Das Leuchtmittel ist jene elektrische Komponente einer Leuchte, welche das Licht erzeugt. Doch wo ist die Abgrenzung zum Begriff Lampe? Im eigentlichen Sinne meinen beide dasselbe. Sie werden sogar meist als Synonyme verwendet und im Sprachgebrauch ständig miteinander vermischt.

Als Lampen wurden früher komplette Lichtgeräte bezeichnet – z.B. die Petroleumlampe oder Öllampe. Hier war es meist nicht möglich, die Lampe von der Leuchte zu trennen. Deshalb setzte sich der dominierende Teil und damit der Begriff Lampe durch. Sollen heute aber lichterzeugende Komponenten wie Glühlampen, Halogenlampen, Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen oder LEDs unter einer Kategorie zusammengefasst werden, so ist der Begriff Leuchtmittel die richtige Wahl. Diese Bezeichnung ist präziser und eben fachlich korrekt.

Für die Funktion, und damit die Erzeugung von Licht, sind je nach Typ des Leuchtmittels ggf. weitere Betriebsmittel (Schalter, Dimmer, Funk-Empfänger, Vorschaltgerät, Zündgerät, Starter, usw.) notwendig. So viel Elektronik kann aber auch irgendwann mal kaputt gehen. Sind die Leuchtmittel dann nicht fest in der Leuchte verbaut, so lassen sie sich bei einem Defekt meist ohne Werkzeug wechseln. Möglich wird dies durch deren standardisierte Sockel (Schraubsockel, Bajonettsockel, Stecksockel) und der entsprechenden Fassungen in der Leuchte. Beim Wechsel müssen jedoch immer die vom Leuchtenhersteller festgelegten Spezifikationen (vor allem die max. Leistungaufnahme!) berücksichtigt werden. Außerdem müssen die qualitativen Anforderungen an eine ergonomische Arbeitsplatzbeleuchtung auch weiterhin eingehalten werden. Bei einer neuen Beleuchtungsanlage orientiert sich die Auswahl des geeigneten Leuchtmittels an genau diesen Anforderungen.

Energiesparende Leuchtmittel im Vergleich

LeuchtmittelLED-LeuchtmittelKompaktleuchtstofflampeLeuchtstoffröhreHalogenmetalldampflampeHalogenlampeGlühlampe
Typische Leistungsaufnahme
[W]
3 - 205 - 1515 - 5820 - 4007 - 6040 - 60
Lichtausbeute
[lm/W]
60 - 16050 - 6545 - 10050 - 11715 - 276 - 19
Farbwiedergabeindex Ra75 - 9880 - 9050 - 9060 - 95bis 100bis 100
dimmbarmeistensseltenseltenschwieriggrundsätzlichgrundsätzlich
Lebensdauer
[h]
50.0006.000 - 10.0006.000 - 25.00030.0002.000 - 3.0001.000
Einsparung*über 90%bis zu 80%bis zu 85%über 85%bis zu 30%-

*die Einsparung gegenüber einer Glühlampe mit gleichem Lichtstrom (lm)

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Leuchtmitteltypen fürs Büro

  • LED-Leuchtmittel
  • Gasentladungslampen
    • Niederdruck-Gasentladungslampen
      • Kompaktleuchtstofflampe (Energiesparlampe)
      • Leuchtstoffröhre
    • Hochdruck-Gasentladungslampen
      • Halogenmetalldampflampe
  • Glühlampen
    • Halogenlampe

Glühlampen

In Büros ist sie ein Auslaufmodell. In Wohnräumen hingegen ist die Glühlampe aufgrund ihres warmen und gemütlichen Lichts noch immer häufig anzutreffen. Wegen ihrer Form wird sie auch als Glühbirne bezeichnet. Viele Austauschlampen (auch Retrofits genannt) mit neuerer, energiesparender LED-Technologie ahmen diese Birnenform nach.

Die Glühlampe besteht aus einem Sockel mit Stromzuführung, einem metallischen Leiter (in Form einer Glühwendel aus bspw. hochschmelzendem Wolfram) und einem Glaskolben mit Füllgas, der den Glühfaden von der Umgebungsluft abschirmt. Wird die Glühlampe mit ausreichend großem elektrischen Strom versorgt, so wird die Glühwendel zum Glühen bzw. Leuchten angeregt. Dabei entstehen Temperaturen von ca. 1.500 – 3.000°C (ca. 1.773 – 3.273K).

Der größte Nachteil von Glühlampen ist die geringe Lichtausbeute. Nur ca. 5% der elektrischen Energie werden in Lichtleistung umgewandelt. Die anderen 95% gehen in Form von Wärme verloren. Da sie also sehr ineffizient ist (Energieeffizienzklasse G), darf sie deshalb in der Europäischen Union heute nicht mehr hergestellt und vertrieben werden.

Vorteile von Glühlampen

  • Sendet warmes, gemütliches Licht aus
  • Besitzt eine sehr gute Farbwiedergabe
  • Sofortige volle Helligkeit
  • Funktioniert mit Wechselstrom und Gleichstrom
  • Benötigt keine weiteren elektrischen Betriebsmittel, wie bspw. ein Vorschaltgerät
  • Ist grundsätzlich dimmbar
  • Ist kostengünstig
  • Kann im Hausmüll entsorgt werden

Nachteile von Glühlampen

  • Ist sehr energieineffizient
  • Besitzt eine relativ kurze Lebensdauer
  • Große Bauform
  • Darf nicht mehr verkauft werden (EU-Rahmenrichtlinie Ökodesign-Richtlinie)

Halogenlampe

Halogenlampen sind eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Glühlampe. Ihr Aufbau ist vom Prinzip her ähnlich, dem Füllgas wird aber ein kleine Menge Halogengas (meist Iod) zugegeben. Hierdurch kann der sogenannte Wolfram-Halogen-Kreisprozess ausgenutzt werden. Bei diesem wird bei relativ hoher Glühfadentemperatur (2.800-3.100K) in Kauf genommen, dass ständig Wolfram sublimiert, also direkt gasförmig wird. Die hohen Temperaturen ermöglichen nun, dass das Wolfram mit dem Halogen eine Verbindung eingeht und im ebenfalls sehr heißen Kolben (bis zu 250°C) stetig zirkuliert. Nähert sich die Gasverbindung dem Glühfaden, zerfällt sie und das Wolfram setzt sich wieder auf dem Draht bzw. der Drahtwendel nieder. Anschließend beginnt der Kreisprozess von vorne.

Das Halogengas, die kompakte Bauweise durch ein sehr temperaturbeständiges Quarzglas, der deshalb mögliche höhere Betriebsdruck sowie die höhere Glühtemperatur führen insgesamt zu lebensverlängernden Effekten.

Licht von Halogenlampen wird als weißer oder auch kälter wahrgenommen als das von Glühlampen. Die Lichtausbeute und Energieeffizienz sind aber höher. Dennoch werden auch hier nur höchstens 10% der eingesetzten elektrischen Energie in Lichtleistung umgesetzt. Etwas besser schneiden sogenannte IRC-Halogenlampen (IRC = infrared reflected coating/ infrarot-reflektierende Beschichtung) ab. Dabei wird ein Teil der Infrarotstrahlung durch eine spezielle Beschichtung im Innern des Glaskolbens reflektiert, aber gleichzeitig das Licht ungehindert durchgelassen. Außerdem führt die Verwendung von Xenon als Füllgaszugabe zu einer besseren Lichtausbeute.

So leben Halogenlampen länger

Verunreinigungen, z.B. durch Fingerabdrücke, müssen auf alle Fälle vermieden werden. Denn sie können im Betrieb verkohlen, was lokale Temperaturerhöhungen verursacht und letztendlich zum Platzen des Kolbens führt. Deshalb sind manche Halogenlampen aus Sicherheitsgründen auch oft mit einem Schutzglas ausgestattet.

Eine Halogenlampe ist grundsätzlich dimmbar. Jedoch wird ihre Lebensdauer erheblich reduziert, wenn die Lampe stark gedimmt wird. Da die Temperatur im Kolben beim Dimmen sinkt, vermindert sich der lebensverlängernde, positive Effekt. Hierdurch kann es zu einer Schwärzung des Glaskolbens kommen. Wird die Halogenlampe dann aber wieder in voller Leistung betrieben, kann diese Schwärzung jedoch auch wieder rückgängig gemacht werden.

Seit September 2018 dürfen auch Halogenlampen mit einer geringeren Energieeffizienzklasse als B nicht mehr hergestellt und verkauft werden. Ausnahmen gelten aber für Speziallampen mit dem Sockel G9 und R7s und der Effizienzklasse C.

Vorteile von Halogenlampen

  • Sehr gute Farbwiedergabe
  • Ist dimmbar
  • Sofortige volle Helligkeit
  • Kompakte Bauart – universell einsetzbar, mehr Designmöglichkeiten für Leuchten
  • Kann im Hausmüll entsorgt werden

Nachteile von Halogenlampen

  • Ist energieineffizient
  • Relativ kurze Lebensdauer (ca. 3.000h)
  • Werden sehr heiß und sind deshalb nicht überall zugelassen und für viele Leuchten nicht geeignet
  • Übliche Niedervolt-Halogenlampen (12V) benötigen ein Netzteil, wodurch die Energieeffizienz reduziert wird
  • Dürfen nur noch zum Teil hergestellt und verkauft werden (mind. Energieeffizienzklasse B)