Wer den ganzen Tag über in einem geschlossenen Büro arbeitet muss unbedingt dafür sorgen, dass das Raumklima die entsprechenden Eigenschaften mit sich bringt und somit die perfekten Umgebungseinflüsse geschaffen werden. Doch wie lässt sich das Klima im Büro regulieren und auf welche Faktoren sollte besonders gut geachtet werden? In diesem Ratgeberartikel wird alles erklärt.

Was bedeutet Raumklima?

Der Begriff Raumklima ist im Prinzip eine Zusammenfassung aller Faktoren, die einen Einfluss auf die gefühlte Umgebung haben. Dazu gehören:

  • Lufttemperatur
  • Wärmestrahlung
  • Luftfeuchtigkeit
  • Luftbewegung/ Luftgeschwindigkeit
  • Luftqualität

Diese Punkte ergeben gemeinsam das Klima im Büro und können auf viele verschiedene Arten miteinander kombiniert, beeinflusst und reguliert werden. Hierzu einige Beispiele:

Lufttemperatur

Die Temperatur des Raums ist der wichtigste Faktor bei der Erschaffung eines guten Raumklimas. Wenn wir ein Zimmer betreten, spüren wir als allererstes, ob es warm oder kalt ist. Ist es im Raum zu kalt, fängt der Körper an zu zittern, weil er die niedrigen Temperaturen durch eine erhöhte Aktivität des Körpers ausgleichen will. Gleichzeitig fällt das Tippen auf der Tastatur mit kalten Fingern deutlich schwerer, als bei einer angepassten Raumtemperatur.

Die Lufttemperatur lässt sich hauptsächlich mit der Heizung regulieren. Im besten Fall wird ein automatisches Thermostat genutzt, welches die IST Temperatur misst und kontinuierlich mit der SOLL Temperatur vergleicht. Im Bedarfsfall wird einfach auf oder ab geregelt.

Richtwerte der Lufttemperatur
Die Raumtemperatur muss gesundheitlich zuträglich sein. Je nach Art der Tätigkeit gelten andere Richtwerte. An einem Büroarbeitsplatz sollte die Temperatur min. 18°C und max. 24°C betragen. 21°C sind optimal.

Größere Temperaturschwankungen müssen vermieden werden. Entsprechend sollte der Arbeitsplatz gegenüber Wärmeeinstrahlung (z.B. die Sonne) abgeschirmt werden können. Ist es draußen sehr warm, so sollte die Raumtemperatur die 26°C-Marke nicht überschreiten.

Die eingestellte Temperatur ist in vielen Fällen jedoch nicht die gefühlte Temperatur, denn diese wird vor allem beeinflusst durch die Luftfeuchte.

Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchtigkeit ist das Verhältnis aus Sauerstoff zu Feuchtigkeit in einem geschlossenen Raum. Es gibt keinen Einheitswert für das perfekte Raumklima, denn jeder Mensch empfindet die Luftfeuchtigkeit individuell. Wichtig ist jedoch, dass die Raumluft nicht zu trocken und nicht zu feucht sein darf. Regulieren lässt sich der Gehalt an Feuchtigkeit in der Luft beispielsweise mit einem Luftbefeuchter oder einem Luftentfeuchter. Beides wird je nach Ausgangssituation eingesetzt. Ist die Raumluft zu feucht, kommt der Luftentfeuchter zum Einsatz. Ist sie zu trocken, sollte der Luftbefeuchter das Gegenteil herbeiführen.

Richtwerte der Luftfeuchtigkeit
Bei Bürotätigkeiten ist eine relative Luftfeuchte zwischen 30% und 70% annehmbar. Optimal liegt diese bei etwa 50%.

Luftbewegung/ Luftgeschwindigkeit

Die Luftgeschwindigkeit ist im Prinzip nichts anderes, als ein Windzug, der durch den Raum verläuft. Sie lässt sich mit einem Ventilator, einer Klimaanlage, durch geöffnete Fenster, aber auch durch eine spezielle Umluft-Belüftung beeinflussen. Ist der Windzug zu stark, nehmen wir die Luftgeschwindigkeit als kühl wahr. Ist der zu schwach, haben wir das Gefühl, dass es keinen Sauerstoffaustausch im Raum gibt. In beiden Fällen fühlen wir uns unbehaglich.

Richtwerte der Luftbewegung
Bei der optimalen Raumtemperatur von 21°C sollte die Luftgeschwindigkeit 0,1m/s (bzw. 0,15m/s) nicht überschreiten.

Luftqualität

Die Luftqualität hängt davon ab, wie hoch die Belastung durch Feinstaub und andere Mikropartikel ist. Aber auch Gerüche und Ausdünstungen können die Güte der Raumluft beeinflussen. Je hoher die Belastung, desto schlechter ist die Qualität. Durch entsprechende Filter (Aktiv-Kohle-Filter, Feinstaubfilter, Ionisationsgeräte, Luftbefeuchter mit Filter, usw. ) lässt sich die Luftqualität aktiv beeinflussen.

Im Bürogebäude ist die Luftqualität üblicherweise mit wenigen bis keinen Schadstoffen belastet. Dennoch sollten auch hier Maßnahmen für eine gute und behagliche Luftqualität ergriffen werden. Anlagen zur Reinigung oder Regelung der Luft müssen regelmäßig gewartet und gereinigt werden.

Bei Arbeitsplätzen, wo mit chemischen oder biologischen Umgebungseinflüssen zu rechnen ist, gelten spezielle Gesetze und Vorschriften – auf die hier nicht eingegangen wird.

Wie wirkt sich das Klima im Büro auf die Gesundheit aus?

Neben den üblichen Symptomen wie kalte Hände, Schnupfen wegen Durchzug, Kopfschmerzen, brennende Augen und trockenem Mund, klagen viele Menschen über deutlich gravierendere Dinge, wenn Sie in einem Büro mit schlechtem Raumklima arbeiten.

Treten gehäuft verschiedene Krankheitssymptome auf (z.B. 10-20% der Beschäftigten in einem Großraumbüro), kann von dem sogenannten Sick-Building-Syndrom gesprochen werden. Das Sick-Building-Syndrom (SBS) ist eine gebäudebezogene Gesundheitsstörung, die direkt mit einem schlechten Raumklima zusammenhängt. Dabei können jedoch oft die Ursachen nicht genau identifiziert werden. Überwiegend sind jedoch Schadstoffe in der Raumluft dafür verantwortlich.

Ein Phänomen des Sick-Building-Syndrom ist, dass die Symptome der Betroffenen meist nachlassen, sobald sie das Gebäude verlassen.

Optimales Raumklima zu erreichen ist wohl eher ein Wunschdenken. Wie schon oben erwähnt, empfindet dies jeder anders. Wer sich das Büro mit anderen teilt, ist deshalb oft darauf angewiesen, Kompromisse einzugehen. Liegen diese jedoch im Bereich der oben genannten Richtwerte, kann durchaus von Behaglichkeit ausgegangen werden.

Wie lässt sich das Raumklima verbessern?

Die richtige Lüftung ist natürlich das A und O für das Klima im Büro. Doch der reine Luftstrom, der von links nach rechts fließt beseitigt nicht die Einflussfaktoren für ein schlechtes Raumklima. Ebenso sollte darauf geachtet werden, dass die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Qualität auf dem gewünschten Level sind. Dies lässt sich über verschiedene Maßnahmen realisieren:

Pflanzen am Arbeitsplatz

Pflanzen sind eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn es um die Verbesserung der Luftqualität geht. Sie entnehmen der Luft CO2 und wandeln es durch Fotosynthese in Sauerstoff um, die dann dem Raumklima wieder zuträglich ist. Bestimmte Pflanzen eignen sich sogar, um Schadstoffe aus der Luft zu absorbieren.

Luftbefeuchter / Luftentfeuchter

Geräte dieser Art erfüllen entweder den Zweck, die Luftfeuchtigkeit eines Raumes zu senken, indem die Feuchtigkeit der Luft entzogen wird, oder sie zu erhöhen, indem der Luft Wasser beigemengt wird. Beides sollte je nach Voraussetzung genutzt werden, um die optimale Luftfeuchtigkeit zu erzielen.

Heizstrahler

Heizstrahler sind besonders im Winter gut geeignet, um auch die Bereiche eines Büros mit Wärme zu versorgen, die abseits der Gemeinschaftsheizung liegen. Sie sind praktisch, da sich die Intensität des Luftstroms, sowie die Temperatur regeln lassen.

Ventilatoren

Ventilatoren haben eine wichtige Aufgabe. Tritt frische Luft durch das Fenster ein, sorgt der Ventilator dafür, dass Sie gut im Raum verteilt wird. Gleichzeitig haben Menschen besonders im Sommer das Gefühl, die Luft des Ventilators wäre kühl, obwohl er sie eigentlich nur beschleunigt. Dies liegt an der Feuchtigkeit auf der Haut, die durch den Luftstrom des Ventilators getrocknet wird.

Klimaanlagen

Klimaanlagen sind eine sehr gute Lösung, um das Raumklima spürbar aufzuwerten. Die meisten Geräte erledigen gleich mehrere Aufgaben auf einmal. Sie kühlen die Luft im Raum herunter, entziehen die warme Luft und leiten sie nach außen ab, entziehen der Raumluft die Feuchtigkeit und filtern die Luft, bevor sie zur Kühlung in die Klimaanlage geleitet wird. Büros mit einer Klimaanlage verfügen in den meisten Fällen über einen ausgeglichenes Raumklima.

Das Raumklima ist wichtiger als gedacht

Das Klima im Büro sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Denn schließlich verbringen viele Menschen hier täglich mehr als 8 Stunden ihrer Zeit. Ist das Raumklima nicht perfekt eingestellt, leiden vor allem die Konzentration und darum auch die Arbeitsleistung unter der mangelhaften Umgebung. Dies allein sollte schon Grund genug dafür sein, dass Arbeitgeber Ihre Büros mit den entsprechenden Geräten und Maßnahmen ausstatten, um das Raumklima auf das bestmögliche Niveau zu heben.

Hierzu ist natürlich wichtig zu beachten, dass nicht jeder Mensch genau weiß, wie man eine Klimaanlage oder einen Luftbefeuchter einstellt. Gemeinschaftliche Crashkurse, die beispielsweise vom Abteilungsleiter gehalten werden und in denen das nötige Wissen zum Raumklima vermittelt wird, können sehr schnell für Abhilfe und die Vermeidung vom Sick-Building-Syndrom sorgen. Die Mitarbeiter werden ausgeglichener, besser und entspannter arbeiten. Das sollte das höchste Ziel eines jeden Unternehmens sein.

Hinweis: Die oben genannten Richtwerte richten sind nach der Arbeitsstättenverordnung ArbStättV sowie nach der Bildschirmarbeitsverordnung BildschArbV.