Pausen erhöhen die Produktivität

Wer Pausen machen muss, ist schwach – so denken immer noch viele in unserer Arbeitsgesellschaft. Während man eine Pause macht, wird auch nichts gearbeitet. Die Vorurteile gingen so weiter, aber sie stimmen nicht.  Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Pausen die Produktivität sogar erhöhen. Vorausgesetzt, man macht richtig Pause.

Pausen erhöhen die Produktivität

Die Pause als Zeichen von Stärke

Länger als 90 Minuten kann sich kein Mensch auf eine Sache konzentrieren. Deshalb bringt es absolut nichts, wenn man pausenlos durcharbeitet. Schon der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass wir dazu verpflichtet sind, regelmäßig Pausen zu machen. Dies ist also keine unnötige Gesetzmäßigkeit, sondern ein Beitrag zu unserer Gesundheit.

Wer sich und seinem Körper zu viel zumutet, bekommt dies oft schnell zu spüren. Wir fühlen uns übermüdet, verspannt und treiben dies oft so lange, bis wir ganz ausgebrannt sind und oft körperliche Schäden davon tragen. Verspannungen im Nacken kommen jedenfalls nicht nur von einer falschen Haltung (z.B. bedingt durch einen falsch eingestellten Bürostuhl) – auch von einer falschen Arbeitsgestaltung mit wenig bis keiner Pause.

Leider fühlen sich viele dazu verpflichtet, durchzuarbeiten. Eine gesunde Pausenkultur wird schon von unseren Vorgesetzten nicht vorgelebt. Die Angst, verspottet zu werden oder den Arbeitsplatz zu verlieren, arbeiten deshalb viele pausenlos durch.

Die perfekte Pause

Pause machen ist nicht gleich Pause machen. Wer seine Arbeit hauptsächlich am Bildschirm erledigt und in der Pause an diesem sitzen bleibt, im Internet surft oder sonstige Dinge daran erledigt, gibt seinem Hirn nicht das Signal, dass jetzt gerade Pause ist. Wir sollten also darauf achten, dass wir unsere Pausen richtig gestalten. Dabei können die folgenden drei Punkte als Anregung genommen werden:

  • was anderes tun
    Nicht die gleiche oder ähnliche Tätigkeit während der Pause verrichten. Es gibt so viele Möglichkeiten, die Pause sinnvoll zu gestalten. Eine wäre, die Beine zu vertreten oder Entspannungsübungen zu machen.
  • was anders denken
    Während der Pause über die Arbeit zu reden ist kontraproduktiv. Wir müssen unserem Gehirn die Möglichkeit geben, abzuschalten und an etwas anderes, am besten aber an nichts zu denken.
  • woanders sein
    Wie schon oben erwähnt, sollte man den Ort in der Pause wechseln. Dies kann auch der Gang in die Kaffeeküche oder zu einem anderen Kollegen sein.

Mehrere kleine Pausen bringen mehr als wenige große Pausen. Deshalb ist es sinnvoll, jede Stunde zwischen 5-10 Minuten Pause zu machen.

Software zur Erinnerung an Mikropausen

Mikropausen sind die schon erwähnten kurzen Pausen, die von 30 Sekunden bis zu 5 Minuten gehen können. Wer viele dieser Mikropausen macht, arbeitet effektiver. Eine große Hilfe, diese Pausen einzuhalten, sind Softwares, die daran erinnern.

Alle 30 oder 60 Minuten poppt ein Bildschirmschoner auf, der sagt, dass wieder Zeit wäre, eine kurze Pause zu machen. Die Zeiten können natürlich eingestellt werden. Dabei kontrolliert das Programm durch die Betätigung der Tastatur oder Maus die durchgehende Arbeitszeit. Meistens zeigen die Softwares Übungen zur Entspannung an. So kann man sich in der kurzen Pause beispielsweise strecken und recken, aufstehen und dehnen oder wird durch lustige Bildchen abgelenkt, um dem Gehirn die Chance zu geben, an etwas anderes zu denken.

  • Workrave ist ein kleines Programm, welches in Windows und Linux daran erinnert, Mikropausen zu machen.
  • Für Mac-User gibt es die Software Time Out, die ebenfalls auf die Pausen hinweist.
Über Stefan Reinsprecht 50 Artikel
Ich habe Maschinenbau studiert und eine Weiterbildung zum Gesundheitsmanager gemacht. Während meiner Zeit als Konstrukteur und Entwickler hatte ich viel mit Ergonomie zu tun.

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