Ergonomie am Arbeitsplatz:
So arbeitest du gesünder und entspannter

Ob im Büro oder Homeoffice, hier findest du alles Wichtige für deinen Einstieg.

Beispiele für ergonomische Arbeitsplatzgestaltung mit Bürostuhl, Schreibtisch, Tastatur, Maus und alternative Sitzmöbel wie Bürohocker.

Ergonomie am Arbeitsplatz entlastet deinen Körper, macht deinen Büroalltag angenehmer und hilft, Verspannungen sowie typische Beschwerden zu vermeiden.

Hier findest du einen Schnellcheck, kompakte Grundlagen und weiterführende Anleitungen, mit denen du deinen Arbeitsplatz gezielt verbessern kannst. Das gilt im Büro genauso wie im Homeoffice.

Wie ergonomisch ist dein Arbeitsplatz?

Schnellcheck in 3 Minuten: Passt dein Arbeitsplatz grob?

Nimm dir kurz Zeit und geh die Punkte durch. So siehst du schnell, wo dein Arbeitsplatz schon gut passt und wo du noch nachjustieren musst.

  1. Sitzhöhe
    Deine Füße stehen vollflächig auf dem Boden und die Knie sind ungefähr auf Hüfthöhe (Kniewinkel etwa 90° oder etwas mehr).
  2. Sitztiefe
    Zwischen Sitzvorderkante und Kniekehle bleiben etwa 2–3 Finger Platz.
  3. Tischhöhe / Armhaltung
    Deine Unterarme liegen locker auf und die Schultern bleiben unten und entspannt.
  4. Bildschirmposition
    Der Bildschirm steht zentral vor dir, ungefähr eine Armlänge entfernt. Die oberste Bildschirmzeile liegt etwa auf Augenhöhe.
  5. Maus & Tastatur
    Die Tastatur liegt nah an der Tischkante und die Maus direkt daneben. So bleiben Hände und Handgelenke beim Tippen und Klicken möglichst neutral und die Schultern locker.
  6. Licht & Reflexionen
    Es blendet nichts und du hast keine störenden Spiegelungen im Bildschirm oder auf der Arbeitsfläche.
  7. Bewegung im Büroalltag
    Du wechselst regelmäßig die Haltung (kurz aufstehen, strecken, ein paar Schritte gehen). Starres Sitzen über lange Zeit vermeidest du möglichst.

Weiter mit den Grundlagen

Die wichtigsten Prinzipien kompakt erklärt, mit passenden Anleitungen zum Vertiefen.

Zu den Ergonomie-Grundlagen

Checkliste nutzen

Wenn du es systematisch durchgehen willst: Schritt für Schritt prüfen, was bei dir passt.

Zur Ergonomie-Checkliste

8 Grundlagen für die ergonomische Arbeitsgestaltung

Mit diesen Grundlagen richtest du deinen Arbeitsplatz so ein, dass er dich im Alltag entlastet. Die Punkte sind bewusst kompakt gehalten. Wenn du etwas genauer nachlesen willst, findest du zu jedem Thema passende Anleitungen und Ratgeber.

Wenn du alles einmal in einem Ablauf einrichten willst, nimm diese Schritt-für-Schritt-Anleitung als roten Faden: Der ideale Bildschirmarbeitsplatz – Ergonomisch einrichten und einstellen.

1. Lichtquelle und Tischposition

Person zeigt die ergonomische Sitzhaltung mit dem Interstuhl PURE Fashion
Der Schreibtisch sollte so positioniert sein, dass keine harten Lichtkontraste entsehen sowie störende Blendung bzw. Reflexion vermieden werden.

Beim Einrichten des Arbeitsplatzes lohnt es sich, zuerst aufs Licht bzw. auf den Lichteinfall zu schauen.

Stell deinen Schreibtisch möglichst so, dass Tageslicht seitlich auf die Arbeitsfläche fällt. Idealerweise steht der Tisch parallel zum Fenster. So vermeidest du starke Kontraste, Blendung und Reflexionen auf dem Bildschirm, der Tischoberfläche und deinen Arbeitsmitteln.

Wenn das nicht perfekt möglich ist, helfen Jalousien, Vorhänge oder eine leicht gedrehte bzw. versetzte Tischposition, sodass das Fenster nicht direkt vor oder hinter dem Bildschirm liegt.

Mehr dazu: Beleuchtung am Arbeitsplatz

2. Bürostuhl einstellen

Bürostuhl richtig einstellen
Neben der richtigen Einstellung ist es auch wichtig, dass du deine Sitzhaltung regelmäßig wechselst.

Die Einstellung des Bürostuhls kommt vor dem Tisch.

Stell zuerst Sitzhöhe und Sitztiefe so ein, dass die Füße voll auf dem Boden stehen und hinter den Knien 2–3 Finger Platz bleiben. Dabei sollte sich zwischen Ober- und Unterschenkel ein Winkel von ca. 90° oder etwas mehr ergeben (Kniewinkel).

Danach folgt die Rückenlehne und/oder Lordosenstütze: Letztere sollte den unteren Rücken spürbar unterstützen, ohne zu drücken. Zum Schluss stellst du die Armlehnen so ein, dass die Schultern unten bleiben und die Unterarme entspannt aufliegen.

Falls du eine Kopfstütze nutzt, stell sie so ein, dass du beim Zurücklehnen Nacken und Halswirbelsäule entlastest.

Mehr dazu: Bürostuhl richtig einstellen · Ergonomischer Bürostuhl

3. Tischhöhe / Armhaltung

Ergotopia Desktopia Pro – Collage mit 3 Bildern
Mit einem elektrisch höhenverstellbaren Schreibtisch wird per Knopfdruck die optimale Sitz- bzw. Stehhöhe angefahren (hier: Ergotopia Desktopia Pro X (Test)).

Erst wenn der Stuhl passt, stellst du die Tischhöhe ein.

Die Höhe ist gut, wenn Unterarme locker aufliegen und sich in der Armbeuge ungefähr ein rechter Winkel oder etwas mehr ergibt.

Im Sitzen kannst du dich grob an der Armlehnenhöhe orientieren. Im Stehen gilt das Prinzip genauso: Schultern locker, Unterarme entspannt, keine hochgezogenen Arme.

Für regelmäßiges Wechseln zwischen Sitzen und Stehen ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch sinnvoll. Praktisch sind Modelle mit Positionsspeicher.

Mehr dazu: Schreibtisch richtig einstellen · Ergonomischer Schreibtisch

4. Bildschirmposition (Sitzen und Stehen)

Collage aus 3 Bildern: links ist der Ergotron LX Monitor-Arm ohne Display, rechts mit zu sehen.
Mit einem flexiblen Monitorarm ist eine sehr einfache und individuelle Bildschirmpositionierung möglich (hier: Ergotron LX (Test)).

Der Bildschirm steht zentral vor dir, etwa eine Armlänge entfernt. Die oberste Bildschirmzeile liegt ungefähr auf Augenhöhe, damit du nicht dauerhaft den Kopf hebst oder senkst.

Wenn möglich: leichte Neigung nach hinten, damit deine natürliche Blickrichtung passt.

Ein Monitorarm hilft, die Position schnell anzupassen, besonders wenn du zwischen Sitzen und Stehen wechselst.

Mehr dazu: Ergonomischer Bildschirm · Monitorhalterung

5. Tastatur und Maus

Geteilte Tastatur – Person zeigt ergonomische Sitzhaltung mit eingedrehten Bürostuhl-Armlehnen zur Armauflage
Mit einer geteilten Tastatur inkl. Handballenauflage ist wesentlich entspannteres Tippen möglich (hier: Logitech ERGO K860 (Test))

Tastatur und Maus sollten so liegen, dass du Arme und Hände nicht nach vorn oder zur Seite überstrecken musst.

Die Tastatur liegt nah an der Tischkante, die Maus direkt daneben. So bleiben Hände und Handgelenke beim Tippen und Klicken möglichst neutral und die Schultern locker.

Wenn du viel am Rechner arbeitest, können ergonomische Eingabegeräte auch vorbeugend sinnvoll sein. Oft hilft aber schon die richtige Positionierung.

Mehr dazu: Ergonomische Tastatur · Ergonomische Maus

6. Die richtige Beleuchtung

Gute Beleuchtung ist ausreichend hell, gleichmäßig und blendfrei. Ideal ist eine Kombination aus Tageslicht und künstlicher Beleuchtung.

Für den Alltag hat sich bewährt: ein ruhiges Grundlicht im Raum (aus indirekter und direkter Beleuchtung) und dazu eine Arbeitsplatzleuchte, die den Schreibtisch gezielt ausleuchtet. So entstehen weniger harte Hell-Dunkel-Kontraste.

LED-Schreibtischleuchte – verschiedene Modelle am Schreibtisch
LED-Schreibtischleuchten gibt es für jeden Geschmack und jeden Einsatzzweck.

Achte darauf, dass Lampen nicht im Bildschirm oder auf der Arbeitsfläche spiegeln. Bei einer Schreibtischleuchte ist es sinnvoll, sie auf der Seite der nicht-dominanten Hand zu platzieren, damit du dir beim Schreiben keine Schatten wirfst.

Mehr dazu: Beleuchtung am Arbeitsplatz · Schreibtischleuchte · Monitorlampe

7. Ergonomisches Zubehör

Zubehör ist dann sinnvoll, wenn es ein konkretes Problem löst.

In-Line-Dokumentenhalter: 3 Modelle am Schreibtisch
Mit einem In-Line-Dokumentenhalter ist alles in einer Flucht.

Arbeitest du viel am Laptop, ist ein Laptophalter in Kombination mit externer Tastatur und Maus oft der wichtigste Schritt.

Bei vielen Dokumenten hilft ein Dokumentenhalter, damit Blick und Arbeitsmittel in einer Linie bleiben. Für Steharbeit kann eine Stehmatte entlasten, und eine Fußstütze ist hilfreich, wenn die Sitzposition sonst nicht sauber passt.

Mehr dazu: Laptophalter / Laptopständer · Bürozubehör

8. Abwechslung und Bewegung

Ergonomie endet nicht beim Einstellen, sondern fängt im Alltag erst richtig an. Entscheidend ist, dass du nicht stundenlang in derselben Position bleibst.

Steh zwischendurch kurz auf, beweg dich ein paar Minuten und wechsle, wenn möglich, zwischen Sitzen und Stehen.

Wenn du gern mehr Dynamik beim Sitzen willst, können Aktivstuhl, Bürohocker oder Sitzalternativen eine gute Ergänzung sein.

Person sitzt auf Sitzhocker, pendelt nach links und rechts
Mit dem Interstuhl UP Sitzhocker (Test) sind ganz feine Pendelbewegungen möglich.

Merke: Die beste Haltung ist immer die nächste.

Mehr dazu: Bürostuhl-Alternativen · Aktivstuhl · Ergonomischer Bürohocker

Was bedeutet Ergonomie am Arbeitsplatz wirklich?

Ergonomie am Arbeitsplatz bedeutet, Arbeit so zu gestalten, dass sie zum Menschen passt. Konkret geht es um das Zusammenspiel aus Mensch, Arbeitsmitteln, Arbeitsaufgabe und Arbeitsumgebung – mit dem Ziel, Wohlbefinden zu fördern und gutes Arbeiten zu ermöglichen.

Das ist mehr als „perfekt sitzen“: Dazu gehören sinnvolle Einstellungen am Arbeitsplatz, eine passende Umgebung und Arbeitsabläufe, die dich nicht in ungünstige Routinen zwingen. Gleichzeitig gilt: Ergonomie funktioniert am besten, wenn du deine Haltung im Alltag regelmäßig variierst, statt starr in einer Position zu bleiben.

Im Fokus stehen dabei vor allem Arbeitsmittel und Einstellungen (Stuhl, Tisch, Bildschirm, Eingabegeräte), die Arbeitsumgebung (Licht, Blendung, Platz, Klima, Geräusche) und die Arbeitsorganisation (Abläufe, Pausen, Abwechslung, Belastungsspitzen).

Was dir das bringt:

  • weniger Belastung durch ungünstige, statische Haltungen
  • weniger Ermüdung im Alltag und bessere Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten
  • langfristig mehr Wohlbefinden und Erhalt deiner Leistungsfähigkeit

Auch für Unternehmen lohnt sich Ergonomie am Arbeitsplatz – zum Beispiel durch weniger Fehlzeiten und Ausfälle, mehr Produktivität und durch eine bessere Arbeitsqualität.

Ausführlich: Was ist Ergonomie?

Ergonomische Gesetze, Regeln und Empfehlungen

Wenn du Ergonomie am Arbeitsplatz nicht nur „nach Gefühl“ umsetzen willst, lohnt sich ein Blick auf verlässliche Orientierungshilfen.

Es gibt gesetzliche Grundlagen (z. B. Arbeitsschutz), dazu technische Regeln für Arbeitsstätten und praxisnahe Empfehlungen der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung). Daraus lassen sich viele konkrete Hinweise ableiten, wie ein Bildschirm- und Büroarbeitsplatz sinnvoll gestaltet werden kann.

Ausführlich: Ergonomie-Grundregeln

Verantwortliche und Ansprechpartner

Bei Ergonomie am Arbeitsplatz musst du nicht alles allein lösen. Je nach Situation gibt es klare Ansprechpartner, die unterstützen können – vom ersten Gespräch bis zur konkreten Umsetzung.

  • Arbeitgeber und Beschäftigte:
    In der Regel ist der Arbeitgeber die erste Anlaufstelle. Beschäftigte sollten Probleme oder Mängel melden und ergonomische Arbeitsmittel so nutzen, wie sie vorgesehen sind.
  • Betriebsarzt / Fachkraft für Arbeitssicherheit:
    Wenn vorhanden, sind das die richtigen Personen für Beratung, Gefährdungsbeurteilung und konkrete Verbesserungen am Arbeitsplatz.
  • DGUV / Berufsgenossenschaften:
    Hier bekommst du Orientierung zu Arbeitsschutz, Prävention und sicheren Arbeitsbedingungen – und im Einzelfall auch Unterstützung im Reha-/Leistungsfall.
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA):
    Liefert fundierte Informationen und Publikationen rund um Arbeitsschutz und ergonomische Arbeitsgestaltung.
  • Krankenkassen:
    Können bei Prävention und Gesundheitsförderung unterstützen (z. B. Bewegung, Stress, Rücken).

Tipp zur Finanzierung: Je nach Situation können ergonomische Arbeits- und Hilfsmittel bezuschusst oder erstattet werden. Oft ist der erste Schritt der Arbeitgeber. Danach hängt es vom konkreten Fall ab, welche Stelle weiterhilft.

Ausführlich: Wer hilft weiter? Verantwortliche & Ansprechpartner im Überblick · Erstattung / Bezuschussung ergonomischer Arbeits- und Hilfsmittel

Ergonomie-Siegel und Testurteile

Ergonomie-Siegel können beim Kauf eine erste Orientierung geben, weil bestimmte Kriterien geprüft wurden. Trotzdem gilt: Ein Siegel allein sagt noch nicht, ob ein Produkt in deinem Alltag wirklich passt. Entscheidend sind Einstellung, Nutzung und das Zusammenspiel am Arbeitsplatz. Deshalb sind nachvollziehbare Tests und echte Erfahrungen oft die bessere Grundlage für eine gute Entscheidung.

Häufige Siegel, die dir im Büro- und IT-Bereich begegnen, sind zum Beispiel GS, TÜV „Ergonomie geprüft“, DGUV Test, AGR-Gütesiegel oder TCO Certified. Ein CE-Zeichen allein ist übrigens kein Qualitäts- oder Ergonomie-Siegel.

Ausführlich: Ergonomie-Siegel erklärt

Tests & Empfehlungen: Alle Testberichte im Überblick

Grundausstattung fürs Büro und Homeoffice

Für einen ergonomischen Schreibtischarbeitsplatz brauchst du keine endlose Einkaufsliste. Mit ein paar Basics schaffst du schon sehr viel:

  • Bürostuhl – stabil, gut einstellbar, bequem auch nach mehreren Stunden
  • Schreibtisch – ausreichend groß, idealerweise höhenverstellbar für Sitz-Steh-Wechsel
  • Bildschirm / Setup – so positioniert, dass Kopf und Nacken entspannt bleiben
  • Tastatur & Maus – nah am Körper, damit Handgelenke, Arme und Schultern entlastet werden
  • Beleuchtung – gleichmäßig, blendfrei, ohne störende Reflexionen

Ausführlich: Grundausstattung fürs Büro und Homeoffice

Wenn du überwiegend am Laptop arbeitest, achte besonders darauf, dass der Bildschirm in seiner Position an deine Bedürfnisse angepasst ist. Dies erreichst du durch die Verwendung eines Laptopständers oder durch das Nutzen eines externen Monitors. Außerdem solltest du darauf achten, möglichst eine separate Tastatur und Maus zu nutzen.

Wer hinter dieser Seite steht

FlexiSpot BS12 Pro im Test, Person sitzt auf dem Bürostuhl

Hi, ich bin Stefan. Ich teste Produkte rund um ergonomisches Arbeiten, teile meine Erfahrungen aus dem Büro- und Homeoffice-Alltag und zeige, was wirklich hilft. Was ich empfehle, habe ich selbst ausprobiert – ehrlich, unabhängig und mit einem Blick fürs Praktische.

Unterstützt werde ich dabei gelegentlich von meinem Bruder Andreas. Er bringt sein Wissen aus der Trainings- und Präventionspraxis ein und ergänzt viele Inhalte mit wertvollen Impulsen zur Bewegung am Arbeitsplatz.

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