Fujitsu KBPC E USB-Tastatur – Testbericht

Sie ist schon viele Jahre auf dem Markt und zählt zu den Verwandlungskünstlern unter den ergonomischen Tastaturen. Ich habe die Fujitsu KBPC E USB-Tastatur ausführlich getestet. Du erfährst im Testbericht die positiven als auch kritischen Merkmale, die mir aufgefallen sind. Außerdem zeige ich Dir Tipps, weshalb und wie Du die Tastatur auf Deine Bedürfnisse einstellen solltest.

Hinweis: Bilder zum Test sind in Arbeit und folgen in Kürze. Ich werde sie dann an geeigneter Stelle einfügen und den Bericht ergänzen.

Produktmerkmale

Drei Einstellungsmöglichkeiten

In Sachen Ergonomie hat die Fujitsu KBPC E einiges zu bieten, wo andere vergleichbare Tastaturen nicht mithalten können. In erster Linie sind dies aber die drei Einstellmöglichkeiten. Dadurch lässt sie sich individuell auf unterschiedliche Bedürfnisse und Vorlieben anpassen. Jedoch sollte auch hier das Ziel immer sein, die Abweichung von der Neutralhaltung der Hände und Arme so gering wie möglich zu halten.

Das Tastenfeld lässt sich über ein im oberen Bereich befindliches Scharnier in zwei Hälften teilen. In 5°-Schritten lässt sich der Teilungswinkel von 0-30° einstellen.

Außerdem kann die Fujitsu KBPC E USB-Tastatur zur Mitte hin angehoben werden. Diese sogenannte laterale Neigung kann mit Hilfe von zwei Kunststofflaschen angepasst werden. Auf diese Weise sind Winkel von 0°, 10° und 16° möglich.

Im Ausgangszustand hat die ergonomische Tastatur eine Frontalneigung von 6°. Über zwei Füßchen im hinteren Bereich kann dieser Winkel auf 12° erhöht werden.

Hinweis: Ich rate dazu, die Füßchen nicht zu gebrauchen. Mehrere Studien konnten nachweisen, dass es durch das Aufstellen zu einer Überstreckung der Handgelenke Richtung Handrückseite kommt, der sog. Dorsalextension. Besser wäre eine negative Neigung, welche im richtigen Winkel zu einer Entlastung im Handgelenk sorgen kann.

Kompaktes Tastaturlayout

Die Fujitsu KBPC E ist schmaler gebaut als vergleichbare Tastaturen mit geteiltem Tastenfeld – Maße: 38,3 x 25,6 x 4,2 cm (B x T x H). Möglich ist dies aber vor allem durch den konstruktiven Verzicht auf den Nummernblock. Dadurch zählt sie zu den Kompakttastaturen. Dennoch wurden die einzelnen Tastenblöcke (Buchstabenfeld, Curser-Tasten, Windows-Tasten, Funktionstasten und Sonstige) spürbar und sichtbar voneinander getrennt. Auf Multimediatasten wurde jedoch verzichtet.

Besonders erwähnenswert ist die Positivbeschriftung der Tasten – also dunkle Schrift auf hellem Untergrund. Die Schrift ist übrigens nicht aufgeklebt, sondern mit Hilfe von Lasertechnik aufgebracht. Das Gehäuse ist leicht angeraut, was eine reflexionsarme Oberfläche garantiert.

Positionierung der Tasten

Hier möchte ich in erster Linie die zusätzliche Tastenreihe auf der linken Seite ansprechen. Zu Beginn der Umgewöhnung auf die KBPB E ist es mir öfters passiert, dass ich falsch gegriffen und mich deshalb vertippt habe. Intuitiv hab ich mich beim Blindschreiben an der Tastenreihe ganz links orientiert. Das Buchstabenfeld fängt aber eine Reihe weiter rechts an. Probleme traten hierbei dann auf, wenn ich bspw. die Umschalt-Taste in Verbindung mit der Maus zum Markieren nutzen wollte. Außerdem, wenn ich Shortcuts (STRG + C bzw. CMD + C) nutzen wollte.

Mit der Zeit habe ich mich aber an das neue Tastenlayout gewöhnt. Vertipper oder falsch gegriffene Tastenkombinationen sind ab dann eher selten bis gar nicht mehr aufgetreten.

Rubberdome Tasten

Als Tastentechnik wurde auf Rubberdome gesetzt. Der Druckpunkt liegt tief, aber ist spürbar. Für eine angenehmere und leichtere Bedienung sind die Tasten mit Mulden für die Finger versehen. Sie lassen sich leicht entnehmen, was vor allem für die Reinigung wichtig ist.

Das Schreibgefühl war für mich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Von meiner Microsoft Surface Ergonomic Keyboard war ich kurze und relativ harte Tastenanschläge gewöhnt. Die Tastenwege der Fujitsu KBPC E sind hier im direkten Vergleich aber sehr lang und fühlen sich weich und schwammig an. Meine Schreibgeschwindigkeit hat deshalb ein wenig gelitten. Außerdem habe ich die längeren Wege vor allem zu Beginn der Umgewöhnung gespürt.

Mechanische Tasten oder eben Rubberdome Tasten mit kürzeren und härteren Anschlägen würde ich persönlich bevorzugen. Dennoch kann man sich auch an diese Tasten gewöhnen (was auch mir nach ein paar Tagen gelungen ist), bzw. gibt es Menschen, die genau solche präferieren.

Modulare, einstellbare Handauflage

Vor dem Tastenfeld kann modular eine zweigeteilte Handballenauflage mit rauer Kunststoffoberfläche installiert werden. Modular bedeutet aber nicht, dass man diese auch weglassen könnte/ sollte. Dies wurde höchstwahrscheinlich aus Gründen der Fertigung (Made in Germany), des einfacheren Transports und ggf. auch wegen des späteren Recyclings (komplett demontierbar) so umgesetzt.

Jeweils zur Mitte hin befindet sich ein Drehrad. Über diese können Auflage Auflagepunkte stufenlos in der Höhe verstellt werden. So wird garantier, dass die Handauflage bei jeder möglichen Winkeleinstellung der Tastenfelder immer auf jeweils zwei Auflagepunkte aufliegen. Mit etwas Geschick schafft man es dann auch, dass die Tastatur stabil auf dem Schreibtisch steht.

Im beigelegten „Quick Start Guide“ ist zwar aufgeführt, dass es die Drehränder gibt, aber es wird nicht erklärt, weshalb und wie diese verwendet werden sollten.

Vor- und Nachteile der Fujitsu KBPC E USB-Tastatur

Vorteile

  • Sehr gute Ergonomie – mehrere Einstellungsmöglichkeiten
  • Teilungswinkel individuell von 0°-30° einstellbar
  • Laterale Neigung (Neigung zur Mitte hin) in 3 Stufen einstellbar – 0°, 10°, 16°
  • Handballenauflage (aus rauem Kunststoff)
  • Kompakte Bauweise – ergonomische Maus kann näher zur Körpermitte geführt werden
  • Intuitiv, blind bedienbar – für Menschen geeignet, die das Zehnfingersystem beherrschen
  • Positivbeschriftung – reflexionsarme Oberfläche
  • Made in Germany – ressourcenschonend gefertigt, komplett demontierbar und getrennt recycelbar

Nachteile

  • keine optimale Ergonomie – negative Neigung nicht möglich
  • Rubberdome-Tasten mit weichem Feedback – schnelles Schreiben wird zur Übungssache
  • Zusätzliche Tastenreihe links etwas gewöhnungsbedürftig
  • Wirkt trotz Kompaktheit „globig“
  • Hohe Bauweise – dies kann ggf. zu leicht höheren Belastungen in Schultern führen
  • Nur kabelgebunden erhältlich

Fazit

Die Fujitsu KBPC E USB-Tastatut überzeugt im Test definitiv aufgrund ihrer individuellen Einstellmöglichkeiten. Jene, sowie die schmale Bauweise, eine intelligent gelöste Handballenauflage als auch die qualitative Positivbeschriftung runden das Ergonomiekonzept ab.

Negativ erwähnenswert aus ergonomischer Sicht ist die etwas hohe Bauweise. Wenn aber ansonsten alle Arbeits- und Hilfsmittel aufeinander abgestimmt sind, sollte dies das kleinste Problem sein.

Geeignet ist die Kompakttastatur sowohl für Ergonomie-Einsteiger als auch bewusste Verbraucher. Wer noch nie mit einer geteilten Tastatur gearbeitet hat und nicht weiß, ob ein solche etwas für einen ist, kann die KBPC E theoretisch auch wie eine herkömmliche Tastatur benutzen. Im besten Fall wird die Ergonomie jedoch voll ausgenutzt. Dann kann ich sie besonders für Menschen empfehlen, die das 10-Finger-System beherrschen und sich und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun möchten.

Stefan
Über Stefan 53 Artikel
Mein Name ist Stefan, ich habe Maschinenbau studiert und eine Weiterbildung zum Gesundheitsmanager absolviert. Gesundheit allgemein und speziell das Thema Ergonomie interessieren mich seit eh und je. Mit dieser Website möchte ich meinen Teil zu einer besseren, gesünderen Arbeitswelt beitragen.