Ergonomie am Arbeitsplatz – arbeiten, aber richtig!

Büro in einem Industriegebäude - Ergonomie am Arbeitsplatz

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Work-Life-Blending

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Was ist Ergonomie?

Ergonomie ist ein wissenschaftlicher Ansatz, damit wir aus diesem Leben die besten Früchte bei der geringsten Anstrengung mit der höchsten Befriedigung für das eigene und das allgemeine Wohl ziehen.

W. Jastrzebowski

Jeder Arbeitgeber ist dazu gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu schützen und zu fördern. Ergonomie ist dabei ein sehr wichtiger Punkt, an dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer anpacken können und müssen.

Die Ergonomie beschreibt als Teilgebiet der Arbeitswissenschaft im gröbsten Sinne, dass die Arbeitsbedingungen dem Menschen anzupassen sind. Dabei sollen die Belastungen bei der Arbeit gemindert und gleichzeitig die Leistungsmöglichkeiten des Menschen verbessert werden.

Dementsprechend soll Ergonomie am Arbeitsplatz dafür sorgen, dass die Gesundheit aller bei individuellen Tätigkeiten lange erhalten bleibt. Dabei erleichtern ergonomische Produkte die tägliche Arbeit. Aber nicht nur Produkte haben positive Auswirkungen, auch organisatorisch kann einiges bewirkt werden.


Was beeinflusst die Ergonomie am Arbeitsplatz?

Ergonomie am Arbeitsplatz sollte immer als Ganzes betrachtet werden

Die ergonomische Gestaltung der Arbeit sollte immer als Ganzes betrachtet werden. Einzelne Gestaltungsfelder besitzen dabei komplexe Wirkungszusammenhänge, die nie außer Acht gelassen werden dürfen. Ergonomie-am-Arbeitsplatz.de beschäftigt sich zum größten Teil mit den Arbeitsmitteln. Es sei jedoch angemerkt, dass die anderen Felder für die Ergonomie ebenso wichtig sind.

Nach den Kriterien der Ergonomie soll die Arbeit

  1. schädigungslos,
  2. ausführbar,
  3. erträglich,
  4. beeinträchtigungsfrei und
  5. persönlichkeitsfördernd sein.

Bei der Gestaltung der Arbeit ist es immer wichtig, Betroffene zu Beteiligten zu machen. D.h., die Personen, die die Gestaltungsmaßnahmen betrifft, sollten immer in den Entscheidungsprozess integriert werden. Dabei dürfen besondere Personengruppen wie beispielsweise Jugendliche, ältere Menschen, gesundheitlich beeinträchtigte und behinderte Menschen nie außer Acht gelassen werden.

Initiative neue Qualität der ArbeitDie von der IG Metall gegründete Initiative Gute Arbeit unterstützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer und konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die Vereinbarung von Beruf und Familie sowie eine altersgerechte wie auch alternsgerechte Arbeitsgestaltung. Darüber hinaus versucht die „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) Interessen der Beschäftigten an gesunde und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen mit den Interessen der Unternehmen zu verbinden.


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Ergonomie Checkliste – wie ergonomisch ist mein Arbeitsplatz?

Wie schon oben erwähnt, ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass er der Gesundheit der Mitarbeiters nicht schädigt und er diesem ein ermüdungs- und schmerzfreies Arbeiten gewährleistet. Ein optimaler Arbeitsplatz schützt nicht nur vor Krankheit, sondern fördert vor allem durch entsprechende Maßnahmen die Gesundheit.

Jedoch sollte es sich der Mitarbeiter nicht zu bequem machen und die Verantwortung vollkommen an den Arbeitgeber abwälzen. Es gilt zu bedenken, dass jeder Mensch selbst für seine Gesundheit verantwortlich ist. Wer also denkt, dass sein Arbeitsplatz nicht ergonomisch gestaltet ist oder dass einige Dinge optimiert werden können, der sollte sich darum kümmern und die verantwortlichen Personen (Betriebsarzt, Sicherheitsfachkraft, Ergonomieberater) involvieren.

Um beim Thema Ergonomie mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, sind die folgenden fünf wesentlichen Kriterien als Fragen aufgelistet und können als Checkliste gesehen werden:

Stimmt die Arbeitsumgebung bzw. das Raumklima?

Das Sick-Building-Syndrom beschreibt ein Krankheitsbild, das von einem Gebäude ausgelöst wird. Die Symptome verschwinden oft, wenn die betroffene Person das Gebäude verlässt. Ursachen hierfür können vielseitig sein, kommen jedoch häufig von Ausdünstungen von Lacken oder Farben oder von kontaminierten Klimaanlagen und Lüftungen. Ein gesundes Umfeld fördert die Gesundheit der Mitarbeiter. Deshalb ist es wichtig, auf die optimale Gestaltung des Raumklimas durch Dinge wie die Beleuchtung, das Klima, Pflanzen, Farben, Lärm, Strahlung oder Vibration besonders wert zu legen.


Sind meine Arbeits- und Hilfsmittel ergonomisch gestaltet?

Ohne Arbeits- und Hilfsmittel können wir nicht arbeiten. Da wir immer mehr zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft werden, treten hier vor allem Arbeitsmittel von Büroarbeitsplätzen in den Fokus. Wer jeden Tag mit Bildschirm, Maus und Tastatur arbeitet, sollte auch besondere Anforderungen an jene Arbeitsmittel legen. Auch die Software sollte so gestaltet sein, dass sie nicht irreführend und größtenteils selbsterklärend ist. Maschinen und Werkzeuge sollten so gestaltet sein, dass sie die Arbeit erleichtern. Hierfür sollten Anpassungsmöglichkeiten (z.B. an die Körpergröße) gegeben sein.


Passt sich der Arbeitsplatz mir an und nicht anders herum?

Der Arbeitsplatz sollte so gestaltet sein, damit er genügend Gestaltungs- und Anpassungsmöglichkeiten in sich birgt, um ihn an individuelle Bedürfnisse anzupassen. Dabei sind Bewegungs- oder auch Greifräume zu beachten und Objekte, Arbeits- sowie Hilfsmittel optimal danach anzuordnen. Besonders Stühle und Tische sollten sich dem Mitarbeiter anpassen und nicht anders herum. Der optimalste Arbeitsplatz ist ein Steh-Sitz-Arbeitsplatz. Es empfiehlt sich, während der Arbeit 60% zu sitzen, 30% zu stehen und 10% zu gehen.


Hat die Arbeitsorganisation positive Auswirkungen auf mich und meine Persönlichkeit?

Die Gestaltung der Arbeit sollte immer schädigungslos, erträglich, ausführbar, zumutbar, beeinträchtigungsfrei, zufriedenstellend, persönlichkeitsfördernd und sozialverträglich sein. Beeinflussen kann man dies z.B. über die Arbeitszeit, -menge, Pausengestaltung, Jobrotation (Arbeitsplatzwechsel), Jobenrichment (Arbeitsbereicherung), Jobenlargement (Arbeitserweiterung), etc.


Wie sind die Arbeitsinhalte gestaltet?

Tätigkeiten, die den Körper nur einseitig belasten sollten so gestaltet sein, dass in regelmäßigen Zeitabständen Belastungswechsel stattfinden. So werden beispielsweise muskuläre Dysbalancen verhindert (wenn sich Muskeln einseitig mehr entwickeln als andere, kann es zu Fehlhaltungen und letztendlich auch körperlichen Beeinträchtigungen kommen). Auch für die Psyche sollte die Arbeit entsprechend ergonomisch gestaltet sein. Monotone Tätigkeiten sollten vermieden werden. Die Arbeit sollte nicht über-, aber auch nicht unterfordern.


Ergonomie als Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Ziele bzw. Vorteile der Ergonomie

  • Erhöhung der Produktivität
  • Erhöhung der Qualität
  • effizienteres Arbeiten
  • mehr Zuverlässigkeit
  • Verringerung von Beanspruchungen
  • Verhinderung von gesundheitlichen Beschwerden
  • weniger Unfälle
  • mehr Zufriedenheit bei der Arbeit
  • mehr Motivation
  • Entwicklung und Förderung der Persönlichkeit

Zu den genannten Kriterien zur Bestimmung, ob ein Arbeitsplatz ergonomisch ist, kommt jedoch auch hinzu, dass der Mensch an die Arbeit angepasst werden muss. Dies geschieht durch Einarbeitungen, Unterweisungen, aber auch Weiter- und Fortbildungen. Hierfür sind geeignete Personen notwendig, die die Theorie und Praxis auch sinnvoll vermitteln können. Zu Weiter- und Fortbildungsmaßnahmen zählen übrigens auch Besuche auf Messen o.ä.

So gibt es beispielsweise konkrete Trainings für Menschen, die viel heben müssen. Richtiges Heben und auch Tragen will gelernt sein. Wer hier Fehler macht, wird dies vielleicht nicht sofort merken. Auf längere Sicht gesehen können jedoch schlimmer körperliche Beschwerden entstehen.

Letztendlich ist die Investition in mehr Ergonomie eine Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ein ergonomischer Arbeitsplatz schützt und fordert in erster Linie die Gesundheit der Mitarbeiter. Ein schöner Nebeneffekt dabei ist, dass auch die Produktivität und meistens auch Effizienz der Arbeit gesteigert wird.