Ergonomische Tastatur – 5 Bauformen + ausgewählte Empfehlungen

Tippen ist Schwerstarbeit für die Muskeln, Sehnen und Gelenke im Arm. Bestimmt stimmst du mir hier zu. Auch ich war irgendwann an dem Punkt, als ich dies schmerzlich feststellen musste. Deshalb bin ich auf eine ergonomische Tastatur umgestiegen. Deren spezielles Design hilft, die Arme, Hände und Finger in einer möglichst neutralen Haltung zu positionieren. Da es jedoch nicht so leicht ist, auf anhieb die richtige ergonomische Tastaur zu finden, möchte ich dir hier von meiner Erfahrung berichten.

Ich zeige dir, ob es überhaupt eine ergonomische Tastatur sein muss. Du erfährst, welche unterschiedlichen Arten es gibt und, auf welche Faktoren du achten solltest, um das für dich passende Modell zu finden.

Noch eins: Nimm dir Zeit! Manchmal ist es ein Prozess, das richtige Arbeitsgerät zu finden. Dabei solltest du nicht ausschließlich nur auf die beste Ergonomie achten, sondern auch, was sich für dich am besten anfühlt.

Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000 im Test
Meine erste ergonomische Tastatur: Microsoft Natural Ergonomic Keyboard 4000

5 Arten + Empfehlungen

1. Geteilte Tastatur

Eine geteilte Tastatur hat vor allem zum Ziel, die Abspreizung der Finger in Richtung Außenseite der Hand (Ulnardeviation) zu minimieren bzw. eliminieren. Einige Modelle sind darüber hinaus mit einer lateralen Neigung (Zeltform, Dachform) sowie mit einer Möglichkeit zur negativen Tastaturneigung ausgestattet.

Erste Entwicklungen gab es schon in den 90er-Jahren. So z. B. die Marquardt Mini Ergo MF2 (Patent) oder die Northgate Omnikey Evolution – die zur Enttäuschung einiger leider nicht mehr produziert werden. An diesen Modellen orientieren sich die Hersteller auch heute noch.

Geteilte Tastatur mit festem Winkel

Draufsicht auf die Logitech Ergo K860
Eine Draufsicht mit Blick auf die geteilten Tastaturhälften (Logitech Ergo K860)

Das meistverkaufte ergonomische Modell im deutschsprachigen Raum ist die geteilte Tastatur mit festem Winkel. Hier ist der Buchstabenblock in der Mitte zweigeteilt. Dabei sind die Blöcke mit einem gewissen Abstand zueinander getrennt und nach außen gewinkelt. Die Tastatur selbst besteht jedoch aus einem Teil, weshalb sie der konventionellen Standardtastatur am ähnlichsten ist.

Empfehlungen* mit Nummernblock:

Logitech Ergo K860

Nachdem ich nun einige geteilte Tastaturen getestet habe, kann ich ganz klar sagen: die Logitech Ergo K860 hat es in die Reihe meiner Favoriten geschafft. Ihr ergonomisches Design sowie die Einstellmöglichkeiten (negative Tastaturneigung – 0°, 4° und 7°) machen das Tippen besonders angenehm und entlasten Finger und Arme spürbar.

Nennenswert sind auch die Funktions- und Multimediatasten sowie die Möglichkeit, die Tasten mit individuellen Funktionen zu belegen. Einziges Manko ist ggf. die relativ große Breite. Ich nutze die Ergo K860 nur in Verbindung mit einer Trackball Maus, sodass ich den Mausarm (als Rechtshänder) und insbesondere den Schulter- und Nackenbereich weniger belasten muss.

Empfehlungen* ohne Nummernblock:

Microsoft Sculpt

Schmaler gebaut ist die Microsoft Sculpt Ergonomic Desktop, die aufgrund ihrer Form auch als Mantarochen (Manta-Ray) bezeichnet wird. Die geringere Breite bringt Vorteile für Menschen mit Beschwerden in Schulter- und Nackenpartien. Da der Mausarm näher zum Körpermittelpunkt geführt werden kann, werden diese Partien weniger belastet. Auf einen Nummernblock muss man jedoch nicht verzichten, denn dieser liegt separat dabei.

Das geteilte Tastaturlayout entspricht nicht ganz dem genormten und vorgeschrieben QWERTZ-Layout. Die Änderung betrifft aber vor allem die Cursortasten, die nicht als separater Block aufgeführt sind. Um die Breite möglichst kompakt zu halten, wurden diese direkt an den Hauptblock gerückt. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran.

Geteilte Tastatur mit einstellbarem Winkel

Die geteilte Tastatur mit einstellbarem Winkel geht einen Schritt weiter. Bei der Umsetzung gehen die Hersteller unterschiedliche Wege. Das Prinzip jedoch ist immer dasselbe: die zwei Tastaturhälften sind in der Mitte über ein Gelenk miteinander verbunden. Hierüber kann der Teilungswinkel stufenlos oder in definierten Schritten verändert werden.

Empfehlungen*:

Vollständig geteilte Tastatur

Mit einer vollständig geteilten Tastatur ist die höchste Anpassungsfähigkeit garantiert. Hier sind die Tastaturhälften, wie es der Name verrät, komplett voneinander getrennt. Somit kann nicht nur der Teilungswinkel, sondern auch der Abstand der Hälften zueinander ganz individuell an die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse angepasst werden.

R-Go Split – geteilte Tastaturhälften
R-Go Split – geteilte Tastaturhälften

Über separat erhältliche oder integrierte Ergonomie- bzw. Lifting-Kits lassen sich die Hälften in ihrer lateralen Neigung verändern (also in der Mitte anheben). In Kombination der Einstellungsmöglichkeiten und mit einer Handballenauflage ließe sich theoretisch eine fast optimale Neutral-Null-Haltung der Arme und Hände einnehmen. Je ungewohnter und je mehr die Art zu Tippen vom Gewohnten abweicht, desto häufiger treten jedoch Probleme in der Handhabung auf.

Ein solches Design ist mit einer schwierigeren Lernkurve verbunden.

Empfehlungen*:

Hier wird es schon etwas schwieriger, eine konkrete Empfehlung geben zu können. Denn die besten vollständig geteilten Tastaturen sind im deutschsprachigen Raum bzw. mit QWERTZ-Tastaturlayout nur rar vertreten. Dennoch möchte ich ein paar Modelle vorstellen.

Matias Ergo Pro

Die mechanische Tastatur ist mit Quiet Click Switches ausgestattet. Dies sind taktile Schalter, die den schwarzen Alps-SKBM-Switches nachempfunden sind – ähnlich, aber ggf. noch besser als die Cherry MX Brown. Beide Tastaturhälften können mit einem Abstand von bis zu 55 cm zueinander positioniert werden. Über Füßchen vorne und hinten lassen sich unterschiedliche Neigungswinkel anpassen.

Im Vergleich zu der Kinesis Freestyle 2 fühlt sich die Matias Ergo Pro wertiger an. Außerdem ist bei ihr das Lifting-Kit als auch eine weiche und angenehme Handballenauflage mit Gel-Polster im Produktumfang direkt enthalten (bei der Freestyle 2 muss bzw. sollte das VIP3 Accessory Kit separat gekauft werden). Achte darauf: Die Matias ist sowohl für Windows (PC) als auch Mac erhältlich.

  • Kinesis Freestyle Pro (da QWERTY-Layout, optimal zum Programmieren geeignet)
  • Kinesis Freestyle2 (für eine noch bessere Ergonomie empfehle ich für beide Kinesis-Tastaturen zusätzlich den Kinesis VIP3 Accessory Kit, wodurch individuelle Neigungswinkel ermöglicht werden und eine Handballenauflage angebracht werden kann)
  • ZSA Moonlander (die interessanteste ergonomische Tastatur, leider jedoch etwas teuer und nur mit QWERTY-Layout erhältlich)
  • ErgoDox EZ
  • Dygma Raise
  • R-Go Split (günstigere, aber dennoch gute und sehr flache Tastatur, die mit Rubberdome-Tasten ausgestattet ist)

Geteilte Tastaturen mit zwei separaten Tastaturhälften sind auch im Gaming sehr beliebt. So bspw. die Kinesis Gaming Freestyle Edge RGB. Da sie mit Cherry MX brown Schalter (die beliebtesten mechanische Tasten) bestückt ist, kann sie insbesondere und ohne Probleme auch in der Textverarbeitung verwendet werden.

Eine ergonomische Gaming-Tastatur ist oft als Einhandtastatur ausgelegt. Denn zum Zocken wird meist nur die linke Hälfte der Tastatur verwendet. Da auf die rechte Hälfte verzichtet wird, kann die Maus zentral zur Körpermitte hin (körperzentriert) geführt werden, was wesentliche Vorteile für die Ergonomie mit sich bringt – siehe auch Kompakttastaturen.

2. Konturierte Tastatur

Auch die konturierte Tastatur zählt streng genommen zu den geteilten Tastaturen. Denn auch sie hat in einem bestimmten Winkel und Abstand zueinander getrennte Tastenblöcke. Der große Unterschied ist aber deren Oberfläche. Diese sind konturiert, also dreidimensional ausgestaltet. Dabei ist ihre Form und die Anordnung der Tasten an die Anatomie der Hand sowie an die unterschiedlichen Längen der Finger angelehnt.

Die konturierte 3D-Tastatur hat das Ziel, nicht nur eine Neutralhaltung der Arme und Hände zu erreichen, sondern möchte auch die Bewegungen und Belastungen in den Fingern minimieren. Sie orientiert sich an der Beweglichkeit und Kraft der einzelnen Finger. Deshalb sind insbesondere den stärkeren Daumen mehr Tasten zugeordnet als bei Standardtastaturen dies der Fall ist.

Empfehlungen*:

Kinesis Advantage2

Auf den ersten Blick die wohl ungewöhnlichste ergonomische Tastatur überhaupt. Die Kinesis Advantage2 hat ein patentiertes Design und trennt die Tasten in insgesamt 4 Blöcke. Beide Hauptblöcke sind in Mulden angeordnet. Außerdem sind die Tasten (Cherry MX Brown) ortholinear angeordnet. D. h., die Tasten-Spalten sind in einer Linie und parallel zueinander. Bei Standardtastaturen sind diese immer versetzt. Das ortholineare Layout und die vertiefte Anordnung der Tasten vermindert insbesonder Spannungen in Fingern und Händen. Noch besser wird die Ergonomie durch die zusätzlichen Daumentasten (der stärkste Finger wird höher belastet, die anderen dadurch entlastet) sowie die Handballenauflagen.

Die Advantage2 ist in mehreren Tastaturbelegungen erhältlich und kann durch separate Tastensets ganz einfach umgerüstet werden – z. B. QWERTY, QWERTZ oder DVORAK.

Übrigens, die Maltron Tastatur der Entwicklerin Lillian Malt aus dem Jahre 1974 war eine der ersten ergonomischen Tastaturen überhaupt.

3. Kompakttastatur / Schmale Tastatur ohne Nummernblock

Im Grunde genommen sollte jede ergonomische Tastatur als Kompakttastatur ausgelegt sein. Was diese ausmacht, ist ihre kompakte Bauform. Im Englischen wird sie auch oft als Tenkeyless bzw. mit der Abkürzung TKL bezeichnet. Dabei werden im Sinne der wortwörtlichen Übersetzung nicht nur 10 Tasten weggelassen, sondern der komplette Ziffernblock (auch Zehnerblock, Nummernblock, NumPad). Eine Kompakttastatur ist also eine schmale Tastatur ohne Nummernblock. Sie ist in der DIN EN ISO 9241-410 definiert und besitzt ansonsten dieselben Anforderungen wie eine Standard-Volltastatur (Full-Size-Keyboard) – manchmal wird sie auch als 87%-Tastatur bezeichnet.

Das Fehlen des Ziffernblocks bringt einige Vorteile mit sich. So lässt sich die Kompakttastatur aus ergonomischer Sicht korrekt, d. h. der Buchstabenbereich mittig zum Bildschirm ausrichten. Eine Volltastatur ist deshalb immer nach rechts versetzt. Durch den gewonnenen Platz kann die Maus näher zum Körpermittelpunkt geführt werden. Gesundheitliche Probleme wie Schulter- oder Nackenschmerzen treten wesentlich seltener auf.

R-Go Split Kompakttastatur (zusammengesteckte Tastaturhälften)
R-Go Split 75% Kompakttastatur (zusammengesteckte Tastaturhälften)

Falls dennoch häufiger mit Zahlen gearbeitet wird, so empfiehlt es sich, einen separaten Nummernblock anzuschließen – meine Wahl fiel auf den von Cateck*, der per Bluetooth verbunden wird und sogar eine separate Taste für den Taschenrechner besitzt. Dieser kann nach der Verwendung wieder weggeschoben werden, wodurch wieder Platz frei wird für die Computermaus oder andere Eingabegeräte. Oder du positionierst ihn direkt neben der Maus, sodass du ihn immer in Reichweite hast, wenn du mal schnell Zahlen eingeben möchtest.

Kompakttastaturen sind ebenfalls als geteilte Tastatur erhältlich (siehe oben). Es gibt jedoch auch konventionelle Modelle. Hier sind es besonders die mechanischen Gaming-Tastaturen, die positiv herausstechen (empfohlen werden Switches Cherry MX Brown oder MX Blue).

Empfehlung*:

Keychron K8

Die mechanische Tenkeyless Tastatur Keychron K8 ist hochwertig, durchdacht und bringt vieles mit, das ich mir persönlich von einer Tastatur wünsche. Sie funktioniert kabellos und lässt sich per Bluetooth mit insgesamt 3 verschiedenen Geräten verbinden. Der 4000 mAh Akku reicht bei normaler Nutzung und ausgeschalteter Hintergrundbeleuchtung (ja, es ist sogar eine RGB-Hintergrundbeleuchtung integriert) bis zu 240 Stunden. Im Lieferumfang sind zusätzliche Tastenkappen für Windows- bzw. Mac-Betriebsysteme enthalten. Für eine bessere Orientierung sind die einzelnen Tastenblöcke in unterschiedlichen Grautönen gehalten.

Vielleicht interessant: Die Keychron K8 ist Hot-Swap-fähig. Das heißt, du kannst die Schalter ganz einfach und ohne Löten tauschen (fast alle mechanischen 3-Pin- und 5-Pin-Schalter im MX-Stil sind kompatibel – einschließlich Gateron, Cherry, Kailh usw.). Somit lassen sich mit ein wenig Aufwand die individuell passenden Schalter testen und finden.

Tipp: Wenn du dich für eine Kompakttastatur interessierst, solltest du unbedingt eine geeignete Handballenauflage verwenden. Orientiere dich an der Höhe und Breite der Tastatur, um die richtige Auflage zu finden. Ich persönlich kann die Glorious PC Gaming Race* in der Größe TKL empfehlen.

Ultrakompakte Tastaturen (75%-, 65%-, 60%- oder 40%-Tastatur), die außer auf den Ziffernblock auch auf die Navigationstasten oder auf die Reihe der Funktionstasten verzichten, sollten für die Arbeit am Computer vermieden werden. Sie entsprechen nicht den Standard-Anforderungen für eine Tastatur und können aufgrund ihrer sehr schmalen Bauweise und der fehlenden Abständer der Tastenblöcke zueinander wieder zu mehr Nachteilen beim Tippen beitragen.

4. Ortholineare Tastatur

Eine ortholineare Tastatur hat eine veränderte Anordnung der Tasten. Bei unserem gewohnten QWERTZ-Layout sind die Reihen zueinander verschoben, sodass ein Versatz der Spalten entsteht. Im Englischen wird dies mit „staggered“ übersetzt, was so viel heißt wie „versetzt, gestaffelt, gestuft“. Dieser Versatz kommt ursprünglich von der mechanischen Schreibmaschine. Denn dort war jede Taste mit einer einzelnen Betätigungsstange verbunden. Damit es zu keinem Einklemmen kam, wurden die Tasten zueinander versetzt. Bei der Umstellung auf Computertastaturen wurde diese Anordnung übernommen – dabei war dies nur aus Sicht der Gewohnheit sinnvoll.

Ergonomisch sinnvoller ist das ortholineare Layout, oder auch säulenförmige Layout (vom Englischen „columnar“). Hier sind sowohl die horizontalen Reihen als auch die vertikalen Spalten in einem rechten Winkel, parallel zueinander positioniert. Die Tastaturbelegung ist jedoch üblicherweise dieselbe wie bei einer Standardtastatur – also QWERTZ oder QWERTY.

Ortholineare Tastatur Planck EZ (Screenshot)
Ortholineare Tastatur Planck EZ (Screenshot: www.zsa.io/planck/)

Ortholineare Tastaturen sind in unterschiedlichen Gestaltungsformen erhältlich. Besonders ergonomische Ausführungen wie z. B. die ZSA Moonlander verschieben die Spalten zueinander, sodass ein leichter Versatz der Reihen entsteht. Hierdurch soll die unterschiedliche Länge der Finger berücksichtigt werden (vergleiche dazu die konturierten Tastaturen).

Dem Nischendasein geschuldet, finden sich auf dem Markt leider noch sehr wenige kommerziell erhältliche Modelle. Als DIY-Tastaturen sind sie jedoch sehr beliebt.

Empfehlung*:

5. Spezialtastaturen

Bei fortgeschrittenen Beschwerden, bei bestimmten, auch computerbedingten Erkrankungen, bei vorhandenen körperlichen Einschränkungen oder für gewisse Arbeitsaufgaben ist eine Spezialtastatur oft nur noch die einzige oder mindestens aber die bessere Wahl. In jedem Fall empfiehlt es sich jedoch, ärztlichen und fachlichen Rat einzuholen.

Welche ergonomische Spezialtastaturen gibt es?

  • Vertikal geteilte Tastatur (z. B. SafeType)
    Hier sind die Buchstabenblöcke für die rechte und linke Hand um bis zu 90° in die Vertikale gedreht. Auf diese Art kann die Rotation der Unterarme begrenzt und so eine Neutralhaltung erreicht werden.
  • Akkord-Tastatur (z. B. Twiddler, Velotype Keyboard)
    Eine Tastatur, die allein durch Bewegung der Finger und oft auch nur mit einer Hand betätigt wird. Buchstaben und Ziffern werden durch Kombination von Tasten in sogenannten „Akkorden“ erzeugt. Akkord-Tastaturen eignen sich für Arbeiten im Stehen, Gehen oder Liegen (bei Bettlägerigkeit). Sie zählen zu den schnellsten und exaktesten Eingabegeräten für Texte (Einsatz in der Stenographie).
  • Tastenlose Tastatur (z. B. orbiTouch)
    Die Eingabe von Buchstaben, Ziffern, Symbolen und Tastenfunktionen funktioniert auf die gleiche Art und mit derselben Anstrengung – z. B. durch das Bewegen tellerartiger Kuppeln (eine pro Hand). Tastenlose Tastaturen sind optimal für Menschen mit körperlichen Einschränkungen geeignet.
  • Einhandtastatur/ Halb-Tastatur (z. B. Matias Half Keyboard, Half-QWERTY, Maltron Single Hand Keyboard)
    Die Bedienung erfolgt ausschließlich über eine Hand. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um eine vollständig geteilte Tastatur mit nur einer Tastaturhälfte. Solche Modelle sind auch optimal für Gaming geeignet, da oft nur die linke Tastaturhälfte benötigt wird – ergonomische Gamer Einhandtastatur.
  • Stuhlmontierte Tastatur (DIY-Lösungen)
    Hierbei handelt es sich meist um eine zweigeteilte Tastatur, deren Hälften an den Armlehnen des Bürostuhls montiert werden oder in diese integriert sind. Die Kinesis Evolution Adjustable Keyboard wird leider nicht mehr produziert.

Und zuletzt gibt es da noch die vielen DIY-Tastatur-Lösungen im Netz (z. B. Atreus, Dactyl). Dies sind sehr individuelle Tastaturen, die die unterschiedlichen oben beschriebenen Gestaltungsmöglichkeiten miteinander kombinieren. Mit ein bisschen handwerklichem Geschick, ggf. mit einem 3D-Drucker, einer Lötstation und Spaß am Basteln kannst du dir so ganz einfach deine eigene ergonomische Tastatur erstellen.

  • Community mit Infos, Ideen und Tutorials: Deskthority wiki, geekhack keyboard enthusiasts und natürlich YouTube
  • Onlineshop für Bausätze, Zubehör, usw.: Keebio, KBDfans

Welches ist die beste ergonomische Tastatur?

Leider lässt sich diese Frage nicht so ohne Weiteres beantworten. Warum? Mit einem einfachen Tastatur-Test ist es hier nicht getan. Ich habe zwar schon einige getestet und könnte mit dieser Erfahrung eine Liste mit Testsieger aufstellen. Das Problem ist: wir sind alle verschieden. Du hast andere Voraussetzungen, Bedürfnisse und Vorlieben als ich. Außerdem ist dein Aufgabenbereich womöglich ganz anders als meiner. Deshalb ist es zuerst einmal wichtig, dir diese Punkte selbst klarzumachen. Nur so findest du die für dich beste ergonomische Tastatur.

Stell dir also folgende Fragen bzw. mache dir über folgende Punkte Gedanken:

  • Krankheit:
    Bei einer Erkrankung in Fingern, Händen und Armen muss das Eingabegerät zu den körperlichen Beeinträchtigungen passen. In diesem Fall ist es auch möglich eine ergonomische Tastatur auf Rezept erstattet zu bekommen.
  • Körpermaße:
    Deine körperlichen Voraussetzungen können ein Kriterium für die Auswahl der richtigen Tastatur sein. So sind z. B. vollständig geteilte Tastaturen sehr gut geeignet für groß gewachsene und übergewichtige Menschen (breite Schulter, großer Bauchumfang).
  • Vorlieben:
    Mechanische Tasten oder Rubberdome Tasten, zusätzliche Funktions- und Multimediatasten, mit oder ohne Nummernblock, integrierte, separate oder fehlende Handballenauflage – es gibt viele Unterschiede und Faktoren, die eine persönliche Lieblingstastatur ausmachen können. Werde dir dessen bewusst und schau, ob es ggf. auch eine passende ergonomische Variante im Handel gibt.
  • Arbeitsaufgabe:
    Textverarbeitung, Eingabe von Zahlen, Programmieren – die hauptsächliche Arbeitsaufgabe kann entscheidend für die Auswahl sein. Hier kommt neben dem ergonomischen Design auch die optimale Tastenbelegung (QWERTZ, QWERTY, Dvorak, Coleman, Neo, usw.) ins Spiel.

Was ist eine ergonomische Tastatur?

Eine ergonomische Tastatur ist die empfohlene Alternative zur konventionellen Standardtastatur. Sie wird auch als Reformtastatur bezeichnet und ist ein speziell designtes Eingabegerät für Computer, Laptop, aber auch Tablet. Ihr Fokus richtet sich besonders auf die Ergonomie beim Tippen. Dabei soll durch ihre Nutzung in erster Linie eine Verbesserung in Hand- und Unterarmhaltung erreicht werden, ohne jedoch die restliche Körperhaltung negativ zu beeinflussen.

Die ergonomische Tastatur ist ein zentraler Bestandteil der Prävention – wie auch die ergonomische Maus. Sie soll mögliche Beschwerden oder gar Krankheiten (RSI-Syndrom – Repetitiv-Strain-Injury-Syndrom, Karpaltunnelsyndrom, usw.) durch die Tipp-Arbeit am Computer verhindern. Ihr oft außergewöhnliches Design hat zum Ziel, dass sich der Körper intuitiv und automatisch in einer ergonomischen Haltung positioniert. Messbare Belastungen auf Gelenke, Muskeln, Nerven und Sehnenscheiden sind nachweislich geringer als bei herkömmlichen Tastaturen.

Hersteller bieten ergonomische Tastaturen in unterschiedlichen Gestaltungsausführungen an. Entweder mit nur einem oder mit einer Kombination der folgenden Merkmale:

  • Auswärtsdrehen:
    Die Buchstabenfelder sind in der Mitte geteilt und nach außen gedreht.
  • Zwei Tastaturhälften:
    Eine separate Tastaturhälfte für die linke und eine für die rechte Hand.
  • Laterale Neigung:
    Die Mitte der Tastatur liegt höher. Deshalb wird auch oft von einer Dach-Form bzw. Zelt-Form gesprochen.
  • Neutrale oder negative Tastaturneigung:
    Die Tastatur wird entweder flach auf der Arbeitsfläche positioniert oder bestenfalls um ihre Längsachse zum Bildschirm hin gedreht.
  • Optimierte Tastenanordnung mit konturierter 3D-Oberfläche:
    Die Tastenfelder und die Anordnung der Tasten darin sind der Anatomie der Hände und Finger angepasst. Hierfür wird auch die Oberfläche der Tastatur insgesamt mit Vertiefungen oder Erhöhungen verändert (dreidimensionale Oberfläche). Außerdem sind oft mehrere Tasten für den beweglichsten Finger des Menschen, den Daumen, vorgesehen. Und zuletzt lässt sich auch die Form der Tasten an die der Fingerkuppen anpassen.
  • Auflage für Handballen:
    Vor der Tastatur ist eine weiche Handballenauflage angebracht.
  • Individuelle Anpassbarkeit:
    Eines oder alle bisher genannten Merkmale sind individuell an die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben anpassbar.

Zu dieser Liste lässt sich noch ein weiterer Punkt anfügen: die ergonomische Tastenbelegung. Unser im deutschen Sprachraum gewohntes QWERTZ-Layout (bzw. QWERTY für den englischen Sprachraum) ist noch ein Überbleibsel aus der Zeit der mechanischen Schreibmaschinen. Bei der Umstellung auf die Computertastatur wurde dieses vorwiegend aus Gründen der Gewohnheit übernommen. Heute gibt es aber weiterentwickelte und im Sinne der Ergonomie bessere Alternativen.

Ergonomische Tastenbelegungen ordnen die Zeichen und Tastenfunktionen so an, dass die Belastungen der Hände gleichmäßiger und die Belastungen der Finger verstärkt auf die starken Zeige- und Mittelfinger liegen. Im englischsprachigen Raum sind die Dvorak- oder Colemak-Tastenbelegung verbreitet. Bei uns gilt dies vor allem für die NEO-Tastenbelegung.

Für wen ist eine ergonomische Tastatur geeignet?

Machen wir´s kurz: Um in den Genuss aller Vorzüge einer ergonomischen Tastatur zu kommen, ist es zwingend notwendig, dass du das Zehn-Finger-System beherrschst. Mit dem Zweifingersuchsystem kann es sogar zur Verschlechterung der Ergonomie und Performance beim Tippen kommen.

Ansonsten sprechen folgende Gründe für die Verwendung einer ergonomischen Tastatur:

  • Es bestehen schon erste Beschwerden, die beim Tippen spürbar sind.
  • Du leidest an einer bestimmten Krankheit oder körperlichen Beeinträchtigung, die die Arme, Hände oder Finger betreffen (z. B. Karpaltunnelsyndrom, RSI-Syndrom, Ulnarisrinnen-Syndrom, Epicondylitis, Rheuma, Arthrose o. Ä.) – in einem solchen Fall solltest du aber immer ärztlichen Rat einholen!
  • Wenn du mehr als 10 Stunden die Woche tippst.
  • Vor allem bei Computerarbeiten mit viel Textverarbeitung und Dateneingabe.
  • Wenn du sehr breite Schultern hast – z. B., weil du groß gewachsen oder übergewichtig bist.
  • Wenn du einen großen Bauchumfang besitzt – auch in der Schwangerschaft.

Ist eine ergonomische Tastatur sinnvoll?

Vergleich: Spannungen im Handgelenk bei unterschiedlichen Tastaturen
Spannungen im Handgelenk (Dorsalextension)

Wer einmal auf eine ergonomische Alternative gewechselt hat, bleibt auch dabei. Jedenfalls tun das die meisten so. Hat man sich daran gewöhnt, in entspannter Haltung zu tippen, gibt es eigentlich keinen Grund, wieder auf eine Standardtastatur zurückzukommen. Besonders auch dann, wenn man sich der Probleme bewusstwird, die bei der Benutzung einer gewöhnlichen Tastatur entstehen.

Allgemeine Probleme durch die Benutzung einer konventionellen Standard-Tastatur:

  • Abweichungen von der Neutralposition:
    Finger, Handgelenke, Arme und Schultern werden bei der Tipparbeit in eine sehr unnatürliche Haltung gezwungen. So tritt bspw. eine Abspreizung der Finger in Richtung Außenseite der Hand auf (Ulnardeviation). Außerdem findet eine Streckung des Handgelenks zum Handrücken hin statt (Hand-Extension bzw. Dorsalextension). Und es kommt zum Einwärtsdrehen der Hände (Pronation).
  • Hohe Belastungen:
    Gelenke, Muskeln, Sehnen und Sehnenscheiden sowie Nerven sind lokal sehr hohen Belastungen ausgesetzt.
  • Mögliche Entstehung von Erkrankungen:
    Fehlhaltungen, statische Belastungen und gleichförmige und sich häufig wiederholende (repetitiv) Bewegungen mit einem meist sehr ungünstigen Kraftaufwand können auf Dauer negative Auswirkungen mit sich bringen. Im besten Fall handelt es sich dabei nur um verfrühte Ermüdungserscheinungen. Schlechtesten Falls können diese Belastungen jedoch zur Entstehung von Krankheiten beitragen.
Vergleich: Herkömmliche Tastatur und ergonomische Tastatur
links: Ulnar-Deviation bei einer Standardastatur; rechts: Besserung bei einer ergonomischen Tastatur

Vorteile

Die optimale ergonomische Tastatur versucht, die aufkommenden Probleme bei einer Standardtastatur durch cleveres Design sowie teilweise durch individuelle Anpassungsmöglichkeiten zu minimieren bzw. eliminieren.

  • Tippen in einer möglichst neutralen Haltung
    Über das Design, die Anordnung der Tasten, aber auch die Art der Eingabe lässt sich erreichen, dass Arme und Hände in der sogenannten Neutral-Null-Stellung gehalten werden können (Gelenkstellung, die ein gesunder Mensch im aufrechten Stand mit hängenden Armen, nach vorn gehaltenen Daumen und parallel ausgerichteten Füßen sowie gerade nach vorne gewendetem Blick einnimmt). In dieser Neutralposition kann allgemein davon ausgegangen werden, dass die muskulären Belastungen gering sind.
    Das Tippen auf einer ergonomischen Tastatur verursacht merklich weniger Belastungen. Es kommt oft schon nach kurzer Zeit zu einer Besserung bestehender Beschwerden. Außerdem treten weniger verfrühte Ermüdungserscheinungen auf.
  • Weniger Belastungen im Mausarm (vor allem bei Rechtshändern)
    Eine Tastatur ohne Nummernblock, auch Kompakttastatur genannt, hat den großen Vorteil, dass sie an Breite verliert. Dadurch kann der Mausarm bei Rechtshändern näher am Körper geführt werden. Dies hat besonders positive Auswirkungen auf den Schulter- und Nackenbereich.
    Deshalb sollte eine ergonomische Tastatur bestenfalls immer ohne integrierten Zehnerblock gestaltet sein. Wird der Block dennoch benötigt, kann ein separater verwendet werden.
  • Angenehme Ruhephasen möglich
    Entweder mit Handballenauflage oder ohne, eine ergonomische Tastatur ermöglicht den Fingern und Händen Ruhephasen mit maximaler Erholung.
  • Individuelle Anpassbarkeit
    Jeder Mensch ist anders. Deshalb benötigt oder bevorzugt auch jeder eine etwas andere Einstellung. Eine individuelle Anpassung der Tastatur vermindert die Belastungen beim Arbeiten und erhöht den Schreibkomfort. Für noch mehr Ergonomie sorgen wechselbare Tasten (mechanische Tasten), eine andere Anordnung der Tasten und ein programmierbares Tastaturlayout mit oder ohne zusätzliche Funktionstasten für Makros und Shortcuts.
  • Ähnliche oder gar höhere Produktivität
    Eine anfängliche Verschlechterung der Tippgeschwindigkeit durch die Umgewöhnung kann schon nach kurzer Lernphase wieder aufgeholt werden. Die meisten erreichen eine ähnliche und einige sogar eine höhere Performance als zuvor.
  • Hohe Akzeptanz
    Je weniger extrem die Veränderung des ergonomischen Modells zum herkömmlichen Design ausfällt, desto höher ist die Akzeptanz. Wer sich aber einmal daran gewöhnt hat, möchte nicht mehr auf eine Standardtastatur zurückwechseln.

Nachteile

  • Höherer Preis
    Ergonomische Tastaturen sind noch immer eher ein Nischenprodukt. Dies ist aber nicht der einzige Grund, weshalb sie meist teurer als konventionelle Tastaturen sind. Forschung und Entwicklung, andere, komplexere Fertigungsprozesse, meist auch bessere Qualität und längere Nutzungsdauer rechtfertigen die Preise jedoch (größtenteils).
  • Eingewöhnungsphase/ Umgewöhnung
    Egal, wie sie gestaltet ist, eine Reformtastatur bedarf einer gewissen Eingewöhnungsphase. Je spezieller die Tastatur und je abweichender die Art zu Tippen, desto länger ist die Lernkurve. Zu Beginn ist deshalb garantiert mit einer verlangsamten Schreibgeschwindigkeit zu rechnen. Es ist möglich, dass die bisherige Performance nicht vollständig erreicht wird. Manche klagen anfangs aufgrund der Umgewöhnung über muskuloskelettale Beschwerden, die sich jedoch nach kurzer Zeit wieder legen.
  • Negative Effekte auf die restliche Körperhaltung
    Diese Nachteile variieren natürlich je nach Art der Tastatur. Ist sie sehr breit gebaut, können höhere Belastungen in der Schulter/ im Nacken auftreten. Denn der Mausarm (bei Rechtshändern) muss weiter außen geführt werden. Bei einer negativen Tastaturneigung wird die Tastatur üblicherweise vorne höher. Damit nun die Handgelenke und Ellbogen wieder auf einer Linie liegen, muss entweder der ergonomische Schreibtisch tiefer- oder der Stuhl höhergestellt werden. Bei ersterem liegen dann aber die Maus oder andere Eingabegeräte zu tief. Außerdem wird die Tischhöhe insgesamt für Tätigkeiten wie Schreiben unkomfortabel. Wird der ergonomische Bürostuhl höhergestellt, muss höchstwahrscheinlich zwingend eine Fußstütze verwendet werden. Wird am Schreibtisch eine separate Tastaturablage angebracht, birgt dies ebenfalls Probleme – weniger Beinfreiheit, häufiger Positionswechsel für verschiedene Tätigkeiten, erhöht den Abstand zum Bildschirm, usw.
  • Schwierigkeiten beim Tippen
    Vollständig getrennte und weit auseinander liegende Tastaturhälften sowie eine laterale Neigung (Zeltform bzw. Dachform) wirken sich positiv auf die Belastungen beim Tippen aus. Beides sind aber auch Gründe, die die Produktivität bzw. Performance (Tippgeschwindigkeit und Fehlerfreiheit) negativ beeinflussen können.
  • Kein konkreter wissenschaftlicher Beweis…
    für den Schutz vor computerbedingten Krankheiten. Es gibt Studien, die beweisen, dass ergonomische Eingabegeräte Belastungen reduzieren oder gar eliminieren. Dass sie jedoch vor der Entstehung von Krankheiten wie RSI-Syndrom oder Karpaltunnelsyndrom schützen, ist nicht bewiesen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass die besagten Erkrankungen darüber hinaus von anderen Einflussfaktoren abhängen.

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Vielen Dank für deine Unterstützung,
Stefan

7 Gedanken zu „Ergonomische Tastatur – 5 Bauformen + ausgewählte Empfehlungen“

    • Hallo Markus,

      danke für den Hinweis. Ich werde mir die ergonomische Tastatur mal genauer anschauen – und dann ggf. hier ebenfalls aufnehmen.
      Interessant finde ich ja direkt die in der Mitte andockbaren Module mit zusätzlichen Daumentasten bzw. Maus-Funktionen (Trackball, Trackpoint, Touchpad).

      Grüße,
      Stefan

      Antworten
  1. Die Hervorhebung der Ortho-Tastaturen finde ich nicht nachvollziehbar. Vor allem, da als Verbesserung das leichte Versetzen der Spalten wieder vorgenommen wird. Das war wohl eher ein Design-Gag. Am angenehmsten ist eigentlich die Spracheingabe, so lange man keinen anderen damit stört. Aber danke für den ausführlichen Vergleich.

    Antworten
  2. Sehr guter Beitrag! Die Matias Ergo Pro würde ich nicht empfehlen. Bei mir ist die erste nach einem Jahr kaputt gegangen, die zweite (über Garantie) ebenfalls nach etwas über einem Jahr. Das Problem kommt anscheinend bei vielen vor. Nun weiß ich allerdings nicht, ob schon das nächste Modell raus ist, oder ob’s immer noch diese Probleme gibt. Auf Amazon gab’s die Tastatur eine Weile nicht, da die Bewertungen unterirdisch waren, jetzt sieht’s nach einem neuen Produkt aus, aber auf dem Bild sieht die Tastatur identisch zur alten aus. (Die Tastatur ist an sich spitze, nur die kurze Lebensdauer ist nicht akzeptabel.)

    Bei der Advantage (auch Moonlander und Ergodox) ist ein großes Problem, dass 10-Finger-Schreiben nicht „normal“ geht, weil die Tasten in festen Spalten (orthonormal) angeordnet sind. Bei der üblichen Tastatur sind die Tasten in den Spalten leicht versetzt. Ich konnte mich auch nach mehreren Tagen nicht umgewöhnen. Das sollte man auf jeden Fall beachten, wenn auf einer normalen Tastatur das 10-Finger-System gelernt hat.

    Ich denke momentan ist die beste ergonomische Tastatur die Freestyle 2. Ich habe mich auch intensiv mit Tastaturen beschäftigt, und meine Erkenntnisse zusammengetragen: https://ergotastatur.de/

    Antworten
    • Hallo Johannes,
      danke für deine Erfahrungen mit dem Umgewöhnen auf das veränderte Tastaturlayout und den Problemen mit der Matias Ergo Pro. Das mit der ergonomischen Tastatur kann ich bisher nicht bestätigen, aber ich werde es im Testbericht entsprechend berücksichtigen. Aus ergonomischer Sicht ist die Matias aber wirklich eine der besten.

      Die Freestyle2 würde ich nur mit dem passenden VIP3 Accessory Kit von Kinesis empfehlen. So kannst du auch hier vom Vorteil der Handballenauflagen und von der Möglichkeit zur lateralen Neigung profitieren.
      Die Freestyle Pro besitzt mechanische Schalter (Cherry MX brown), die fast noch besser zum Tippen sind. Leider ist diese aber nur in QWERTY erhältlich – was aber bspw. optimal zum Programmieren geeignet ist.

      Viele Grüße,
      Stefan

      Antworten
      • Ja, die Matias ist ergonomisch super. Ich verlinke hier mal zwei Seiten, wo Probleme berichtet werden, die ich auch hatte: https://geekhack.org/index.php?topic=90274.0 und https://arstechnica.com/civis/viewtopic.php?f=11&t=1438647

        Für den Preis geht das nicht. Auf Amazon waren es einige Dutzende Nutzer mit Beschwerden. Vielleicht wurden die Probleme ja behoben.

        Freestyle 2 natürlich nur mit VIP Kit, alles andere wäre unsinnig. Ich hab meine seit über 5 Jahren und bin sehr zufrieden.

        QWERTY kann ich fürs Programmieren nicht empfehlen, da man ständig Sondertasten benutzt (alle möglichen Klammern, größer/kleiner, etc.). Für mich wäre es zumindest ein sehr hoher Preis sich da umzustellen. Daher kommt die Freestyle Pro nicht in Frage.

        In Deinem Bericht finde ich die Dygma Raise am interessantesten! Sieht wirklich perfekt aus, weshalb ich sie wohl als nächste ausprobieren werde.

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        • Danke für die Links. Kann leider auch nichts Neues darüber berichten, ob das aktuelle Tastatur-Modell überarbeitet wurde.

          QWERTY, also das US ANSI Tastaturlayout ist aber gerade wegen des besseren Erreichens von Klammern, Semikolon, Backslash usw. fürs Programmieren zu empfehlen. Trotzdem ist es eine ganz schöne Umstellung. Falls du aber auch noch regelmäßig deutsche Texte tippen möchtest, könnte es frustrierend werden. Es fehlen ja bspw. die Umlaute.

          Die Dygma Raise wird auch eine meiner nächsten Tastaturen sein. Da hier das gewohnte QWERTZ-Layout verwendet wird (leider nur als schwarzes Gehäuse erhältlich), wird es weniger Probleme mit der Eingewöhnung geben.

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