Führungsstile im Betrieb

Führung bedeutet, planende, koordinierende und kontrollierende Tätigkeiten in Gruppen und Organisationen auszuüben. Dabei entscheidet die Führungsperson über die Art und Weise der Arbeitsabläufe, über die Verteilung von Aufgaben, die Arbeitsmenge und letztendlich auch über das soziale Klima im Betrieb oder der Abteilung.

Eine Führungsperson hat erheblichen Einfluss auf den Gesundheitszustand seiner Mitarbeiter. Laut einer VW Studie nimmt die Führungskraft sogar ihren Krankenstand mit, wenn sie die Abteilung wechselt.

Man sollte jedoch immer die gesamte Situation betrachten. Auch Führungskräfte stehen in der Führungsebene oft unter jemandem. Durch Druck von oben entsteht Stress, der oft auf dessen Mitarbeiter Auswirkungen hat.

Führungsstile im Betrieb
Führungsstile im Betrieb

Welche Führungsstile gibt es?

Man unterscheidet zwischen drei bzw. vier Führungsstile, die in Betrieben angewendet werden:

  • autoritärer bzw. hierarchischer Führungsstil
  • demokratischer oder auch kooperativer Führungsstil
  • Laissez-faire-Führungsstil
  • situativer Führungsstil

Autoritärer bzw. hierarchischer Führungsstil

Hier gibt die Führungskraft Anweisungen und Anordnungen oder verteilt Aufgaben, ohne seine Mitarbeiter in seine Entscheidungen einzubeziehen. Die Führung ist sehr direkt und von den Mitarbeitern werden keine Fragen oder Anregungen, geschweige denn Kritik, erwartet. Ideen sind ebenfalls nicht erwünscht.

Die Führungskraft hat meist ein sehr distanziertes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern. Hierdurch kommt es oft zu einem angespannten Betriebsklima, da deren Wünsche und Anregungen nicht erwünscht sind.

Der Vorteil ist eine hohe Entscheidungsgeschwindigkeit durch den autoritären Vorgesetzten.

Demokratischer oder auch kooperativer Führungsstil

Hier werden Mitarbeiter vom Vorgesetzten mit einbezogen. Entscheidungen werden in der Gruppe diskutiert und erläutert. Oft werden Abstimmungen über bestimmte Sachverhalte gemacht.

Der Mitarbeiter kann aktiv an Entscheidungen mitwirken. So werden auch Fehlentscheidungen verhindert. Durch mehr Selbstständigkeit und der Wertschätzung des einzelnen steigt die Motivation und letztendlich die Leistungsfähigkeit.

Ein Nachteil jedoch ist die verlangsamte Entscheidungsgeschwindigkeit. Nun gibt es nicht nur einen Entscheider, sondern mehrere Personen greifen ins Geschehen ein.

Laissez-faire Führungsstil

Hier haben Mitarbeiter die völlige Freiheit und entscheiden selbst über ihre Arbeit, die Aufgaben und die Arbeitsorganisation. Die Führungskraft gibt lediglich die Arbeitsaufgabe vor. Eine konkrete Führung fehlt.

Der Vorteil ist gleichzeitig auch der Nachteil. Durch die Freiheit verlieren die Mitarbeiter irgendwann die Motivation an ihrer Arbeit.

Situativer Führungsstil

Jede Führungsperson entwickelt ihren eigenen Führungsstil. Reine Stile, wie sie oben genannt sind, kommen in der Realität fast nicht vor.

Aus der Sozialpsychologie geht hervor, dass die situative Führung die optimalste ist. Hier hängt der Führungsstil von der aktuellen Situation ab.

Fred Edward Fiedler, einer der führenden Industrie- und Organisationspsychologen des 20. Jahrhunderts, meint, dass der Führungserfolg nicht nur vom Stil, sondern auch von anderen Faktoren abhängig ist:

  • Persönliche Beziehung zwischen dem Vorgesetzten und seinen Mitarbeitern (den Geführten)
  • Aufgabenstruktur (zum Beispiel Schwierigkeitsgrad)
  • Positionsmacht des Vorgesetzten

Demnach ist situationsabhängig immer ein anderes Führungsverhalten nötig. Wie dieses Verhalten konkret aussehen sollte, beschreibt die weiterentwickelte Theorie von Paul Hersey und Ken Blanchard auf Wikipedia

Über Stefan Reinsprecht 50 Artikel
Ich habe Maschinenbau studiert und eine Weiterbildung zum Gesundheitsmanager gemacht. Während meiner Zeit als Konstrukteur und Entwickler hatte ich viel mit Ergonomie zu tun.

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