidimensionale Sitzdynamik möglich. Die Rückenlehne mit integrierter Lordosenstütze passt sich der weiblichen Anatomie an und bietet eine optimale Stützwirkung und Entlastung der Wirbelsäule.

Der spezielle Frauen-Sitz (oder Bandscheiben-Sitz) ist an die weibliche Anatomie angepasst. Er hat eine weiche Sitzvorderkante und besteht aus 7 Zonen mit Federkernen (Boxspring), die unterschiedliche Härtegrade abbilden.

Der Lady SITWELL wird empfohlen für Frauen ab 70 kg (bis 120 kg belastbar). Er wird in Deutschland gefertigt und du bekommst 5 Jahre Herstellergarantie. Tipp: Achte darauf, dass du ihn nur mit 2D- oder 3D-Armlehnen kaufst.

Gut und günstig

Topstar Lady Sitness Deluxe

Eine günstigere Alternative, die dennoch mit allen wichtigen ergonomischen Merkmalen glänzt, ist der Lady Sitness Deluxe von Topstar. Der Frauenbürostuhl ist ebenfalls mit einem atmungsaktiven Sitz mit integriertem Federkern und sieben verschiedene Zonen mit unterschiedlichen Härtegraden ausgestattet. Die Punktsynchronmechanik ist individuell an das Körpergewicht anpassbar und stufenlos arretierbar. Mit dem Body-Balance-Tec-Sitzgelenk ist eine aktive dreidimensionale Beweglichkeit des Oberkörpers möglich.

Die minimale Sitzhöhe beträgt 41 cm (max. 50 cm) – damit ist der Stuhl auch für kleine Frauen geeignet. Du kannst die Rückenlehne in der Höhe verstellen und die Armlehnen sind sowohl höhenverstellbar als auch über Verschraubungen breitenverstellbar.

Das Problem

Bürostuhl nach Norm

Bürostühle werden anhand der Vorgaben in Normen entwickelt – in diesem Fall ist es die DIN EN 1335 (vorher DIN 4551). Dort sind z. B. Maße für die Körpergröße festgelegt, für die der Stuhl garantiert nutzbar sein soll. Diese sind nicht einfach so aus der Luft gegriffen, sondern stammen aus der Anthropometrie, der Lehre von der Ermittlung und Anwendung der Körpermaße des Menschen.

 FrauenMänner
Körpergröße1,66 m1,79 m
Körpergewicht68,7 kg85,0 kg
Body-Mass-Index25,126,7

Durchschnittliche Körpermaße der Bevölkerung über alle Altersgruppen von 18+ hinweg (Quelle: Statistisches Bundesamt Destatis)

In die Norm gehen Werte ein, die die Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren zu ca. 90 % abbilden sollen. So sollen Bürostühle für eine Körpergröße von 1,65 – 1,78 m geeignet sein. Das Problem aber ist, dass Frauen und Männer in einen Topf geworfen werden.

Laut statistischem Bundesamt sind Frauen im Schnitt 1,66 m groß. Sie liegen zwar im Bereich der Norm, aber eben am unteren Rand. Da viele Frauen auch kleiner als der Durchschnitt sind, hat dies zur Folge, dass die Einstellungen der meisten Bürostühle nicht ausreichen, um eine optimal ergonomische Anpassung zu ermöglichen.

Die Sitzhöhe kann nicht weit genug herabgesenkt werden, die Sitzfläche ist zu groß, vor allem aber zu tief und die Rückenlehne oft zu hoch. Aus diesen Gründen ergeben sich bei Frauen im Sitzen oft sehr ungesunde Zwangs- und Fehlhaltungen.

  • Sie sitzen oft weiter nach vorne gerückt.
  • Es ist ihnen nicht möglich, mit dem Gesäß ganz nach hinten zu rutschen.
  • Die Füße haben keinen ganzflächigen Kontakt zum Boden.
  • Die so wichtige Stützwirkung der Rückenlehne fehlt oder kann nur teilweise genutzt werden.
  • Es kommt zu erhöhten Druckbelastungen im Gesäß, in den Unterschenkeln oder im Genitalbereich.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Es gibt aber noch weitere Unterschiede zu Männern. Der weibliche Körper ist anders gebaut und funktioniert in vielen Bereichen anders als der männliche.

Schmalere Schultern sowie ein breiteres, aber weniger hohes Becken ergeben einen tieferen Körperschwerpunkt. Die Rückenmuskulatur ist im Schnitt schwächer (Neigung zum Hohlkreuz) und die Muskeln in den Oberschenkeln und Beinen sind insgesamt weniger vorhanden (eine Ursache für kalte Füße). Das Bindegewebe ist lockerer.

Frauen haben ein kleineres, aber dafür aktiveres Herz. Ihr Puls ist höher, der Blutdruck niedriger. Aufgrund der kleineren Lunge ist das Atemvolumen geringer. Außerdem besitzen sie eine trägere Verdauung als Männer.

Die Lösung – Der Bürostuhl für Frauen

All die geschlechtsspezifischen Unterschiede haben einen erheblichen Einfluss auf das individuelle Sitzverhalten. Warum also sitzen Frauen und Männer überhaupt auf den gleichen Bürostühlen? Diese Frage stellen sich mittlerweile auch immer mehr Fachleute. Und so gibt es die Überlegung einer separaten Frauen-Drehstuhl-Norm (DFN). Mit einer solchen Norm ließen sich gezielt orthopädische Bürostühle für Frauen entwickeln, die konkret auf deren Bedürfnisse eingehen.

Leider hat sie sich bis heute noch nicht durchsetzen können. ABER: Es gibt Unternehmen, wie die Steifensand Sitwell AG, die das Problem schon lange erkannt hat und heute zu den führenden Herstellern von Frauenstühlen zählt.

Gestützt wird die Entwicklung der Stühle durch das sogenannte Gender Seating. Dies ist eine internationale Fachbezeichnung für die wissenschaftliche Untersuchung der unterschiedlichen Sitzverhalten von Frauen und Männern. Dabei werden auch konkret die Nachteile der Frauen beim Dauersitzen untersucht – vor allem auf typischen, vorwiegend für Männer gemachten Sitzmöbeln.

Aus den Erkenntnissen von Gender Seating werden dann Empfehlungen für Bürostühle gegeben, die häufige Frauen-Sitzkrankheiten vorbeugen können.

Vorteile eines Bürostuhls für Frauen

  • Keine kalten Füße
  • Verbesserte Atmung und Blutzirkulation
  • Durch das Sitzen bedingte Bindegewebserkrankungen (z. B. Cellulite) vorbeugen
  • Sitz-Stress im Genitalbereich mindern
  • Rückenschmerzen vermeiden
  • Schulter- und Nackenverspannungen vermeiden
  • Dynamisches Sitzen ermöglichen – Frauen haben einen erhöhten Bewegungsdrang vor allem in den Beinen
  • Die natürliche Darmtätigkeit fördern
  • Gute Sitzklimatisierung bei Hitze- und Kältewallungen in den Wechseljahren
  • Burn-Out/ Depression vorbeugen
  • Gesteigertes Wohlbefinden
  • Höhere Produktivität

Checkliste – Bürostuhl für Frauen

Die wichtigsten Produktmerkmale

Dein Arbeitsstuhl muss den Anforderungen der Ergonomie gerecht werden. Er soll die natürliche Haltung im Sitzen unterstützen. Außerdem soll er im angemessenen Verhältnis zur Arbeitsaufgabe Bewegung ermöglichen und bestenfalls sogar dazu animieren.

Nun weißt du aber, dass Frauen anders sitzen als Männer und trotzdem leider die meisten Modelle für die männlichen Kollegen entwickelt wurden. Deshalb solltest du beim Kauf eines neuen Bürostuhls genau darauf achten, dass er vor allem für deine weiblichen Bedürfnisse geeignet ist.

Am einfachsten ist es, wenn du gezielt nach einem Bürostuhl für Frauen suchst. Achtest du jedoch auf die folgenden Produktmerkmale, kann auch ein gewöhnlicher, ergonomischer Bürostuhl (für Männer) das für dich passende Modell darstellen.

  • Max. Sitzdauer
    Der Bürostuhl muss für eine Sitzdauer von bis zu 8h oder mehr ausgelegt sein.
  • Sitzbreite
    Der Sitz muss deiner Hüftbreite entsprechen. Achte darauf (wenn du misst), dass diese im Sitzen etwas breiter ist als im Stehen.
  • Sitztiefe
    Die Sitzschale sollte tiefenverstellbar sein. Denn nur so ist gewährleistet, dass du mit dem Gesäß ganz bis an die Rückenlehne heranrutschen kannst.
  • Sitzhöhe
    Je nach Körpergröße ist entweder die min. oder die max. Sitzhöhe relevant. Wichtig ist, dass du deine Füße vollflächig auf dem Boden abstellen kannst – bestenfalls, ohne eine Fußstütze zu benötigen.
  • Höhe der Rückenlehne
    Die Rückenlehne muss in ihrer Höhe mindestens bis zu deinen Schultern reichen. Optimal ist eine Möglichkeit zur Anpassung der Höhe oder eine mindestens in der Höhe verstellbare Lordosenstütze.
  • Min. und max. Belastbarkeit
    Der Bürostuhl muss für dein Körpergewicht geeignet sein. Dies ist in erster Linie sicherheitsrelevant. Es bezieht sich aber auch auf die Ergonomie. Denn die Bürostuhlmechanik, die für das dynamische Sitzverhalten verantwortlich ist, kann nur richtig genutzt werden, wenn sie sich an dein Körpergewicht anpassen lässt.

Neben diesen Minimalvoraussetzungen gibt es aber auch noch weiter Produktmerkmale, die Ergonomie beim Sitzen wesentlich verbessern können.

  • Komfortable Polsterung
    Eine Sitzform, die auf den weiblichen Körper angepasst ist, sorgt für eine optimale Stützwirkung und Druckentlastung. Diese ist meist mit mehreren Zonen mit unterschiedlichen Härtegraden (Schaumstoff oder Federkern) ausgestattet und besitzt eine weiche Sitzvorderkante. Außerdem kann eine gute Sitzklimatisierung für ein wesentlich besseres Sitzgefühl sorgen.
  • Oberflächenmaterial und Polsterung der Rückenlehne
    Netzbespannung oder Polster, Mesh, Stoff oder Leder, in erster Linie ist es Geschmackssache. Jedes Material hat seine individuellen Vor- und Nachteile. Wenn dir öfter kalt ist und du schnell frierst, ist ein Polsterrücken meist die bessere Wahl. Bürostühle mit Netzrücken sind atmungsaktiver und oft auch günstiger. Die Stützwirkung ist bei beiden ähnlich einzuschätzen – wichtiger ist hier die richtige Form und Höhe.
  • Einstellung der Sitzneigung
    Mit der Sitzneigung kannst du den Sitzwinkel variieren. Dies kann vorteilhaft für die Druckbelastung in der Hüfte, aber auch in den inneren Organen sein. Ein offenere Sitzwinkel wird von manchen Menschen als angenehmer empfunden.
  • Einstellbare Armlehnen
    Höhenverstellbare Armlehnen sind zwingend notwendig, um eine optimale Stütze für die Unterarme zu gewährleisten. Dadurch wir der Schulter- und Nackenbereich entlastet. Eine bessere Anpassung ist mit sogenannten 2D-, 3D- oder sogar 4D-Armlehnen möglich. Sie lassen sich neben der Höhe auch in der Breite, Tiefe und radial, also im Winkel verstellen.
  • Bürostuhlmechanik
    Statisches Sitzen ist Gift für die Wirbelsäule. Aber auch andere Bereiche und Funktionen des Körpers werden dadurch belastet. Deshalb ist es wichtig, dass du dich auch während des Sitzens ausreichend bewegen kannst und bestenfalls sogar dazu animiert wirst. Hersteller haben unterschiedliche Arten, wie sie dieses dynamische Sitzverhalten umsetzen. Eine gute Synchronmechanik ist Pflicht. Noch besser sind Mechaniken, die eine dreidimensionale Beweglichkeit ermöglichen – interessant ist hierbei auch der Aktivstuhl, eine Bürostuhl-Alternative, die aktiv, dynamisches Sitzen ermöglicht.
  • Die richtigen Rollen
    Die Rollen müssen zum Untergrund passen, auf dem der Bürostuhl steht. Für weiche Böden (Teppichboden) benötigst du harte Rollen, für harte Böden (Parkett, Fliesen, PVC, Linoleum) weiche Rollen. Mittlerweile gibt es aber auch Universalrollen, die für unterschiedliche Bodenarten geeignet sind. Aus Gründen der Sicherheit, sollten die Rollen im unbelasteten Zustand gebremst sein.

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Stefan

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