Logitech MX ERGO – Testbericht

Logitech MX Ergo – Testbericht
Die Logitech MX Ergo im ausführlichen Test

Lange hat es gedauert, aber mit der Logitech MX Ergo hat der Hersteller nun endlich wieder eine neue Trackball Maus auf den Markt gebracht. Ich hatte sie mehrere Wochen im täglichen Einsatz. Genug Zeit also, um in diesem Testbericht ausführlich über meine Erfahrungen zu berichten. Was hat mir gefallen, was eher nicht so? Hier erfährst Du alles, was Du über den sehr guten Trackball (so viel möchte ich verraten) wissen musst.

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Auf die Schnelle – alle Vor- und Nachteile der Logitech MX ERGO

Vorteile

  • Ergonomische Oberfläche
    Die Logitech MX Ergo ist mit einer angenehm rauen, leicht gummierten und anatomisch geformten Gehäuseoberfläche ausgestattet. Die Hand liegt sicher auf und kann nicht abrutschen. Außerdem wird fast die ganze Handinnenfläche gestützt.
  • Stabile Bodenplatte mit Kippmechanismus
    Die metallische Bodenplatte, die auf der Unterseite ganzflächig gummiert ist, garantiert einen sicheren und sehr stabilen Stand. Sie wird per Magnete gehalten. Das besondere an der Platte ist aber der Kippmechanismus. Denn darüber ist es möglich, die MX Ergo in zwei unterschiedlichen Winkelpositionen zu bedienen – 0° und 20°. Die Verstellung gelingt relativ einfach durch das Kippen des oberen Gehäuses. Bei der 20°-Stellung werden die Spannungen im Unterarm minimiert (natürlichere Handhaltung). So kann man zu den Vorteilen eines Trackballs auch von jenen einer vertikalen Maus profitieren.
  • Verwendbar für zwei unterschiedliche Endgeräte
    Ob per Bluetooth® oder dem mitgelieferten Unifying-USB-Receiver, die kabellose Logitech MX Ergo kann mit bis zu zwei unterschiedlichen Endgeräten verbunden werden. Ich persönlich nutze sie per Unifying am Hauptrechner und über Bluetooth am Laptop. Übrigens: der Hersteller gibt eine Akkulebensdauer von 4 Monaten an.
  • Zusatzfunktionen mit Logi Options Software
    Mit der kostenlosen Software Logi Options kann der Trackball um einige Zusatzfunktionen erweitert werden – so z. B. Flow und DuoLink, auf die ich weiter unten noch genauer eingehe.
  • Individuell programmierbare Tasten
    In der Software lassen sich insgesamt sechs Tasten mit individuellen Funktionen belegen. Aber auch schon die Standard-Funktionen dieser Tasten (vor und zurück, horizontales Scrollen und Präzisionsmodus) können sehr sinnvoll effektiv und effizient in den Arbeitsablauf integriert werden.

Nachteile

  • Nur eine Variante für Rechtshänder
    Leider ist die Logitech MX Ergo nur in einer Größe für Rechtshänder erhältlich. Wobei das relativ große Gehäuse sowie die ganze Länge durchgehend leicht klickende Maustasten für ein großes Spektrum an unterschiedlichen Handgrößen geeignet sein sollte. Linkshänder wurden aber (noch) nicht berücksichtigt.
  • Fest verbauter Akku
    Aus gründen des Umweltschutzes wäre es schön gewesen, wenn der Akku wechselbar wäre. Hier wurde jedoch ein fest verbauter Lithium-Polymer-Akku (500 mAh) gewählt.
  • Taste für Präzisionsmodus etwas schwierig zu erreichen
    Der Daumen muss sehr weit gebeut werden, um die Taste zu erreichen. Wenn der Präzisionsmodus öfters genutzt wird, kann es also zu häufigen und erhöhten Spannungen im Daumengelenk kommen.

Logitech MX ERGO – der ausführliche Test

Kabellose Verbindung

Auspacken, einschalten und verbinden – so einfach und schnell ist die Logitech MX Ergo einsatzbereit. Ich habe mich bei der Verbindung für den mitgelieferten Unifying-Empfänger entschieden. Man hat aber auch die Möglichkeit, per Bluetooth zu verbinden.

Das Tolle ist, dass man sogar beide Verbindungswege gleichzeitig bzw. parallel nutzen kann. Denn der kabellose Trackball kann auf bis zu zwei Endgeräten angemeldet werden. So nutze ich ihn per Unifying auf meinem Hauptrechner und per Bluetooth auf meinem Laptop bzw. MacBook. Und ja, die MX Ergo funktioniert sowohl auf Windows als auch MacOS (und natürlich Linux) ohne Einbußen in der Funktion.

Micro-USB-Kabel, Unifying-Empfänger und Logitech MX Ergo
Micro-USB-Kabel, Unifying-Empfänger und Trackball

Laut Hersteller soll die ergonomische Maus eine Akkulebensdauer von bis zu 4 Monaten aufweisen. Ganz so lange habe ich sie noch nicht im Test, aber aufladen musste ich bisher noch nicht. Für die Aufladung wird ein Micro-USB-Kabel (im Lieferumfang) verwendet. Hier besteht das bekannte Problem, dass der Stecker richtungsabhängig ist und es immer etwas fummelig beim Einstecken wird. Besser wäre natürlich ein USB-C-Stecker, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Übrigens kann die Maus auch während des Ladevorgangs genutzt werden.

Was mir am Akku nicht so gefällt ist, dass er fest im Gehäuse verbaut ist. Das war beim Vorgänger, der Logitech M570 (Test) besser gelöst – wobei dort auf austauschbare Batterien und nicht wiederaufladbare Akkus gesetzt wurde.

Schon nach kurzer Zeit des Nichtgebrauchs geht die Logitech MX Ergo in den Standby-Modus. Das Aufwachen und die anschließende Reaktion geschieht relativ schnell und fast ohne merkliche Verzögerung.

Ergonomische Form und Funktion

Gehäuseoberfläche

Neben der Funktion wurde auch das Thema Ergonomie bei der MX Ergo sehr ernst genommen. Das fängt bei der wirklich gut geformten Gehäuseoberfläche an. Diese ist relativ anatomisch ausgearbeitet, sodass die Handinnenfläche fast vollflächig darauf abliegen kann. Für den kleinen Finger gibt es eine spürbare kleine Vertiefung.

Ergonomisches Gehäuse der Logitech MX Ergo
Ergonomisch geformet Oberfläche

Diese, wie ich finde, ergonomisch sehr gute Form sowie die leicht raue und gummierte Oberfläche geben der Maushand einen angenehmen und sicheren Halt. Eine erste und wichtige Eigenschaft, um unnötige Belastungen durch Fehlhaltungen vorzubeugen.

Draufsicht auf die Logitech MX Ergo
Auch das Design macht was her!

Magnetischer Kippmechanismus

Was die kabellose Logitech MX Ergo zu einer ganz besonderen Trackball-Maus macht, ist der Kippmechanismus. Dazu muss man wissen, dass das Eingabegerät aus zwei Bauteilen besteht: dem oberen Gehäuse und der unteren Stahlplatte. Beides hält über relativ starke Magnet zusammen. In der Mitte der Platte ist ein Scharnier. Hierüber lässt sich das Mausgehäuse nach links oder rechts kippen – 0° oder 20°.

Mausgehäuse von unten + magnetische Stahlplatte
Mausgehäuse von unten (hier ist auch das kleine Loch zu sehen, wodurch der Trackball für die Reinigung ausgeworfen werden kann) + magnetische Stahlplatte

Die Muskelbelastung kann um 20% im Vergleich zu einer handelsüblichen Maus verringert werden (laut Hersteller). Was ich bestätigen kann, ist, dass das Arbeiten mit aufgestelltem Winkel um 20° um einiges angenehmer ist. Denn auf diese Art kann der Trackball auch die Vorteile einer vertikalen Maus nutzen. Dort treten wesentlich geringere Spannungen im Unterarm auf, da Elle und Speiche relativ parallel zueinander liegen – kommt der (neutralen) natürlichen Handhaltung entgegen.

Logitech MX Ergo mit Hand – Aufstellwinkel 0°
Aufstellwinkel 0°
Logitech MX Ergo mit Hand – Aufstellwinkel 20°
Aufstellwinkel 20° (die bessere und deshalb empfohlene Haltung)

Trackball

Die Rollkugel, also der Trackball hat einen Durchmesser von 34 mm. Diese Größe, die sehr gut gewählte Position der Kugel sowie eine optimale Rollbewegung (minimale Reibung) garantieren eine wirklich angenehme Bedienung mit dem Daumen.

Position des Trackballs – MX Ergo mit Hand
Optimale Position des Trackballs

Je nach Belieben kann die Abtastrate zwischen 512 dpi und 2048 dpi gewählt werden (stufenlos einstellbar über die Logi Options Software, auf die ich unten genauer eingehe).

Wie auch andere Eingabegeräte sollte auch die Logitech MX Ergo von Zeit zu Zeit gereinigt werden. In erster Linie empfehle ich, die gummierte Oberfläche regelmäßig mit einem feuchten Tuch abzuwischen. So können unschöne Flecken vermieden und im schlimmsten Fall Abnutzungen durch aggressiven Handschweiß verhindert werden. Der meiste sichbtare Schmutz setzt sich aber im Lager des Trackballs ab. Jener kann durch ein kleines Loch von unten (Stahlplatte abnehmen) mit einem dünneren Stift herausgedrückt werden. Dann lassen sich die Auflagerpunkte sowie die Optik reinigen.

Tasten

Links, rechts, vor und zurück

Nun also zu den für die Funktion wichtigsten Bauteilen – die Tasten. Die MX Ergo ist mit zwei relativ langen rechten und linken Maustasten ausgestattet. Der Druckpunkt ist angenehm und gut spürbar. Von vorne bis hinten, über die ganze Länge ist eine durchgängig fast gleichbleibende Klickkraft (relativ gering) notwendig. Dies ist insofern nennenswert, als dass die Maus dadurch auch für unterschiedlich Handgrößen geeignet ist (jedenfalls für eine relativ breite Range). Denn leider wird das Modell nur in einer Größe angeboten.

Links neben der linken Maustaste sind noch zwei Vor- und Zürück-Tasten angebracht. Beide lassen sich mit dem Zeigefinger relativ einfach und ohne große Verrenkungen klicken.

Maustasten der Logitech MX Ergo
Insgesamt sieben Maustasten + die Taste für die Verbindung mit dem gewünschten Endgerät (1,2)

Daumentaste

Auch dem Daumen wurde eine Taste gewidmet. In der Standard-Einstellung ist dies für den Präzisionsmodus gedacht. Wird sie geklickt, so leuchtet direkt davor eine kleine, aber gut sichtbare, weiße LED auf. Im Präzisionsmodus wird die Abtastrate auf ein Minimum herabgesetzt, sodass der Mauszeiger sehr genau positioniert werden kann.

Blick auf den Trackball der Logitech MX Ergo
Der Trackball mit der rechts darüberliegenden Daumentaste für den Präzisionsmodus

Die Taste liegt rechts oberhalb der Rollkugel. Für mich persönlich etwas weit hinten. Um die Taste zu klicken, muss ich den Daumen sehr weit nach hinten beugen. Bei einer sehr häufigen Nutzung des Präzisionsmodus‘ kann es so zu einer erhöhten Belastung im Gelenk kommen – ich habe aber bisher keine negativen Auswirkungen gespürt.

Präzisionsscrollrad für vertikales und horizontales Scrollen

Was wäre eine Maus ohne Scrollfunktion? Das Besondere bei der Logitech MX Ergo ist, dass das eingebaute Präzisionsscrollrad sowohl vertikales als auch horizontales Scrollen ermöglicht. Beim einfachen Drehen des leicht gerillten, gummierten Rädchens wird die Scrollbewegung sehr angenehm auf den Bildschirm übertragen. Um horizontal zu scrollen, muss ich das Rad seitlich anklicken. Die Scrollbewegung ist dann um einiges langsamer, aber für bestimmte Anwendungen sehr nützlich (z. B. breite Tabellen in Excel).

Präzisionsscrollrad der Logitech MX Ergo
Präzisionsscrollrad mit 3 Tastenfunktionen (dritte Maustaste + horizontales Scrollen)

Zusatzfunktionen mit Software: Logi Options

Wenn Du alle Funktionen der Logitech MX Ergo in vollem Umfang nutzen möchtest, empfehle ich Dir, die kostenlose Software Logi Options (für Windows und MacOS) zu installieren.

Screenshot von Logi Options – zu sehen ist eine Draufsicht und Seitenansicht der Logitech MX Ergo
Screenshot von Logi Options

In der App können bspw. sechs Tasten mit jeweils individuellen Funktionen programmiert werden. Hier wird einem eine Liste von ca. 40 unterschiedlichen, aber fest vordefinierten Funktionen angeboten. Darüber hinaus lassen sich für bestimmte Anwendungen eigene benutzerdefinierte Sonderfunktionen festlegen. Jedoch ist man auch hier auf die vordefinierte Liste angewiesen. Dennoch, solch individuelle Shortcuts können die Arbeit wesentlich effektiver und auch aus ergonomischer Sicht effizienter gestalten.

Neben der Standard-Programmierung der Sondertasten gibt es noch eine weitere tolle Funktion: DuoLink. Hier kann die Funktionalität der Maus erweitert werden – wenn eine DuoLink-fähige Tastatur, wie z. B. die Logitech Ergo K860 verwendet wird. Wird dann auf der Tastatur eine „fn-Taste“ gedrückt, lassen sich durch Gesten (Trackball hoch, runter, rechts, links) und Klicks spezielle Funktionen auslösen. Auch diese lassen sich mit individuellen Funktionen aus einer vordefinierten Liste belegen.

Und last but not least Logitech Flow. Dies ist ein tolles Feature, wenn man bspw. neben dem Computer auch des Öfteren noch mit Laptop arbeitet. Flow ermöglich einem, Text, Bilder und Dateien über mehrere Endgeräte hinweg zu kopieren und einzufügen. Um den Computer zu wechseln, muss einfach der Curser an den Rand des Bildschirms bewegt werden. Damit ist ein Datenaustausch ohne Cloud möglich.

Fazit zur Logitech MX ERGO

Ja, ich gebe es zu, ich persönlich nutze Trackballs sehr gerne. Und deshalb bin ich auch so begeistert von der Logitech MX Ergo*. Würde man mich fragen, würde ich sie sogar auf Platz 1 unter den bisherig getesteten ergonomischen Mäusen setzen.

Vergleich: Logitech MX Ergo – Logitech M570
Vergleich: Logitech MX Ergo vs. Logitech M570 – der neue Trackball ist um einiges angenehmer in der Bedienung

Die Maus hat eine sehr gut geformte und angenehme Gehäuseoberfläche. Ihre Tasten sind mit optimalen Druckpunkten und Klickkräften ausgelegt. Die Kugel ist leichtgängig und der Mauszeiger reagiert sehr genau. Mit der App Logi Options lassen sich die Tasten individuell programmieren und sogar noch Zusatzfunktionen (Flow, DuoLink) nutzen. Tolle Möglichkeiten, um die Arbeit wesentlich effektiver und vor allem effizienter zu gestalten.

Und zuletzt noch zum ergonomischen Nutzen der MX Ergo. Ich habe sie direkt um die 20° aufgestellt – anders möchte ich sie auch nicht mehr bedienen. Denn die geringere Belastung im Arm aufgrund des Aufstellwinkels ist definitiv spürbar. Dies, die Oberflächenform und die gut durchdachten Funktionen machen den Trackball aus Ergonomie-Sicht wohl zu einem der besten seiner Art.

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Stefan

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